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UV-Licht gegen Legionellen

Der Wasserverband Eifel-Rur hat auf der Kläranlage Düren im Dezember 2018 eine UV-Bestrahlungsanlage in Betrieb genommen, die am Ablauf der KA hinter der Flockungsfiltration angeordnet ist. Durch die Bestrahlung mit UV-Licht sollen im Ablauf befindliche Legionellen und weitere Mikroorganismen weitestgehend eliminiert und damit der Unterlauf der Rur geschützt werden.

von | 20.03.19

Eines der 12 Kammern der Flockungsfiltration der Kläranlage Düren nachgeschaltetes UV-Modul mit 32 eingefügten UV-Lampen (siehe unteren Bereich des Fotos). (Fotograf: Marcus Seiler)

Der Bau der Anlage war notwendig geworden, da gegen Ende des Jahres 2017 und im Jahr 2018 wiederholt erhöhte Legionellen-Konzentrationen im Ablauf der Kläranlage festgestellt worden waren, die teilweise deutlich oberhalb der NRW-Warnwerte lagen. In diesem Zusammenhang waren auch Nutzungseinschränkungen für das Wasser der Rur verfügt und Warnungen an Wassersportler und die Bevölkerung kommuniziert worden. Das Einatmen bestimmter Legionellen-Stämme über feinste Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, kann zu Lungenentzündung und unter ungünstigen Umständen auch zum Tod führen.
Das Vorkommen von Legionellen im Zulauf und auf der Kläranlage Düren ist im Wesentlichen den dortigen hohen Abwassertemperaturen und der hohen Fracht leicht abbaubarer Kohlenstoffverbindungen geschuldet, die optimale Bedingungen für Legionellen bieten. Obwohl für die Legionellen-Vorkommen ein konkreter Verursacher ermittelt werden konnte, der selbst entsprechende Gegenmaßnahmen ergriff, ist auch in Zukunft nicht ausgeschlossen, dass es immer wieder zu Legionellen-Belastungen kommen kann.
Die Errichtung der UV-Bestrahlungsanlage erfolgte in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln, die einen durchschnittlichen Wirkungsgrad der Anlage von 95 % vorgab. Die Anlage besteht aus 12 Einzelmodulen mit jeweils 32 UV-Strahlern, die den jeweiligen Filterzellen nachgeschaltet sind. Hierdurch wird sichergestellt, dass immer der volle Abfluss der KA Düren (bis zu 6.000 m³/h) behandelt werden kann, aber umgekehrt auch nur die UV-Einheiten betrieben werden, die auch wirklich benötigt werden.
Die Anlage ging nach nur 10-monatiger Planungs- und Bauzeit in Betrieb. Die Investitionskosten der Anlage belaufen sich auf 1,4 Mio. €. Im Zuge der Installation der UV-Anlage, die im laufenden Betrieb erfolgte, wurde auch diese nach 25jährigem Betrieb einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Dazu wurden die Rohrleitungen und Armaturen sowie die Filterdüsen in den Filterkammern ersetzt. Dieses Teilprojekt verursachte Kosten in Höhe von knapp 3,3 Mio. €. Mit der Sanierung der Filtration wurde damit ein wichtiger Schritt der in der nächsten Zeit anstehenden Reinvestitionsmaßnahmen zum Erhalt der KA Düren, deren Bausubstanz aus den 1970er und 1990er Jahren besteht, getan.
Zu Jahresbeginn 2019 ergaben sich drei weitere signifikante Legionellen-Befunde auf der Kläranlage. Diese konnten durch die UV-Anlage erfolgreich im geforderten Maß eliminiert werden, sodass die Anlage damit ihre Leistungsfähigkeit im Belastungsfall unter Beweis stellte. Durch die UV-Anlage kann somit ein wirksamer Schutz der Unterlieger der Kläranlage dauerhaft gewährleistet.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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