Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Parabene

« zurück zum Index

Chemische Eigenschaften:

Parabene ist der Sammelbegriff für para-Hydroxybenzoesäure (C7H6O3) und ihre Ester. Häufig verwendete Ester sind Methyl-, Ethyl-, Propyl- und Butylparaben (jeweils an der Stelle von ‚R‘ in der Strukturformel).

Vorkommen und Anwendung:

Parabene kommen in der Natur in diversen Früchten und Gemüsen vor, u. a. in Gurken, Kirschen, Möhren, Blaubeeren oder Zwiebeln. In der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie dienen sie aufgrund ihrer antimikrobiellen und fungiziden Wirkung als Konservierungsmittel.

Problemstellung:

Bei der Anwendung parabenhaltiger Produkte wird die zunächst erwünschte konservierende Eigenschaft nach der Aufnahme mit der Nahrung oder über die Haut nicht aufgehoben, d. h. jegliche gewünschte Enzymaktivität im Körper, ob im Zusammenhang mit dem Produkt oder unabhängig davon, kann behindert werden. Parabene gerieten aufgrund ihrer östrogenartigen Wirkung in den Verdacht, krebserregend zu sein. Eine Studie zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Verwendung parabenhaltiger Deodorants wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nicht als wissenschaftlicher Beweis anerkannt [1]. Die zulässige Konzentration von Parabenen in Kosmetika ist auf 0,4 % für Einzelstoffe bzw. 0,8 % für Gemische beschränkt.

Ökotoxikologie:

Aufgrund ihrer vielfältigen Verwendung in Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten sind Parabene in geringen Konzentrationen in der aquatischen Umwelt allgegenwärtig, auch wenn sie in Kläranlagen zu mehr als 90 % abgebaut werden [2]. Aufgrund ihrer chemischen Struktur reagieren Parabene mit im Wasser vorhandenen freien Chlor, und die dabei entstehenden Substanzen sind persistenter als die Ausgangsmoleküle. Chlorierte Parabene sind demnach in Schwimmbädern, in Abwässern, aber auch in Flüssen zu finden. Eine Möglichkeit der weitergehenden Elimination von Parabenen besteht in ihrer Oxidation. Hierzu existiert eine Studie zum Abbau dieser Substanzen mittels Photooxidation durch UV-Licht in Kombination mit Wasserstoffperoxid oder Peroxodisulfat [3].

Literatur:

[1] Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Parabenhaltige Deodorants und die Entstehung von Brustkrebs. Stellungnahme des BfR vom 13. Februar 2014.

[2] C. Haman, X. Dauchy, C. Rosin, D.-F. Munoz: Occurrence, fate and behavior of parabens in aquatic environments: a review. Water Research 68 (2015), 1–11.

[3] M.A. Álvarez, M. Ruidíaz-Martínez et al.: Removal of parabens from water by UV-driven advanced oxidation processes. Chemical Engineering Journal 379 (2020) 122334.

Ausgabe 02/2020

« zurück zum Index
DVGW-Stellungnahme zum neuen Düngegesetzentwurf

DVGW-Stellungnahme zum neuen Düngegesetzentwurf

Am 6. Februar endete die Frist für Stellungnahmen zum neuen Entwurf der Düngegesetz-Novelle. Dr. Wolf Merkel, Vorstand Wasser des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V., erklärt dazu, dass wirksamer Grundwasserschutz ein praxistaugliches Düngegesetz mit verpflichtenden Nährstoffbilanzen und verursachergerechter Nitratregulierung braucht.

mehr lesen
Historisch niedriger Wasserstand in der Ostsee

Historisch niedriger Wasserstand in der Ostsee

Seit Anfang Januar hat eine außergewöhnlich langanhaltende Ostwindlage den mittleren Wasserstand der Ostsee auf einen historischen Tiefstand sinken lassen. Messungen am schwedischen Pegel Landsort-Norra zeigen Werte, die so niedrig sind wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1886. Forschende des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) verfolgen diese Entwicklung derzeit sehr genau, da sie eine seltene ozeanographische Ausgangssituation für einen möglichen großen Salzwassereinstrom aus der Nordsee in die Ostsee darstellt. Ein solcher Einstrom könnte die physikalischen und chemischen Bedingungen in den tiefen Becken der zentralen Ostsee deutlich verändern.

mehr lesen
Bundesverwaltungsgericht unterstreicht hohen Stellenwert des Gewässerschutzes im Düngerecht

Bundesverwaltungsgericht unterstreicht hohen Stellenwert des Gewässerschutzes im Düngerecht

Das Bundesverwaltungsgerichts benennt in den aktuellen Urteilsbegründungen rechtliche Defizite bei der Gebietsausweisung und stellt den hohen Stellenwert des Gewässerschutzes und die bestehenden Düngebeschränkungen ausdrücklich nicht infrage. Verbände fordern nun eine zügige, rechtssichere Nachbesserung – ohne Absenkung des Schutzniveaus für Grund- und Oberflächengewässer.

mehr lesen