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Urbaner Gebäudebestand als Ressource: Grauwasser nutzen in Berlin

Am 25. August 2025 hat an der Technischen Universität Berlin die Umsetzungsphase des Reallaborprojekts IWIQ – Integrierte Wasser- und Wärmerückgewinnung im Quartier begonnen. Im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung begrüßte die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey, die Initiative und hob ihre Bedeutung für die urbane Transformation hervor. Das Projekt soll zeigen, wie Bestandsgebäude zu wertvollen Ressourcen für Wasser- und Energierückgewinnung werden können – und verbindet Sanierungsstrategien mit innovativen Lösungen für die Wärme- und Wasserversorgung.

von | 04.09.25

Franziska Giffey und Dr.-Ing. Pascale Rouault präsentieren das Reallaborprojekt IWIQ
Quelle: KWB
Garuwasser

Grauwasser nutzen und Wasser wiedervenden

Im Mittelpunkt von IWIQ steht die Nutzung von Grauwasser – also leicht verschmutztem Abwasser aus Duschen, Wasch- und Spülprozessen. Dieses soll in städtischen Gebäuden nicht nur wiederverwendet, sondern zugleich energetisch genutzt werden. Während im Neubau bereits mehrere Beispiele existieren, setzt IWIQ bewusst im Bestand an, wo der Handlungsdruck durch Sanierungen besonders hoch ist.

Koordiniert wird das Verbundprojekt vom Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB). Zu den Projektpartnern gehören Nolde – innovative Wasserkonzepte GmbH, die Technische Universität Berlin, Contecht GmbH, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Erste Wohnungsgenossenschaft Berlin-Pankow eG, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, Magda GmbH und inter 3 GmbH Institut für Ressourcenmanagement.

Block 6 in Kreuzberg als Reallabor

Ein zentraler Projektstandort ist Block 6 in Berlin-Kreuzberg. Dort wird erstmals ein Verfahren erprobt, das die Nutzung von aufbereitetem Grauwasser nicht nur für die Toilettenspülung, sondern auch für die quartiersweite Bewässerung ermöglicht. Parallel wird untersucht, wie ein effizienter Betrieb mit minimalem Messtechnikaufwand realisierbar ist – ein entscheidender Faktor, um die Systeme robust, kostengünstig und skalierbar zu machen.

Potenziale von DDR-Plattenbauten

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sanierung von seriellen Bestandsgebäuden des Typs „WBS 70“ aus der DDR. Diese Bauweise ist weit verbreitet, sodass erfolgreiche Konzepte auf eine Vielzahl weiterer Quartiere übertragbar sind. Zur Optimierung der Planungsprozesse setzt IWIQ außerdem auf Building Information Modeling (BIM). Digitale Methoden sollen dabei helfen, die Implementierung transparenter und effizienter zu gestalten.

Lernort für Forschung und Praxis

Die vorhandene Grauwasseranlage in Block 6 dient nicht nur der technologischen Weiterentwicklung, sondern auch als Ausbildungs- und Weiterbildungsstandort. Das Projekt fördert den Dialog zwischen Verwaltung, Praxis und Forschung und trägt zur Qualifizierung im Bereich nachhaltiger Gebäudetechnik bei.

„Berlin steht vor großen Herausforderungen in der Trinkwasserversorgung. Mit IWIQ zeigen wir, wie sich Wasser und Wärme gemeinsam zurückgewinnen lassen – praxisnah und mit direktem Nutzen für die Stadt“, betonte Dr. Pascale Rouault, Geschäftsführerin des KWB, bei der Auftaktveranstaltung.

Förderung durch das Berliner Reallaborprogramm

Das Projekt IWIQ wird durch das Berliner Programm zur Förderung wirtschaftsorientierter Reallabore der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe finanziell unterstützt. Weitere Partner, darunter die Berliner Wasserbetriebe, begleiten und fördern die Initiative.

Mit dem Start von IWIQ wird deutlich, dass urbane Bestandsgebäude eine Schlüsselrolle für die Wasser- und Wärmewende spielen können – und Berlin Modellregion für innovative Infrastrukturlösungen wird.

 


Quelle: Kompetenzzentrum Wasser Berlin

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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