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Tridacna gigas

Quelle: SNSB-ZSM, Sektion Mollusca
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Tridacna gigas, umgangssprachlich auch Schuppige Riesenmuschel genannt, ist die größte Muschelart der Welt: Sie kann 100 bis 130 cm groß werden. Die Muschel kann bis zu 200 kg schwer und über 100 Jahre alt werden. Seit 2024 steht sie auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“. Gründe liegen unter anderem in dem jahrzehntelangen unkontrollierten Verzehr ihres Fleisches sowie der Attraktivität ihrer massiven Schalen. [1, 2]

Lebensraum, Verbreitung, Fortpflanzung

Sie lebt in warmen, flachen Korallenriffen des Indopazifiks – in tropischen Meeren von Thailand bis Australien sowie im Pazifik um Neukaledonien. Riesenmuscheln sind protandrische Hermaphroditen, d. h. sie funktionieren zuerst
als Männchen, später auch als Weibchen. Die Befruchtung erfolgt extern im Wasser. Die Tiere koordinieren die Laichausscheidung, um die Chancen auf Befruchtung zu erhöhen. [3] Für das Ökosystem der Korallenriffe spielen sie durch ihr Filtrieren des Wassers und als Lebensraum für andere Organismen eine bedeutende Rolle.

Gefährdung

Neben ihrer Gefährdung durch Überfischung setzt der Muschel auch der Klimawandel zu. Die durch die Klimaerwärmung veränderten Temperaturen der Meeresoberfläche beeinflussen die Meeresströmungen und damit die
Biologie und Lebensräume mariner Arten, was Folgen auf ganze Ökosysteme hat. Denn die Temperatur steuert Stoffwechselfunktionen, Fortpflanzung und ganze Lebenszyklen mariner Lebewesen. [4] Untersuchungen zeigen,
dass sich die Larven der Tridacna gigas bei moderaten Temperaturerhöhungen schneller entwickeln, gleichzeitig jedoch vermehrt Entwicklungsanomalien auftreten und die Überlebensrate abnimmt. Während Larven bei Temperaturen wie 30 °C mit beschleunigter Entwicklung reagieren, kommt es bei 33 °C deutlich häufiger zu Fehlbildungen. Außerdem sinkt die Überlebensrate nach der Ansiedlung. [5]

Literatur:

[1] Sigwart, J., Tandbergm A.H.: Sanfte Riesen in Gefahr, online unter https://museumgoerlitz.senckenberg.de/de/pressemeldungen/sanfte-riesen-in-gefahr/ [abgerufen am 28.07.2025]

[2] Neo M. L., Wabnitz C. C. C., Braley R. D., et al. (2017). Giant clams (bivalvia : cardiidae : tridacninae): a comprehensive update of species and their distribution, current threats and conservation status. Oceanography and Marine Biology: an Annual Review, 55 (No spécial), p. 87-387.

[3] van Wynsberge, S., Andréfouët, S., Gaertner-Mazouni, et al. (2017): Growth, Survival and Reproduction of the Giant Clam Tridacna maxima in the Lagoon of the High Island of Moorea (French Polynesia): A Two-Year Survey. In: PLoS ONE, 12(1): e0170565. DOI:10.1371/journal.pone.0170565

[4] Neubauer, T.A., Gofas, S., Harzhauser, M. (2025) Biogeographic patterns of modern benthic shallow-water molluscs and the roles of temperature and palaeogeographic legacy. Sci Rep 15, 20304. https://doi.org/10.1038/s41598-025-06473-0

[5] Enricuso, O.B. et al.: Elevated seawater temperatures affect embryonic and larval development in the giant clam Tridacna gigas (Cardiidae: Tridacninae). Journal of Molluscan Studies 85 (2019) 1: 66–72, https://doi.org/10.1093/mollus/eyy051

Ausgabe 07-08/2025

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