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Warum das 100-jährliche Hochwasser künftig öfter auftreten könnte

Neue Berechnungen des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) zeigen, dass extreme Hochwasser im Alpenraum künftig häufiger und intensiver ausfallen könnten als bislang angenommen. Grundlage sind erstmals stündliche Abflussdaten aus 384 Flüssen in der Schweiz und Österreich.

von | 17.07.26

SLF-Forscher Paul Astagneau untersucht einen Gebirgsbach. Neue Modellierungen zeigen eine Zunahme extremer Hochwasser infolge des Klimawandels.
Quelle: SLF

Das Hochwasser im Alpenraum könnte sich infolge des Klimawandels deutlich stärker verändern als bisher prognostiziert. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) simulierte SLF-Hydrologe Paul Astagneau die Entwicklung der Hochwasser bis Ende des Jahrhunderts.

Hochwasser: Stündliche Daten liefern ein anderes Bild

Bisherige Klimastudien stützten sich überwiegend auf tägliche Abflussdaten. Dadurch werden kurze, intensive Starkniederschläge nur unzureichend erfasst, da sich deren Auswirkungen rechnerisch über den gesamten Tag verteilen. Die neue Untersuchung verwendet stattdessen stündliche Messwerte und bildet damit kurzzeitige Niederschlagsereignisse wesentlich genauer ab.

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) simulierte der SLF-Hydrologe Paul Astagneau die Entwicklung der Hochwasser bis Ende des Jahrhunderts. Grundlage waren ein hydrologisches Modell sowie stündliche Abflussdaten von 384 Flüssen in der Schweiz und Österreich.

Starkniederschläge kompensieren den Rückgang der Schneeschmelze

Während frühere Untersuchungen aufgrund abnehmender Schneemengen teilweise von rückläufigen Hochwasserabflüssen ausgingen, zeigen die neuen Berechnungen ein differenzierteres Bild. Mit jedem Grad globaler Erwärmung nehmen stündliche Starkniederschläge um rund sieben Prozent zu. Dieser Effekt übertrifft den Rückgang der Schneeschmelze und führt insbesondere in alpinen Einzugsgebieten zu höheren Hochwasserspitzen.

Nach den Modellrechnungen steigt die Abflussspitze eines statistischen 100-jährlichen Hochwassers bis Ende des Jahrhunderts um etwa fünf bis 15 Prozent. Gleichzeitig könnte ein Ereignis dieser Größenordnung künftig bereits alle 45 bis 80 Jahre auftreten. Moderate Hochwasser bleiben zwar tendenziell rückläufig, allerdings deutlich weniger stark als bisher angenommen.

Die Modellierungen zeigen, dass extreme Hochwasserereignisse im Alpenraum künftig häufiger und intensiver auftreten könnten als bisher angenommen. Grundlage hierfür ist die Berücksichtigung stündlicher Abflussdaten, mit denen sich kurzzeitige Starkniederschläge detaillierter abbilden lassen.


Quelle: WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)

Originalpublikation:
Paul Astagneau et al. Hourly climate information reveals stronger increases in flood extremes across the Alps, Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.aed6012

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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