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Klimaneutraler Kanalbau in Lindenberg, Thüringen

Im Rahmen der abwasserseitigen Erschließung des Ortsteils Lindenberg haben die Wasserwerke Sonneberg am 29.8.2025 ein Bauherrnzertifikat für den Einsatz eines klimaneutralen Kanalrohrsystems erhalten. Mit dem zertifizierten Produkt AWADUKT nevoPP aus dem Hause REHAU kommt im laufenden Bauabschnitt ein innovatives Material zum Einsatz, das dem Anspruch der Wasserwerke an nachhaltiges Bauen gerecht wird.

von | 12.09.25

Die symbolische Übergabe des Bauherrnzertifikats durch REHAU fand an der Baustelle in Lindenberg statt.
Quelle: Rehau
Klimaneutral; Rehau; Thüringen; Kanal

Im Rahmen der abwasserseitigen Erschließung des Ortsteils Lindenberg in Südthüringen kommt ein klimaneutrales Kanalrohrsystem zum Einsatz. Die Maßnahme ist Teil des 3. Bewirtschaftungszyklus (2022–2027) der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und gilt als eine der wichtigsten Umsetzungen innerhalb des Abwasserbeseitigungskonzeptes des WAZ Sonneberg. Mit der Anbindung Lindenbergs wird die letzte Anliegerortschaft an der Föritz nahezu vollständig an die zentrale Kläranlage Sonneberg angeschlossen.

Das Baugebiet grenzt an die Föritzaue, einem streng geschützten FFH-Gebiet und bedeutenden Trinkwassereinzugsraum für mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Landkreis Sonneberg. Der Schutz dieses sensiblen Naturraums und die nachhaltige Nutzung des Grundwassers stehen für die Wasserwerke Sonneberg im Zentrum ihrer Planungs- und Investitionsentscheidungen.

Abwasserseitige Erschließung in zwei Bauabschnitten

Die abwasserseitige Erschließung erfolgt in zwei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt, der im Februar 2025 begonnen hat, soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Vorausgesetzt, die Fördermittelbereitstellung durch EU und Freistaat Thüringen erfolgt wie geplant, wird ab 2027 der zweite Abschnitt realisiert – ebenfalls mit rund zwei Jahren Bauzeit.

Im ersten Bauabschnitt werden insgesamt verbaut:

  • 1.000 m Schmutzwasserkanal DN 200
  • 815 m Regenwasserkanal DN 250–DN 400
  • 970 m Trinkwasserleitung DN 125
  • 750 m Hausanschlussleitungen

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,8 Mio. € im Abwasserbereich sowie 608.000 € im Trinkwasserbereich. Fördermittel des Freistaates Thüringen im Rahmen des Abwasserpakts decken 950.000 € der Abwasserkosten.

Die technische Planung verantwortet das Ingenieurbüro sthp aus Suhl, die örtliche Bauüberwachung das Büro Ingenieurdienste Röpcke aus Sonneberg. Die Bauausführung liegt bei der STRABAG AG, Direktion Sachsen/Thüringen, Niederlassung Auengrund.

Das Ziel: wartungsarme Infrastrukturen

Die Wasserwerke Sonneberg setzen bereits seit über zwei Jahrzehnten auf nicht korrosive Werkstoffe wie Kunststoff- oder Steinzeugrohre, um langlebige und wartungsarme Infrastrukturen zu gewährleisten. Ein vollwandiges PP-Kanalrohr hat sich dabei über viele Jahre bewährt und wurde auch bei dieser Maßnahme regulär ausgeschrieben. Als Nebenangebot wurde das neue Kanalrohr AWADUKT nevoPP des Herstellers REHAU angeboten. Es gilt als 100 % klimaneutral. Die Entscheidung fiel zugunsten dieses Systems, um neben der technischen Qualität auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

„Für die Wasserwerke Sonneberg ist es selbstverständlich, bei Infrastrukturprojekten nicht nur funktionale, sondern auch ökologische Maßstäbe anzulegen. Die Entscheidung für ein klimaneutrales System ist ein Ausrufezeichen für unsere Innovationsbereitschaft“, sagt Bernd Hubner, Werkleiter Wasserwerke Sonneberg.

Die symbolische Übergabe des Bauherrnzertifikats durch REHAU fand an der Baustelle in Lindenberg statt. Es war somit ein sichtbares Zeichen für zukunftsorientiertes Handeln im kommunalen Tiefbau.


Quelle: Rehau

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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