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Insgesamt gute Wasserqualität der nordrhein-westfälischen Badegewässer

Die Ergebnisse der Sonderuntersuchung zu antibiotikaresistenten Bakterien liegen vor: Nur zwei Proben – am Elfrather See (Krefeld) und Baldeneysee (Essen) – waren auffällig. Damit bestätigen die Ergebnisse die insgesamt gute Wasserqualität ausgewiesener Badestellen in NRW. Die Untersuchung wurde durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) im 2018 im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführt.

von | 03.04.19

Die Wasserqualität der nordrhein-westfälischen Badegewässer wurde insgesamt für gut befunden. Das Umweltministerium des Landes plant aber weitere Stichproben, um mögliche auffällige Ergebnisse sofort zu erkennen.

In einem Sonderuntersuchungsprogramm hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) im vergangenen Jahr im Auftrag des Umweltministeriums zehn ausgewählte EG-Badegewässer in Nordrhein-Westfalen je viermal auf Bakterien untersucht, die Resistenzen gegen Antibiotika aufweisen. In zwei Gewässern, dem Elfrather See in Krefeld und im Baldeneysee in Essen, wurden jeweils in einer Probe sehr geringe Konzentrationen von Darmbakterien mit Resistenzen gegen drei Antibiotikagruppen nachgewiesen. Die anderen Proben in diesen beiden Seen und in allen anderen untersuchten Badegewässern wiesen keine klinisch relevanten Resistenzen auf. Damit bestätigen die Ergebnisse des Sonderuntersuchungsprogramms die insgesamt gute Wasserqualität ausgewiesener Badestellen in Nordrhein-Westfalen.
„Die in den beiden Seen gefundenen Mengen waren so niedrig, dass gesunde Menschen keiner Gefahr ausgesetzt waren“, sagt Professor Martin Exner, Leiter des Hygiene-Instituts des Universitätsklinikums Bonn, der die Untersuchungen wissenschaftlich begleitet. Dennoch plant das Umweltministerium, weiterhin einzelne Badeseen stichprobenartig auf antibiotikaresistente Bakterien zu untersuchen. „Die Gewässerbelastung mit antibiotikaresistenten Bakterien hat für uns eine hohe Priorität“, sagt Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. „Daher werden wir weiterhin Untersuchungen in Gewässern in diesem und in den kommenden Jahren durchführen und besonders auch Abwässer und Fließgewässer analysieren, um relevante Eintrags- und Verbreitungspfade von Antibiotikarückständen und resistenten Keimen in Nordrhein-Westfalen zu identifizieren.“ Dabei werden die Fachleute im LANUV sowie die Projektmitarbeiter ihre langjährigen Erfahrungen bei der Ermittlung von Eintragsquellen vieler verschiedener Stoffe oder Bakterien wie zum Beispiel Legionellen in Gewässer nutzen.
Mit den Ergebnissen des bundesweiten Forschungsvorhabens „HyReKA“ zu Antibiotikarückständen und resistenten Keimen, das unter anderem erste Eintragspfade beschreibt und untersucht hat, stehen in diesem Jahr zusätzliche Erkenntnisse zur Verfügung, mit denen eine Bewertung von gesundheitlichen Auswirkungen möglich wird. „Unsere künftigen Untersuchungen werden auf diesen Erkenntnissen aufbauen. Das Thema wird uns weiter beschäftigen, weil noch viele Fragen offen sind“, sagt LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen. „Die aktuellen Ergebnisse sind jedoch erst einmal gute Nachrichten.“

Badegewässer in Nordrhein-Westfalen sind von guter Qualität

Die vorläufigen Ergebnisse der regelmäßigen Bewertung aller EG-Badegewässer in Nordrhein-Westfalen nach europäischem Standard liegen vor: Demnach weisen 104 von 108 Messstellen an 82 Badegewässern eine ausgezeichnete Qualität auf. Einzige Ausnahme ist auch hier der Elfrather See in Krefeld, der als mangelhaft bewertet wurde. Ein Grund dafür sind zahlreiche Wasservögel, die das Gewässer verunreinigen. Vor diesem Hintergrund wurde der Elfrather See nun seitens der Stadt Krefeld als EG-Badegewässer abgemeldet. Die Qualität der Badegewässer wird nach den Regeln der europäischen Badegewässerrichtlinie auf Basis der Messwerte der vergangenen vier Jahre beurteilt. Eine offizielle Bewertung der Wasserqualität in Bezug auf die Gesamtkeimzahl ist also nur dann möglich, wenn Daten von vier zurückliegenden Jahren vorliegen. Daher gibt es für den Essener Baldeneysee noch keine Bewertung im Sinne der EU-Richtlinie. Dort wurde erst vor zwei Jahren eine Badestelle eingerichtet.
Zum Schutz der Badenden entnehmen die Überwachungsbehörden (Gesundheitsämter) während der Badesaison alle vier Wochen Wasserproben, die auf mikrobiologische Kenngrößen untersucht werden, um die bakterielle Belastung eines Badegewässers abzuschätzen. Ist die Belastung zu hoch, also der Grenzwert überschritten, wird umgehend ein zeitweiliges Badeverbot ausgesprochen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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