Die Wasserwirtschaft steht angesichts zunehmender Trockenperioden vor wachsenden Herausforderungen. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zeigt, dass 64 Prozent der Befragten kommunale Eingriffe in den privaten Wasserverbrauch bei Wasserknappheit grundsätzlich befürworten. Hintergrund sind anhaltende Niederschlagsdefizite und lokale Nutzungseinschränkungen in zahlreichen Kommunen.
Wasserwirtschaft: Kommunale Maßnahmen stoßen auf breite Zustimmung
Nach Angaben des Deutschen Städtetags mussten inzwischen rund 80 Kommunen Allgemeinverfügungen zur Wassernutzung erlassen. Ziel ist es, die verfügbaren Wasserressourcen in Trockenperioden zu sichern und die öffentliche Wasserversorgung zu entlasten.
Ein prominentes Beispiel war die Landeshauptstadt München. Dort galten zeitweise Einschränkungen für die Befüllung privater Pools, den Betrieb von Rasensprengern sowie die Wasserentnahme aus Flüssen und Seen. Die Maßnahmen wurden mit einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühjahr begründet und Anfang August wieder aufgehoben.
Deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen
Während insgesamt 64 % der Befragten kommunale Regulierungen unterstützen, zeigen sich deutliche Unterschiede nach Alter. Unter den über 65-Jährigen liegt die Zustimmung bei 75 %. Bei den 50- bis 64-Jährigen befürworten 65 % entsprechende Maßnahmen.
Mit sinkendem Alter nimmt die Zustimmung ab. Bei den 40- bis 49-Jährigen unterstützen 56 % kommunale Eingriffe. In der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren liegt der Anteil bei 47 %. Unter den 18- bis 29-Jährigen befürworten nur noch 42 % Einschränkungen, während 45 % diese ablehnen.
Parteipräferenzen beeinflussen die Bewertung
Auch bei der politischen Präferenz zeigen sich Unterschiede. Besonders hoch fällt die Zustimmung unter Anhängern der Grünen (89 %), der SPD (79 %), der Linken (74 %) sowie der Union (70 %) aus.
Geringere Zustimmung verzeichnen Anhänger der FDP (50 %) und der AfD (39 %). Beim BSW unterstützen 54 % kommunale Maßnahmen, während 34 % diese ablehnen.
Bedeutung für die Wasserwirtschaft
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Eingriffe in den privaten Wasserverbrauch gesellschaftlich mehrheitlich akzeptiert werden, sofern Wasserknappheit besteht. Für Wasserversorger und kommunale Betreiber kann dies die Umsetzung temporärer Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung erleichtern.
Mit zunehmenden Trockenphasen dürfte die Frage nach einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Wasser weiter an Bedeutung gewinnen. Neben technischen Maßnahmen in der Wasserwirtschaft rückt damit auch die Akzeptanz ordnungsrechtlicher Instrumente stärker in den Fokus.









