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Neuerscheinung: Arbeitsblatt W 104-1

Das 2004 erstmals vorgelegte Arbeitsblatt W 104: Grundsätze und Maßnahmen einer gewässerschützenden Landbewirtschaftung wurde grundlegend überarbeitet, um einerseits aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschaft Rechnung zu tragen und um andererseits den praktischen Nutzen für die Auswahl und Umsetzung konkreter Maßnahmen im Rahmen einer gewässerschützenden Landbewirtschaftung zu verbessern.

von | 09.06.19

Bild: DVGW

Neben der Betrachtung von möglichen Gewässereinträgen von PSM-Wirkstoffen (inkl. ihrer relevanten und zulassungsrechtlich nicht relevanten Metaboliten), Phosphat, und hygienisch relevante Verunreinigungen konkretisiert das überarbeitete W 104 die Ziele in Bezug auf die Nitratbelastungen der Gewässer.
Neben einer schlagbezogenen Betrachtung der Stickstoffüberschüsse ist die Erfassung einer Hoftorbilanz als Instrument der Erfolgskontrolle für das Stickstoffmanagement im landwirtschaftlichen Betrieb sehr bedeutend. Unter Berücksichtigung möglicher gasförmiger Stickstoffverluste eines Betriebes (Stall-, Lagerungs- und Ausbringungsverluste) ergibt sich als Zielwert für den Gewässerschutz ein tolerierbarer Stickstoffsaldo der Hoftorbilanz von < 60 kg/ha (brutto) als gleitender dreijähriger Mittelwert.
Wird dieser Zielwert eingehalten, lassen sich unter den allermeisten Standortbedingungen Nitratkonzentrationen im Sickerwasser von max. 50 mg/L erreichen und damit der wasserrechtlich verbindlich vorgegebene Schwellenwert für Nitrat im Grundwasser einhalten.
Zur Erreichung der Ziele, die Schutzgüter Boden und Gewässer (Grundwasser und Oberflächengewässer) vor stofflichen und hygienischen Belastungen zu schützen, konkretisiert das Arbeitsblatt die Anforderungen des Gewässerschutzes an die Landbewirtschaftung und beinhaltet Maßnahmen und Handlungsempfehlungen, mit denen die wasserrechtlich vorgegebenen Qualitätsziele erreicht werden können. Erheblich ausgeweitet wurden die Aussagen zur organischen Düngung, zum Pflanzenschutz sowie der Bereich Erwerbsgartenbau.
Im konkreten Einzelfall ist unter besonderer Berücksichtigung der regionalen Standort- und Nutzungsverhältnisse zu entscheiden, welche der aufgeführten Maßnahmen zur Erreichung der Gewässerschutzziele geeignet sind. Diese sind zielgerichtet auszugestalten und umzusetzen.
Das Arbeitsblatt bezieht sich sowohl auf die landwirtschaftlichen Flächenkulturen als auch auf den Erwerbsgartenbau und den Anbau von Dauerkulturen. Das Arbeitsblatt richtet sich an alle Akteure der Wasser- und Landwirtschaft (z. B. Behörden, Beratung, Gartenbauer, Landwirte, Wasserversorger). Zum Regelwerk W 104-1

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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