Zwei der längsten Untersee-Tunnel Australiens sind fertiggestellt worden. Sie markieren einen weiteren bedeutenden Bauabschnitt für die 2,8 Milliarden US-Dollar teure Alkimos Seawater Desalination Plant (ASDP) der Cook-Labor-Regierung.
Die separaten Tunnel – ein 2,5 km langer Zulauf und ein 4 km langer Auslauf – erstrecken sich jeweils 1,6 km und 3 km vor die Küste. Sie leiten Meerwasser in die Anlage und führen die Sole sicher zurück ins Meer. Damit sind es die längsten Zu- und Ableitungstunnel für eine Entsalzungsanlage in Australien.
Tunnelvortrieb: Präzision unter dem Meeresboden
In den vergangenen 15 Monaten haben die Tunnelbohrmaschinen „Mary“ und „Karli“ täglich bis zu 50 Meter vorangetrieben – in 20 Metern Tiefe unter dem Meeresboden. Dabei wurden rund 32.000 lokal gefertigte Betonsegmente eingebaut.
Die Maschinen waren rund 176 Meter lang – etwa so lang wie 15 Busse – und verfügten über Arbeitsbereiche, Essenszonen und Toiletten für zehnköpfige Crews. Interne Züge transportierten Personal, Equipment und Material durch die Tunnel. Ein rotierender Schneidkopf bewältigte Gestein, das sechsmal härter ist als Beton.
Logistik und Technologie: Hochpräzise Steuerung
Moderne Führungstechnologien mit Lasern, Sensoren und Echtzeit-Positionsdaten ermöglichten hochpräzise Vortriebe unter dem Meeresboden. Die Maschinen arbeiteten im 24/7-Betrieb mit rotierenden 12-Stunden-Schichten.
Die Benennung der Maschinen spiegelt kulturelle und symbolische Bezüge wider: „Mary“ erinnert an die Prophetin Mary, eine antike Alchemistin, die mit der Reinigung und Destillation von Flüssigkeiten verbunden ist. „Karli“ stammt aus der Sprache der Whadjuk Noongar und bedeutet „Boomerang“ – eine Anerkennung der kulturellen Verbindung zur Region Alkimos.
Marine Infrastruktur: Spezialbargen und Offshore-Strukturen
Zwei schwimmende Plattformen, sogenannte Jack-up-Bargen, installierten die Untersee-Strukturen vor der Küste von Alkimos: zwei 12 Meter breite Zulaufstrukturen in 1,6 km Entfernung sowie einen 130 Meter langen Auslaufdiffusor in 3 km Entfernung.
Die größere Barge „Beverley“ ist Australiens größte registrierte Jack-up-Barge – mit 3.800 Tonnen Gewicht, 78 Meter hohen Beinen, einem 400-Tonnen-Kran, Helideck und Unterkünften für mehr als 50 Arbeiter.
Kapazität und Zukunftssicherung
Jeder Tunnel ist so dimensioniert, dass er zukünftige Erweiterungen über die erste Ausbaustufe hinaus ermöglicht. Diese erste Stufe sieht eine Kapazität von 50 Milliarden Litern Trinkwasser pro Jahr vor – genug, um mehr als 2,5 Millionen Menschen in Western Australia zu versorgen und die Abhängigkeit von klimabelasteten Grundwasserressourcen zu verringern.
Nächste Schritte: Fit-out und Inbetriebnahme 2028
Der Fokus des Gesamtprojekts verlagert sich nun auf den Innenausbau der Gebäude sowie den Beginn der elektrotechnischen und mechanischen Arbeiten auf dem 29 Hektar großen Gelände.
Mit Abschluss der Tunnel- und Marinearbeiten sowie weit fortgeschrittenen Pipeline- und Geländearbeiten bleibt die Anlage auf Kurs, 2028 vollständig in Betrieb zu gehen.
Quelle: Water Company











