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Klimawandel-Anpassungsstrategien: Verbände fordern schnelles Handeln

Extremwetterereignisse und Klimawandel erfordern nach Auffassung der Verbände BDEW, DVGW, DWA und VKU ein schnelles Handeln von Politik und Gesellschaft, um die zukünftige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland zu sichern. Ein gemeinsames Positionspapier hält dies fest.

von | 26.09.25

In einem Positionspapier fordern die deutschen Branchenverbände schnelles Handeln zur Sicherung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.
Quelle: Pixabay/Aymanejed
Positionspapier Branchenverbände

In dem Positionspapier verdeutlichen die Branchenverbände: „Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits heute spürbar“. Die Wasserwirtschaft stehe angesichts von Extremwetterereignissen – wie Hochwasser, Starkregen, Dürreperioden oder Hitzewellen – vor großen Herausforderungen. Das Verbände-Papier zur Klimawandelanpassung im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung benennt die zentralen Handlungsfelder. Es enthält konkrete Anforderungen an Politik und Gesellschaft. Für „Leben, Wirtschaft und Umwelt“ seien „eine sichere Wasserversorgung und funktionierende Abwasserentsorgung“ unabdingbar.

„Klimaschutz: Energieeffizienz und erneuerbare Energien“

Die Wasserwirtschaft unterstützt laut Papier die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und setzt auf konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung. Dazu zählen Energieeinsparungen, die Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energien. Betriebe der Wasser- und Abwasserwirtschaft haben ihre Energieverbräuche bereits deutlich gesenkt und treiben Projekte zur Klimaneutralität konsequent voran. Wichtig sind dabei faire Rahmenbedingungen – unter anderem durch den Abbau steuerlicher Benachteiligungen sowie die Öffnung von Zertifikations- und Kompensationssystemen für die Branche.

„Klimawandel-Anpassung: Infrastruktur stärken und Nutzungskonflikte vermeiden“

Der Klimawandel verschärft Nutzungskonflikte um die Ressource Wasser. Die öffentliche Wasserversorgung muss dabei Vorrang haben, so die Verbände, da sie zur unverzichtbaren zentralen Daseinsvorsorge gehört. Zugleich sind Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen notwendig – von überregionalen Verbindungen von Wasserversorgungssystemen über moderne Regenwasserbewirtschaftung bis hin zu naturnahen Lösungen wie Gewässer- und Moorrenaturierungen. Diese Maßnahmen erfordern nicht nur beschleunigte Genehmigungsverfahren, sondern auch eine angemessene und dauerhafte Finanzierung, die über kommunale Entgelte allein nicht sichergestellt werden kann.

„Wasserqualität sichern und Belastungen reduzieren“

Neben der Quantität der Ressourcen ist auch die Qualität der Wasserressourcen von entscheidender Bedeutung. Belastete Grundwässer, Quellen und Flüsse stehen nicht oder nur eingeschränkt für die Versorgung zur Verfügung, verursachen immer höhere Aufwände für die Aufbereitung des Trinkwassers und erbringen deutlich weniger Ökosystemdienstleistungen als ökologisch intakte Gewässer. Um die Gewässer vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen, müssen nach Ansicht der Verbände Vorsorge- und Verursacherprinzip in allen Rechtsbereichen stärker verankert und zudem konsequent umgesetzt werden. Dazu gehört, dass die Belastungen durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verringert werden. Außerdem braucht es eine erweiterte Herstellerverantwortung, die auch für die Kosten aufkommt, die bei den Schutz- und Aufbereitungsanforderungen der Wasserversorgung entstehen.

Um Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen und die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, fordern die Verbände für die Wasserwirtschaft die Unterstützung von Bund, Ländern und Kommunen. Sie fordern eine Gemeinschaftsaufgabe „Klimaanpassung“ sowie gezielte Fördermittel – etwa aus Strukturfonds – für dringend erforderliche Investitionen. Mit ihrem gemeinsamen Papier bekräftigen BDEW, DVGW, DWA und VKU: Die Wasserwirtschaft stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels aktiv – braucht dafür aber klare politische Weichenstellungen und finanzielle Unterstützung. Nur so kann die Wasserwirtschaft auch künftig eine sichere Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, zentrale Säulen der Daseinsvorsorge, jederzeit sicher gewährleisten.

 

Zum Positionspapier

 

Die beteiligten Verbände:
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)
Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW)
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA)
Verband kommunaler Unternehmen (VKU)


(Quelle: BDEW)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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