Lachgas gehört zu den stärksten, aber oft übersehenen Treibhausgasemissionen von Abwasserreinigungsanlagen. Es verbleibt über 100 Jahre in der Atmosphäre und hat ein 250- bis 300-mal höheres Erwärmungspotenzial als CO₂.
„Die Bedeutung der Reduktion von Lachgas aus Kläranlagen wird häufig unterschätzt, obwohl diese Emissionen – vorwiegend aus der biologischen Reinigungsstufe – einen erheblichen Anteil am CO₂-Äquivalent ausmachen“, sagt Gerd Rabenstein, COO von CTP Air Pollution Control GmbH.
Auch in der Abwasserreinigungsanlage ARA Bern wurden jährlich über 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalente an Lachgas (N₂O) in der biologischen Reinigungsstufe und der Faulwasserbehandlung freigesetzt. Dies entspricht rund 80 % der gesamten Treibhausgasemissionen der Anlage. Mit der Inbetriebnahme einer Regenerativen-Thermischen Oxidationsanlage (RTO) von CTP Air Pollution Control im August 2025 lassen sich diese Emissionen nun nahezu vollständig eliminieren. Ein entscheidender Beitrag für die Zielsetzung „Netto-Null“ in Kläranlagen. Bei der in Bern eingesetzten Anlage handelt es sich um eine maßgeschneiderte Lösung, die speziell auf die Anforderungen der Kläranlage ausgelegt wurde. Drei keramische Wärmespeicher arbeiten im Wechselbetrieb und gewinnen die Abluft-Wärme nahezu vollständig zurück.
RTO-Technologie
In der Brennkammer werden Lachgasmoleküle bei hohen Temperaturen in Stickstoff und Sauerstoff zerlegt.
„Katalytische Verfahren stoßen an Grenzen, da Katalysatoren vergiftet werden können und nur geringe Standzeiten erreichen“, erläutert Rabenstein. „Mit unserer robusten Lösung wird das Lachgas nahezu vollständig abgebaut.“
Dank regenerativer Wärmetauscher arbeitet die Anlage hocheffizient; beim Einsatz von Biogas als Brennstoff ist sogar klimaneutraler Betrieb möglich. Die Schweizer Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation „KliK“ unterstützt bereits mehrere Projekte zur Reduktion von Lachgas in Kläranlagen und würdigte unlängst die RTO-Anlage in Bern als vorbildliches Beispiel
Kompakte Containerlösung

Die DeNitroBox (© CTP)
Für kleinere Anlagen bietet CTP die kompakte „DeNitroBox“ – eine containerisierte Plug-and-Play-Lösung mit 90 % N₂O-Reduktion bei minimalem Energieeinsatz.
„Länder wie die Schweiz oder Dänemark setzen bereits erste Vorgaben zur N₂O-Reduktion. Wir können als Technologieführer eine ausgereifte und bewährte Technologie dafür anbieten“, so Rabenstein.
Quelle: CTP / IFAT 2026 in München – Halle A4, Stand 138










