Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Kläranlagen bieten ein riesiges Potenzial zur Wärmerückgewinnung aus Druckluft

In Deutschland bestehen etwa 9.100 Kläranlagen, in denen insgesamt etwa 25.000 Verdichter zur Drucklufterzeugung eingesetzt werden. Markus Leidinger, Aerzener Maschinenfabrik GmbH, gab auf dem Symposium Wasser-Abwasser-Energie auf der TAUSENDWASSER in Potsdam einen Überblick über die Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung aus Druckluft und zeigte ein Beispiel für die praktische Umsetzung anhand der Kläranlage Filderstadt-Bonlanden.

von | 02.04.19

Kläranlage Filderstadt-Bonlanden, Belebungsbecken (Bild: Aerzener Maschinenfabrik GmbH).

In einem Verdichter werden etwa 85 % der eingesetzten elektrischen Energie in nutzbare Wärme umgewandelt, d.h. pro 100 mbar Druckerhöhung erwärmt sich die verdichtete Luft um etwa 10 °C. In dem für Kläranlagen sinnvollen Verdichter-Arbeitsbereich entsteht Druckluft mit einer Temperatur zwischen 60 und 120 °C. Leitet man diese heiße Luft durch einen Wärmetauscher, kann damit Warmwasser für Heizungszwecke erzeugt werden.
Markus Leidinger wies in seinem Vortrag darauf hin, dass eine solche Wärmerückgewinnung sinnvoll ist, wenn sich ein geeigneter Abnehmer für diese Wärme in räumlicher Nähe findet, dessen Bedarf möglichst zeitlich mit der Wärmeentstehung übereinstimmt. Ein solcher Abnehmer kann eine Raumheizung sein oder ein auf dem Gelände befindlicher Klärschlammtrockner.
In der Kläranlage Filderstadt-Bonlanden wurden alte Verdichter durch 4 Drehkolbenverdichter der Reihe Delta Hybrid D 24 S ausgetauscht, von denen jeder mit einer Leistungsaufnahme von 28 kW einen Luftvolumenstrom von 1150 Nm3/h auf 620 mbar bringen kann. Dieses Druckniveau wird aber nur an zwei von drei Klärbecken benötigt, dementsprechend war nur an diesen die Drucklufttemperatur hoch genug für eine lohnende Wärmerückgewinnung. Während die neuen Verdichter alleine schon für eine Energieeinsparung von 9 % (insgesamt 35.000 kWh/a) sorgen, lassen sich mit Hilfe des Wärmetauschers zusätzlich 26 kW an Wärme zurückgewinnen, die zur Raumheizung eingesetzt wird. Insgesamt wurde mit dieser Umrüstung auf die Drehkolbenverdichter inklusive Wärmerückgewinnung eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um rd. 40 t/a erreicht.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Praxisnah am Geschehen – 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft
Praxisnah am Geschehen – 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft

Das 29. Anwenderforum Kleinwasserkraft findet vom 30. September bis 1. Oktober 2026 in Brixen statt. Die Veranstaltung bietet Fachleuten aus Planung, Betrieb und Industrie eine Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und praxisnahe Lösungen rund um die Kleinwasserkraft. Neben Fachvorträgen stehen Networking und Exkursionen zu regionalen Anlagen auf dem Programm.

mehr lesen
Lisa Junghans übernimmt Leitung der Berliner Regenwasseragentur
Lisa Junghans übernimmt Leitung der Berliner Regenwasseragentur

Seit dem 15. Juni 2026 leitet Lisa Junghans die Berliner Regenwasseragentur. Die Klimaanpassungsexpertin übernimmt die Führung der überregional beachteten Servicestelle für wasserbewusste Stadtentwicklung in einer Phase, in der das neue Berliner Klimaanpassungsgesetz wichtige Impulse setzt.

mehr lesen
Lithium aus der Tiefe: Mobile Pilotanlage für heimische Rohstoffe
Lithium aus der Tiefe: Mobile Pilotanlage für heimische Rohstoffe

Forschende des Fraunhofer IEG entwickeln im Projekt RoLiXX Verfahren zur Gewinnung von Lithium aus salzhaltigen Tiefenwässern des Norddeutschen Beckens. Eine mobile Pilotanlage soll die Extraktion unter realen Bedingungen testen und flexibel an unterschiedliche Solezusammensetzungen angepasst werden. Ziel ist es, eine wirtschaftliche und nachhaltige Nutzung heimischer Lithiumressourcen zu ermöglichen.

mehr lesen
Die Wärme liegt im Wasser
Die Wärme liegt im Wasser

Die Technische Hochschule Lübeck untersucht im Forschungsprojekt SCET, ob sich Oberflächengewässer als nachhaltige Wärmequelle für die städtische Energieversorgung nutzen lassen. Mithilfe digitaler Echtzeitmodelle wollen die Forschenden analysieren, wie Wärmepumpen Energie aus Flüssen und Seen gewinnen können, ohne die Gewässerqualität zu beeinträchtigen. Dabei werden Umwelt-, Energie- und Wetterdaten miteinander verknüpft, um die Auswirkungen auf das Gesamtsystem der Stadt zu bewerten. Das Projekt wird mit 3,9 Millionen Euro gefördert.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03