Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

FH Münster: Hochschulpreis für KI-gestützten Entwässerungsansatz

Die FH Münster hat am 7. Oktober den Hochschulpreis für eine Masterarbeit im Bereich Siedlungsentwässerung vergeben. Autor Flemming Albers befasst sich in dieser mit einem KI-gestützten Modell, mit dem sich der Abfluss in Kanalsystemen präzise vorhersagen lässt.

von | 09.10.25

Flemming Albers beim Festakt zum Hochschulpreis.
Foto: FH Münster/Anna-Lena Spiekermann

Die Ergebnisse der Masterarbeit des Bauingenieurs Albers zeigen, dass mit minimalem rechnerischem Aufwand maschinelle Lernmodelle Vorhersagen liefern, die den tatsächlichen Abflüssen sehr nahekommen. Albers demonstriert damit, dass der Einsatz von KI auch im Bereich der Wasserwirtschaft handfeste Vorteile bringen kann.

Die bislang verwendeten hydrodynamischen Simulationsmodelle, die den Abfluss in Kanalnetzen physikalisch detailliert berechnen, seien sehr zeitaufwendig:

„Gerade bei plötzlich auftretenden Starkregenereignissen ist jedoch eine schnelle Vorhersage entscheidend“, erklärt der Bauingenieur. „Mich hat besonders gereizt, herauszufinden, was man in diesem Bereich mit künstlicher Intelligenz alles erreichen kann“, beschreibt der Absolvent seine Motivation.

Sein Ansatz basierte auf maschinelles Lernen, insbesondere der Nutzung neuronaler Netze. Ziel war es, Niederschlagsdaten mithilfe von KI so zu analysieren, dass Abflussmengen und -zeiten an bestimmten Punkten im Kanalsystem präzise und binnen Sekunden vorhergesagt werden können. Für die Entwicklung seiner Prognosemodelle griff Albers auf umfangreiche Datensätze zurück, die reale Niederschlags- und Abflussmessungen sowie Ergebnisse aus hydrodynamischen Simulationen umfassten.

Seine Ergebnisse stellte Flemming Albers auf der Urban Drainage Modelling Conference 2025 in Innsbruck vor. Foto: privat

Herausforderungen und Fazit

Die größte Herausforderung bestand laut Autor in der datenbasierten Modellierung: Zeitreihen von Wetter- und Abflussdaten weisen saisonale Schwankungen auf, die die Vorhersagen ungenauer machen können. Um dies zu umgehen, implementierte der Bauingenieur Prüfmechanismen und testete das neuronale Netz mit Datensätzen, die es vorher nicht „gesehen” hatte. Damit stellte er sicher, dass das Modell auch in unbekannten Situationen robuste und belastbare Vorhersagen liefert.

Albers Arbeit hat einen interdisziplinären Charakter: Als Bauingenieur wagte er den Sprung in den Bereich der Datenwissenschaften. Durch Eigeninitiative habe er sich Wissen in Programmierung und data-science-spezifischen Methoden angeeignet, obwohl er zu Beginn der Masterarbeit wenig Erfahrung auf diesem Gebiet gehabt habe.

„Dank zahlreicher Machine-Learning-Bibliotheken und umfangreicher Online-Ressourcen konnte ich mir das Thema selbstständig erschließen“, berichtet der Absolvent über seinen Einstieg in das komplexe Fachgebiet. Unterstützt wurde er dabei von Prof. Dr. Malte Henrichs, der die innovative Ausrichtung von Albers Projekt besonders schätzte: „Mich reizt es, neue Themenfelder und Methoden zu erkunden und für die Wasserwirtschaft nutzbar zu machen. Deshalb fand ich Flemmings Ansatz von Anfang an äußerst spannend.“

Die Masterarbeit verdeutlicht das große Potenzial von KI-gestützten Ansätzen für die Siedlungsentwässerung und die Wasserwirtschaft. Albers möchte dem Thema auch nach seinem Abschluss treubleiben und sein Wissen im Rahmen einer Promotion am Fachbereich Bauingenieurwesen vertiefen.

„Mein Ziel ist es, die Vorhersagemodelle mit Steuerungselementen zu kombinieren. Dabei untersuche ich, wie KI automatisierte Entscheidungen ermöglichen kann – etwa das Aktivieren oder Deaktivieren von Pumpen sowie das gezielte Ab- oder Umlenken von Abwasserströmen, um Überflutungen effektiv zu vermeiden“, erklärt der Nachwuchsforscher und gibt einen Einblick in seine derzeitigen Forschungsarbeiten.

 

Zum Fachbereich Bauingenieurwesen

 


(Quelle: FH Münster)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze
Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze

Der Wasserkraftverband Mitteldeutschland warnt vor Auswirkungen der geplanten EEG-Novelle 2027 auf kleine Wasserkraftprojekte. Neue Anlagen unter 25 kW sollen nach Angaben des Verbands keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Zugleich fordert er, bestehende Querbauwerke vor einem Rückbau auf ihre wasserwirtschaftliche, ökologische und energetische Weiternutzung zu prüfen.

mehr lesen
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst

Der Altmarkkreis Salzwedel hat Ende Juli die Genehmigung für das geplante Restaurierungskonzept des Arendsees versagt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zugleich, woher ein wesentlicher Teil der Phosphorbelastung stammt und warum Fachleute sowohl eine Sanierung der Eintragsquellen als auch eine Reduzierung des Phosphors im See für erforderlich halten.

mehr lesen
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung

Die Hochsauerlandwasser GmbH erneuert im Zentrum von Bigge rund 530 Meter einer Trinkwasser-Hauptleitung aus den 1950er Jahren. Neben dem Alter der Leitung sind defekte Armaturen und die bisherige Überdimensionierung Gründe für die Sanierung. Insgesamt investiert der Versorger rund 280.000 Euro.

mehr lesen
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie

Die Magdalenenflut von 1342 galt lange als herausragendes Einzelereignis. Eine kürzlich veröffentlichte Studie rekonstruiert nun 16 überregionale Hochwasser zwischen 1341 und 1343 und zeigt, dass mehrere extreme Ereignisse in kurzer Folge auftraten. Die Ergebnisse sind auch für die heutige Bewertung von Hochwasserrisiken relevant.

mehr lesen
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit

Moore gelten meist als Sorgenkind des Klimaschutzes – degradiert und klimaschädlich. Eine neue internationale Studie zeigt jetzt die andere Seite: neun „Bright Spots“ aus aller Welt, in denen Wiedervernässung, Renaturierung und Paludikultur bereits heute erfolgreich Klima- und Naturschutz vereinen.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

VEGA Grieshaber KG

Thema: Digitalisierung

Digitalisierung und

Barthauer Software GmbH

Thema: Digitalisierung

Netzinformationssysteme BaSYS – smart IT for smart

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03