Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Filtersystem für Mikroplastik erhält Umwelttechnikpreis

Das Mikroplastik-Filtersystem Sportfix Clean von Hauraton hat den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg erhalten. Das Filtersystem für den Einbau auf Sportplätzen mit Kunstrasenflächen hält selbst kleinste Partikel von Mikroplastik, Schadstoffen und Schwermetallen aus den Entwässerungsabflüssen zurück.

von | 27.07.19

Das Filtersystem Sportfix Clean von Hauraton für den Einbau auf Sportplätzen mit Kunstrasenflächen

Die Auszeichnung für das Mikroplastik-Filtersystem Sportfix Clean wurde am 16. Juli 2019 in der Schwabenlandhalle in Fellbach verliehen. Das System konnte sich als Sieger in der Kategorie „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“ durchsetzen.
„Das Filtersystem von Hauraton bietet eine einfach umzusetzende Lösung, um den beträchtlichen Austrag von Mikroplastik aus Kunstrasen-Sportplätzen zu verhindern“, würdigte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller die Neuentwicklung aus dem badischen Familienunternehmen.
Sie ist deshalb so wirkungsvoll, weil die Nachfrage nach Kunstrasen-Sportplätzen mit etwa 3.000 neuen Plätzen jährlich weltweit (davon 1.000 in Europa) sehr hoch ist. „Unsere Lösung kann nicht nur bei neuen Plätzen eingebaut, sondern auch bei bestehenden nachgerüstet werden und damit viel für die Umwelt tun“, betonte Hauraton-Geschäftsführer Marcus Reuter. „Als Spezialisten für Entwässerungssysteme ist es uns wichtig, einen Beitrag für eine saubere Umwelt zu leisten und uns für Forschung und Entwicklung stark zu machen. Die Auszeichnung freut uns riesig und spornt uns an, weitere Ideen für neue Umwelttechnologien zu verfolgen.“

Mikroplastikaustrag eines Kunstrasenplatzes

Da die Filtration im System mit der Linienentwässerung kombiniert wird, verursacht sie nur geringe Mehrkosten. Der Mikroplastikaustrag eines Kunstrasenplatzes beträgt jährlich etwa 250 bis 300 kg – zum einen verursacht durch das Granulat, das als Infill-Material auf der Oberfläche die Verletzungsgefahr der Sportler minimieren soll, zum anderen durch abbrechende oder sich lösende Kunststoffhalme. Über Niederschläge, künstliche Bewässerung, Pflegemaßnahmen oder einfach aufgrund der Nutzung durch die Sportler gelangen diese Mikroplastikpartikel letztlich fragmentiert in den Nahrungskreislauf, wenn sie nicht wie bei Sportfix Clean zurückgehalten werden. Zusätzlich zur Filterrinne am Spielfeldrand können weitere Zonen zum Auffangen der Mikroplastik-Teilchen eingerichtet werden. So ist es sinnvoll, einen Sammelplatz für abgeschobenen Schnee mit dem Filtersystem auszustatten. Ebenso steht mit dem Sportfix Clean System eine Lösung zur Verfügung, das von der Kleidung und den Schuhen der Sportler ausgetragene Mikroplastik-Material zurückzuhalten.

Umweltverträgliches, frostbeständiges Substrat

Die dafür erforderlichen Entwässerungs-Rinnenkörper lassen sich entlang des Kunstrasenfelds und der weiteren Sammelzonen einfach einbauen. Sie bestehen aus recyceltem und recyclingfähigem Polypropylen. Das Rinnensystem hat deshalb das Umweltsiegel „Blauer Engel“ erhalten. Nach dem Einbau der Rinnen werden vorkonfektionierte Drainagerohre entlang der Rinnensohle eingefügt. Anschließend wird ein umweltverträgliches, frostbeständiges Substrat aus gebrochenem Naturgestein eingestreut. Die Wirksamkeit und dauerhafte Funktion dieses Substrats ist durch Langzeittests nachgewiesen. Reuter betont dazu: „Das Substrat ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit – vor allem mit Partnern aus Wissenschaft und Technik. Wir haben hierfür hohe Investitionen über lange Zeiträume getätigt und sind jetzt sicher, dass unser System absolut zuverlässig funktioniert.“ Die rund um das Spielfeld entstehende Filterfläche summiert sich je nach Bauweise des Sportplatzes auf 20 bis 40 m2. Dadurch kann Sportfix Clean große Feststoffmengen aufnehmen.
Die Oberflächenfiltration und das speziell entwickelte Substrat, das auch kleinste Partikelfraktionen (>0,45 µm) aufnehmen und zurückhalten kann, machen das System wartungsarm. In der Regel reicht es aus, den gesammelten Austrag alle drei bis fünf Jahre von der Filteroberfläche zu entfernen und einen kleinen Teil an der Oberfläche des Substrats auszutauschen. Fabian Reuter, Ideengeber und Initiator des Produktsortiments, unterstreicht: „Für Betreiber ist damit eine längerfristige Investitionssicherheit gewährleistet. Selbst beim Austausch des Kunstrasenbelages kann das Filterrinnensystem erhalten und weiterverwendet werden, gleichgültig welche Kunstrasenart zum Einsatz kommt.“
Das System funktioniert auch bei Starkregenereignissen und ist trockenfallend. Das bedeutet, dass der Rinnenfilter nicht im Dauereinstau mit Wasser gefüllt ist und so die Rücklösung von Schadstoffen und das Verkeimen verhindert wird. Das durch Sportfix Clean gereinigte Wasser kann zur Bewässerung von Spiel- oder Grünflächen verwendet werden, wodurch sich Trinkwasser einsparen lässt.

Der Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg vergibt alle zwei Jahre den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg für hervorragende und innovative Produkte und Verfahren in der Umwelttechnik.
Das Preisgeld beträgt 100.000 Euro und wird auf vier Kategorien und einen Sonderpreis der Jury verteilt. Die Kategorien gliedern sich in „Energieeffizienz“, „Materialeffizienz“, „Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“ und „Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Industrie 4.0“. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Baden-Württemberg. Ausgezeichnet werden Produkte, die einen bedeutenden Beitrag zur Ressourceneffizienz und Umweltschonung leisten, kurz vor der Markteinführung stehen oder nicht länger als zwei Jahre am Markt sind.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Mehr Daten, mehr Risiko? Der Umgang mit sensiblen Infrastrukturinformationen
Mehr Daten, mehr Risiko? Der Umgang mit sensiblen Infrastrukturinformationen

Wie viel Transparenz ist bei kritischen Infrastrukturen noch verantwortbar? Angesichts neuer technologischer Möglichkeiten wächst die Herausforderung, öffentlich zugängliche Informationen vor Missbrauch zu schützen. Der BDEW plädiert deshalb für ein Umdenken: Bestehende Regelungen sollen überprüft und so weiterentwickelt werden, dass sie sowohl Informationsansprüche als auch Sicherheitsanforderungen gleichermaßen berücksichtigen.

mehr lesen
Wege zu bezahlbarem Wasser in Megastädten
Wege zu bezahlbarem Wasser in Megastädten

Bis 2050 wird fast die Hälfte der städtischen Bevölkerung weltweit mit Wasserknappheit konfrontiert sein. Eine internationale Studie zeigt am Beispiel der indischen Millionenstadt Pune, dass besonders arme Haushalte während mehrjähriger Dürren bei der Wasserversorgung stark benachteiligt sind – trotz zahlreicher Verbesserungsmaßnahmen.

mehr lesen
Fraunhofer IEG und Wuppertaler Stadtwerke starten Machbarkeitsstudie zu Geothermie
Fraunhofer IEG und Wuppertaler Stadtwerke starten Machbarkeitsstudie zu Geothermie

Die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) setzen die Zusammenarbeit bei der geowissenschaftlichen Erkundung der tiefen Geothermie in Wuppertal fort. Ziel ist eine fundierte Machbarkeitsstudie für die Nutzung von Wärme aus mehreren tausend Metern Tiefe. Denn Erdwärme kann eine klimafreundliche und zukunftssichere Energiequelle für die städtische Wärmeversorgung darstellen.

mehr lesen
FlashPhos: Phosphor für die Industrie gewinnen
FlashPhos: Phosphor für die Industrie gewinnen

Abfall aus Kläranlagen entsorgen und gleichzeitig weißen Phosphor gewinnen: Wie das funktioniert, zeigt das neue thermochemische Verfahren FlashPhos. Es ist derzeit die einzige Technologie in Europa, die es ermöglicht, diesen wichtigen Rohstoff umweltfreundlich, effizient und kostengünstig für industrielle Anwendungen herzustellen. Ein europaweites Konsortium hat unter Koordination der Universität Stuttgart die FlashPhos-Technologie erforscht und entwickelt.

mehr lesen
Die unbekannte Insel in der Antarktis
Die unbekannte Insel in der Antarktis

Ein 93-köpfiges internationales Expeditionsteam erforscht seit Februar an Bord des Eisbrechers Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts das nordwestliche Weddellmeer in der Antarktis. In dieser Schlüsselregion für globale Meeresströmungen standen der Ausstrom von Eis und Wasser aus dem Larsen-Schelfeis-Gebiet sowie der erstaunliche Meereisrückgang der letzten Jahre im Fokus. Als wegen der rauen Wetterbedingungen die Forschungsarbeiten unterbrochen werden mussten, um im Windschatten von Joinville Island Schutz zu suchen, wurden Wissenschaft und Schiffscrew von dem plötzlichen Auftauchen einer Insel überrascht, die zuvor auf den vorhandenen Seekarten lediglich als Gefahrenzone verzeichnet war.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Ingenieurbüro Alwin Eppler GmbH & Co. KG

Thema: Wasseraufbereitung

Ihr vertrauensvoller Partner für innovative Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung – seit über 70 Jahren Expertise in Planung und Umsetzung maßgeschneiderter

Weber-Ingenieure GmbH

Themen: Abwasserbehandlung | Netze

Abwasserbehandlung, Baumanagement, Infrastruktur und Stadtentwässerung, Ingenieurbau, Konversion und Abfall, Technische Ausrüstung, Wasserbau,

SUMA Rührtechnik GmbH

Thema: Abwasserbehandlung

Seit 1957 entwickelt und produziert SUMA Rührwerke für eine Vielzahl von Anwendungen und Branchen. Aufbauend auf unseren Wurzeln im Agrarsektor haben wir uns zu einem Anbieter von Rührtechnik für den Wasser- und Abwasserbereich, Biogas und viele weitere Industriebereiche entwickelt. In den

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03