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München beendet Wassersparauflagen nach sinkendem Verbrauch

Die Landeshauptstadt München verlängert ihre Allgemeinverfügung zur Wassernutzung nicht. Nachdem der Trinkwasserverbrauch zurückgegangen ist, laufen auch die Wassersparanordnung der Stadtwerke München (SWM) sowie die damit verbundenen Einschränkungen aus. Die Versorgungssituation bleibt aufgrund der anhaltenden Trockenheit jedoch angespannt.

von | 05.08.26

Seit dem 1. August sind die Wassersparanordnungen der Stadt München nicht mehr in Kraft.
Foto: Nishat Samadzai / Unsplash

München verzeichnet eine Entspannung beim Trinkwasserverbrauch. Nach Angaben der Stadtwerke München (SWM) ist der tägliche Wasserverbrauch seit Inkrafttreten der Allgemeinverfügung zur Wassernutzung am 14. Juli im Durchschnitt auf rund 330 Millionen Liter pro Tag gesunken. Vor diesem Hintergrund verlängert die Landeshauptstadt die bis zum 1. August geltende Allgemeinverfügung nicht. Gleichzeitig endet auch die Wassersparanordnung der SWM.

Die Allgemeinverfügung hatte seit dem 14. Juli unter anderem das Befüllen privater Pools, die Bewässerung von Rasenflächen, das Waschen von Fahrzeugen außerhalb gewerblicher Waschanlagen sowie weitere wasserintensive Nutzungen eingeschränkt. Sie war laut der Stadt München erforderlich geworden, da die Wassergewinnung aufgrund der derzeit bestehenden Niedrigwassersituation stark eingeschränkt ist und der tägliche Wasserverbrauch zeitweise auf über 400 Millionen Liter pro Tag angestiegen war.

Wasserwirtschaft profitiert von gesunkenem Trinkwasserverbrauch

Die Verbrauchswerte schwanken zwar weiterhin wetterbedingt, zeigen insgesamt jedoch einen rückläufigen Trend. Für die kommenden Tage rechnen die SWM aufgrund der sommerlichen Temperaturen zwar mit einzelnen Verbrauchsspitzen. Im Durchschnitt erwarten sie jedoch eine weitere Entlastung, da mit Beginn der Sommerferien ein geringerer Wasserbedarf prognostiziert wird.

Die Wassersparanordnung galt nicht nur für das Stadtgebiet München, sondern auch für die Gemeinden und Ortsteile der Region, die durch die SWM mit Trinkwasser versorgt werden.

Trockenheit belastet Grundwasser und Quellen weiterhin

Trotz der Aufhebung der Einschränkungen sehen die SWM weiterhin Handlungsbedarf. Das Wasserdargebot der Hangquell- und Grundwasserfassungen bleibt aufgrund der geringen Niederschläge der vergangenen 18 Monate auf niedrigem Niveau. Die SWM appellieren deshalb an die Bevölkerung, Trinkwasser weiterhin bewusst und sparsam zu nutzen.

Auch die hydrologischen Daten bestätigen die angespannte Lage. Nach dem Niedrigwasser-Lagebericht des Bayerischen Landesamtes für Umwelt vom 24. Juli 2026 weist das laufende Abflussjahr ein Niederschlagsdefizit von rund 32 % auf. Bereits das Jahr 2025 verlief deutlich zu trocken. Gleichzeitig wurde im Juni 2026 die bislang längste Hitzewelle seit Beginn der Aufzeichnungen registriert.

Grundwasserneubildung deutlich eingeschränkt

Die Kombination aus lang anhaltender Trockenheit und außergewöhnlich hohen Temperaturen reduziert die Grundwasserneubildung erheblich. Dies wirkt sich sowohl auf Quellen und oberflächennahe Grundwasserleiter als auch auf Fließgewässer aus.

Aktuell weisen 81 % der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen sowie 74 % der Messstellen tieferer Grundwasserstockwerke in Bayern niedrige Wasserstände auf. Die natürlichen Wasserressourcen stehen damit weiterhin unter erheblichem Druck.

Langfristige Strategien für eine resilientere Wasserversorgung

Nach Angaben der SWM bleibt es Aufgabe der Wasserbewirtschaftung, Wassergewinnung und Wasserverbrauch dauerhaft in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Sollte sich die Versorgungslage erneut verschärfen, schließen die Stadtwerke eine erneute Wassersparanordnung nicht aus.

Parallel arbeiten die Landeshauptstadt München und die SWM an einer langfristigen Strategie zur Sicherung der Trinkwasserversorgung unter sich verändernden klimatischen Rahmenbedingungen. Untersucht werden unter anderem Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung bestehender Wasserressourcen, ein verbessertes Verbrauchsmanagement, Investitionen in die Infrastruktur sowie wasserrechtliche Handlungsoptionen.

Langfristige Anpassungsstrategien sind gefordert

Die Aufhebung der Wassersparauflagen zeigt, dass kurzfristige Verbrauchssteuerung zur Stabilisierung der Wasserversorgung beitragen kann. Gleichzeitig verdeutlichen die hydrologischen Kennzahlen, dass die Wasserwirtschaft auch künftig auf längere Trockenperioden vorbereitet sein muss. Neben einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wasserressourcen gewinnen langfristige Anpassungsstrategien für Versorgungssicherheit und Klimaanpassung weiter an Bedeutung.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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