Bei dem Begriff „Quantentechnologie“ denken viele an geheimnisvolle Computer, die eines Tages alle Codes knacken können. Tatsächlich steckt hinter der Quantentechnologie jedoch viel mehr: neue Messmethoden, mit denen sich Dinge sichtbar machen lassen, die sonst unsichtbar bleiben. In seinem Vortrag „Quantentechnologien für Klima und Umwelt: Unsere Ozeane, unser Eis, unser Trinkwasser – wenige Atome verraten Alter“ geht es Prof. Dr. Markus Oberthaler um ein konkretes Beispiel: eine Quantentechnologie, mit der sich das Alter von Wasser bestimmen lässt – egal, ob es sich um Trinkwasser, Gletscherwasser oder Wasser in den Ozeanen handelt. Sogar die Menge an menschengemachtem CO2, das bereits im Meer „geparkt“ ist, kann damit bestimmt werden.
Eines unter vielen Billionen
Die Natur verrät dieses Alter über seltene Atome, die in Spuren im Wasser vorkommen. Sie sind so selten, dass man sie im Grunde einzeln zählen muss – ungefähr eines unter vielen Billionen anderen. Genau das gelingt mit einer neuen Methode, der sogenannten Atom Trap Trace Analysis. Dabei werden einzelne Atome in einer Art „Lichtfalle“ eingefangen und zum Leuchten gebracht. So ist es möglich, das Alter einer Probe zu bestimmen, indem lediglich rund zehn Liter Wasser oder Eis untersucht werden.
In seinem Vortrag nimmt Oberthaler das Publikum mit auf die Reise einer Probe: von der Entnahme in der Natur über die Analyse im Labor bis hin zu dem Moment, in dem einzelne Atome im Dunkeln aufblitzen und ihre Geschichte erzählen. Anhand von Beispielen aus der Trinkwasserversorgung, den Ozeanen und den Gletschern wird deutlich, wie wenige Atome ausreichen, um neue Erkenntnisse über unsere Natur zu gewinnen.
Die Öffentlichkeit ist herzlich zum Vortrag „Quantentechnologien für Klima und Umwelt: Unsere Ozeane, unser Eis, unser Trinkwasser – wenige Atome verraten Alter“ am Donnerstag, 5. März 2026, um 20:00 Uhr im Hörsaal RW1, Haus Recht und Wirtschaft (ReWi), Jakob-Welder-Weg 9, 55128 Mainz eingeladen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Vortrag erfolgt im Rahmen der Frühjahrstagung der Sektion Atome, Moleküle, Quantenoptik und Plasmen (SAMOP) der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Die Frühjahrstagungen sind ein zentraler Baustein der Aktivitäten der DPG. Sie sind wichtige Plattformen für Studierende, um hier ihre Forschungs- und Abschlussarbeiten oft zum ersten Mal einem größeren Fachpublikum vorzustellen. Darüber hinaus bietet sich Early Career Researchers hier die Möglichkeit, mit erfahrenen Physikerinnen und Physikern aus Wissenschaft und Industrie ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und Anregungen für die Berufs- und Karriereplanung zu sammeln.
Quelle: Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG) und Johannes Gutenberg-Universität Mainz







