Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

„Wir müssen Wasser als strategisches Gut behandeln“

Wenn Wasser knapp wird, geraten Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen unter Druck. Gleichzeitig steht Europa vor der Herausforderung, alternde Infrastruktur zu modernisieren, Innovationen schneller in die Praxis zu bringen und den Wasserkreislauf widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen. Auf der IFAT München 2026 treffen Politik, Industrie und kommunale Versorger zusammen, um Lösungen für diese Zukunftsfragen zu diskutieren. Im Interview erklärt EU-Kommissarin Jessika Roswall, warum Wasser zu einer strategischen Ressource für Europa wird, welche Ziele die neue EU-Strategie zur Wasserresilienz verfolgt und wie Innovation, Digitalisierung und Investitionen den europäischen Wassersektor stärken können.

von | 28.04.26

EU-Kommissarin Jessika Roswall eröffnet zusammen mit Bundesumweltminister Carsten Schneider und Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die IFAT Munich 2026.
Quelle: Europäische Union, 2025

Frau Kommissarin Roswall, die IFAT München 2026 bringt politische Entscheidungsträger, Industrie und kommunale Wasserversorger zusammen. Welche Rolle spielen Plattformen wie diese bei der Förderung der europäischen Umwelt- und Wasserpolitik?

In der EU haben wir einige der höchsten Qualitätsstandards für die Wasseraufbereitung. Um diese Standards zu erreichen, sind viel Aufwand, Investitionen, Innovation und Entschlossenheit erforderlich. Das bedeutet, dass wir über Wasserversorger von Weltklasse verfügen. Dies hat dazu beigetragen, dass die Wasserwirtschaft in der EU sehr wettbewerbsfähig ist. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, da politische Maßnahmen dazu beitragen, Innovationen voranzutreiben. Alle an einen Tisch zu bringen, um zu lernen, sich inspirieren zu lassen und Veränderungen voranzutreiben, ist der Weg in die Zukunft, um die Wasserresilienz vor Ort zu stärken.

Europa gilt als weltweit führend im Bereich der Umwelttechnologien. Welche Innovationen aus dem Wassersektor interessieren Sie auf der IFAT am meisten?

Die Hälfte der 15 führenden Unternehmen im Wasserbereich hat ihren Sitz in der EU, und 40 % aller weltweiten Wasserpatente stammen aus Europa. Wir müssen Innovationen vorantreiben und die Einführung neuer technologischer Lösungen beschleunigen, um die Herausforderungen im Bereich Wasser zu bewältigen und wirklich widerstandsfähig zu werden. Europa hat dieses Potenzial, aber wir müssen es erschließen. Viele der wassersparenden Praktiken, die auf der IFAT vorgestellt werden, sind Teil der Chancen, die wir in Europa nutzen und ausbauen können.

Welche Botschaft möchten Sie hier in München an den europäischen Wassersektor richten?

Ich hoffe, die EU zu einer wassersparenden Wirtschaft zu machen, die Wasser bei jeder Gelegenheit schätzt, wiederverwendet und schützt. Dies ist entscheidend für unsere Wettbewerbsfähigkeit, Vorsorge und Widerstandsfähigkeit. Wir wollen die Wasserkrise zu einer Chance für die europäische Wasserwirtschaft machen, die bereits jetzt weltweit wettbewerbsfähig ist. Ohne eine sichere Wasserversorgung, wie sie in vielen Teilen Europas bereits fehlt, leiden unsere Volkswirtschaften und Gemeinden.

Die Europäische Kommission hat eine EU-Strategie zur Wasserresilienz vorgelegt. Was sind Ihrer Meinung nach die drei Hauptziele dieser Initiative?

Wir müssen unseren gestörten Wasserkreislauf wiederherstellen, eine wassersparende Wirtschaft und eine wettbewerbsfähige EU-Wasserwirtschaft aufbauen und den Zugang zu sauberem, erschwinglichem Wasser und sanitären Einrichtungen für alle gewährleisten. Wir legen den Schwerpunkt auf Maßnahmen zur effizienteren Wassernutzung, zur Modernisierung der Wasserinfrastruktur, zur Förderung von Innovation, zur Ausbildung von Arbeitskräften und zum Einsatz digitaler Instrumente, zur verstärkten Nutzung öffentlicher und privater Mittel und zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung. Das ist unser Instrumentarium zur Schaffung von Wasserresilienz.

Europa ist zunehmend von Dürren und starken Regenfällen betroffen. Wie kann eine europäische Strategie dazu beitragen, diese Extreme besser zu bewältigen?

Wasser steht unter enormem Druck, weil wir es zu lange als selbstverständlich angesehen haben. Wir alle brauchen Wasser, um zu gedeihen: Menschen, Landwirte, Unternehmen Europa ist anfällig für zunehmend extreme Wetterrisiken wie Überschwemmungen und Dürren, aber wir sind….

Lesen Sie das komplette Interview in der gwf Wasser/Abwasser 4-2026. Holen Sie sich Ihr Exemplar auf der IFAT am Fachpressestand oder in Halle B2, Stand 300. Wir freuen uns auf Sie!

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“

Die Wasserversorgung steht längst mitten im digitalen Umbruch – doch je stärker Systeme, Daten und Prozesse vernetzt werden, desto größer werden auch die Angriffsflächen. Dr.-Ing. Dirk Waider, Vorstand von Gelsenwasser, spricht im Interview über Cyberbedrohungen, Datensouveränität, die Rolle von KI als Entscheidungshilfe und die Frage, wie sich Versorgungssicherheit in einer zunehmend fragilen Welt realistisch organisieren lässt.

mehr lesen
Der Wassertwist
Der Wassertwist

Forschende der Abteilung Physikalische Chemie am Fritz-Haber-Institut und der Freien Universität Berlin machen die Anordnung von Wassermolekülen an der Grenzfläche von flüssigem Wasser zu Luft sichtbar. Ihre Erkenntnisse helfen die Chemie an der Grenzfläche besser zu verstehen, die maßgeblich durch die spezifische Anordnung der Wassermoleküle bestimmt wird. Die Studie zeigt, dass besonders ein bisher vernachlässigter Parameter von grundlegender Bedeutung ist: der Wasser-Twistwinkel.

mehr lesen
Antibiotikaresistenzen: Städtische Seen stark betroffen
Antibiotikaresistenzen: Städtische Seen stark betroffen

Ein Berliner Forschungsteam untersuchte Wasser- und Sedimentproben aus mehreren Gewässern sowie einer Kläranlage. In städtischen Proben fanden sie besonders viele Antibiotikaresistenz-Gene; am stärksten belastet waren Zu- und Abflüsse des Klärwerks. Resistente Keime traten jedoch auch in ländlichen Seen auf.

mehr lesen
Das war die IFAT 2026!
Das war die IFAT 2026!

Rund 142.000 Besucherinnen und Besucher aus knapp 160 Ländern und Regionen sowie etwa 3.400 Aussteller aus gut 60 Ländern kamen vom 4. bis 7. Mai nach München. Auf 300.000 Quadratmetern standen Lösungen für Wasser, Abwasser, Recycling und Circularity im Mittelpunkt.

mehr lesen
Mit Mikroblasen gegen Mikroplastik im Niederschlagswasser
Mit Mikroblasen gegen Mikroplastik im Niederschlagswasser

Mikroplastik schwebt in der Luft, treibt in den Ozeanen und befindet sich sogar im Trinkwasser. Die Kunststoffteilchen sind kleiner als fünf Millimeter, kaum abbaubar und gelten als gefährlich für die Umwelt und menschliche Gesundheit. Zu den Hauptquellen von Mikroplastik gehört der Abrieb von Reifen, der auf Straßen zurückbleibt und vom Regen in die Kanalisation und schließlich in die Gewässer gespült wird. Eine Idee, um dieses Problem zu lösen, hat das Start-up MicroBubbles aus Bad Lippspringe.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Keller & Hahn Brunnenbau GmbH

Thema: Wassergewinnung

Brunnenbau, Quellfassungen,

ETSCHEL BRUNNENSERVICE GMBH

Thema: Wassergewinnung

Home of the JET Master

pigadi GmbH

Thema: Wassergewinnung

Brunnenservice Büro Süd: +49 9264 989 098 Büro NRW +49 2041 3805

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
gwf-wasser.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: