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2,6 Mrd. Euro für Versicherungsschäden durch Extremwetterereignisse

Die Interministerielle Arbeitsgruppe Anpassungsstrategie der Bundesregierung hat den Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) vorgelegt – mit alarmierenden Ergebnissen. So zahlte die Versicherungswirtschaft in 2018 insgesamt 2,6 Mrd. € für Schäden durch Stürme, Hagel und Starkregen.

von | 06.12.19

In 2008 legte die Bundesregierung unter Federführung des Bundesumweltministeriums die DAS vor, die als Daueraufgabe etabliert ist und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Sie stützt sich auf ein Netzwerk von 28 Bundesbehörden. Der nun veröffentlichte Monitoringbericht 2019 ist der zweite seiner Art, der erste Monitoringbericht wurde 2015 vorgelegt. Er unterlegt die Wirkungen des Klimawandels mit wissenschaftlich gesicherten Daten und informiert die Öffentlichkeit sowie Entscheidungsträger*innen in allen Gesellschaftsbereichen über die beobachteten Folgen des Klimawandels. Diese sind aufgegliedert in insgesamt 15 Handlungsfelder, die in verschiedenen Clustern gebündelt sind. Der Cluster „Wasser“ beinhaltet die Handlungsfelder „Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft, Küsten- und Meeresschutz“ sowie „Fischerei“. In jedem Handlungsfeld wird unterschieden nach Impact-Indikatoren, die Auswirkungen des Klimawandels beschreiben, und Response-Indikatoren, das sind Anpassungsmaßnahmen oder Aktivitäten oder Bedingungen, die den Anpassungsprozess unterstützen. Im Handlungsfeld „Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft, Küsten- und Meeresschutz“ wurden die Impact-Indikatoren Grundwasserstand, mittlerer Abfluss, Hochwasser, Niedrigwasser, Wassertemperatur des Meeres, Meeresspiegel und Intensität von Sturmfluten im Laufe des Jahres 2019 überarbeitet. Bei den Response-Indikatoren wurden die Themenfelder Hochwasserschutz und Uferbewuchs von kleinen und mittelgroßen Gewässern neu aufgenommen.

Vermehrte Sommertrockenheit, steigende Meeresspiegel und mehr Sturmfluten

Der Klimawandel äußert sich bundesweit unter anderem dadurch, dass Monate mit unterdurchschnittlich niedrigen Grundwasserständen häufiger werden und in den Sommerhalbjahren die mittleren Abflusshöhen von Fließgewässern signifikant zurück gehen. Damit nimmt die Verfügbarkeit von Wasser im Sommer signifikant ab. Das gilt insbesondere auch für die Bodenwasserversorgung. Die Beobachtung der Hochwasserereignisse lies weder für das Winter- noch für das Sommerhalbjahr einen eindeutigen Trend erkennen. Eindeutiger zeigte sich der Klimawandel in den Pegelständen von Nord- und Ostsee und der auf den Anstieg der Meeresspiegel zurück geführten Erhöhung der Intensität von Sturmfluten.

Erstmalige Erfassung von Starkregenereignissen in Siedlungsbereichen

Neben dem Cluster „Wasser“ sind Auswirkungen des Klimawandels im Zusammenhang mit Wasser auch in anderen Handlungsfeldern erfasst wie beispielsweise im Handlungsfeld „Verkehr, Verkehrsinfrastruktur“ und im Handlungsfeld „Energiewirtschaft“. Der Impact-Indikator Starkregen wurde neu in das Handlungsfeld „Bauwesen“ aufgenommen. Zu diesem Handlungsfeld gehört auch der Indikator Schadenaufwand in der Sachversicherung. Zur vorab genannten Höhe der Versicherungsschäden ist anzufügen, dass die Versicherungsdichte in den letzten Jahren zwar gestiegen ist, aber mit derzeit 43 % bei der Gebäudeversicherung und 24 % bei der Hausratversicherung noch relativ gering ist. Das bedeutet auch, dass die monetären Schäden durch den Klimawandel wahrscheinlich viel höher sind als der anfangs zitierte Wert von 2,6 Mrd. €.
Der gesamte Monitoringbericht 2019 ist frei zum Download erhältlich unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/monitoringbericht-2019.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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