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Seltener Gast an der Lippe: Fischotter nach Jahrzehnten wieder nachgewiesen

Erfolg für die Biodiversität: Zum „Tag der Artenvielfalt" am 22. Mai meldet der Lippeverband die Rückkehr des Fischotters an die Lippe – ein Zeichen dafür, dass die Renaturierung des längsten Flusses in NRW Früchte trägt.

von | 27.05.26

Per Sicht- und Spurenbeobachtung nachgewiesen: Der Fischotter – lange vom Aussterben bedroht – hat die Lippe wiederentdeckt. (Beispielbild)
Quelle: Pixabay

Passend zum „Tag der Artenvielfalt“ an diesem Freitag, 22. Mai, kann der Lippeverband eine besonders erfreuliche Nachricht verkünden: Der vom Aussterben bedrohte Fischotter ist an die Lippe zurückgekehrt. Erste Hinweise auf die Rückkehr des Tieres gab es bereits vor einigen Jahren, als der scheue „Wassermader“ an der Lippe zufällig beobachtet wurde. Seitdem wird er von Wissenschaftler*innen regelmäßig über Spurensuche nachgewiesen. Die Ansiedlung des Fischotters wertet der Lippeverband daher als Beleg für das Gelingen der Flussrenaturierung. Wie erfolgreich diese war, wird im Juli beim „Tag der lebendigen Lippe“ untersucht – wobei auch interessierte Bürgerinnen dann selbst mitforschen können.

„Auch wenn sich der Otter bisher noch nicht überall entlang der Lippe etabliert hat, zeigt die Entwicklung deutlich, dass die neu geschaffenen Lebensräume zunehmend angenommen werden. Fischotter brauchen saubere Gewässer, ruhige Ufer und genug Nahrung, weshalb ihr Vorkommen als Indikator für eine gute Gewässerqualität und intakte Ökosysteme gilt“, sagt Gunnar Jacobs, Mitarbeiter beim Lippeverband und Experte für Artenvielfalt.

Renaturierung als Schlüssel

Der Wasserwirtschaftsverband hat in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um das Fluss-System wieder naturnaher zu gestalten: So wurde im Verbandsgebiet die Reinigungsleistung der Klär- und Regenwasserbehandlungsanlagen optimiert und zugleich umfassende Renaturierungsmaßnahmen entlang der Lippe durchgeführt. Dabei wurden Uferbereiche naturnah umgestaltet, befestigte Abschnitte des Flusses wieder geöffnet und außerdem die ökologische Durchgängigkeit des Fluss-Systems verbessert.

Der eurasische Fischotter (Lutra lutra) ist ein semiaquatischer Säuger aus der Familie der Marder (Mustelidae). Er steht in Deutschland nach Bundesnaturschutzgesetz unter strengem Schutz und galt dennoch in Nordrhein-Westfalen jahrzehntelang als ausgestorben. Denn vor allem die starke Flussverschmutzung sowie der Gewässerausbau im Zuge der Industrialisierung hatten seine Lebensbedingungen erheblich verschlechtert.

Die Rückkehr des Fischotters zeigt nun: Die Maßnahmen des Lippeverbandes zum Schutz und zur Renaturierung der Lippe wirken. Denn nicht nur der Fischotter profitiert – auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten besiedeln inzwischen die neu geschaffenen Lebensräume. Als Spitzenprädator stärkt der Fischotter zudem das ökologische Gleichgewicht im Fluss. Da er vor allem alte, schwache und kranke Fische frisst, trägt er so aktiv zu gesunden Fischbeständen bei.

Mittendrin in der Forschung

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Wasserwirtschaftsverbandes laden der Lippeverband, der NABU NRW und die Landschaftsagentur Plus zum „Tag der lebendigen Lippe“ in Datteln ein. Erstmals im Lippe-Gebiet nehmen Forscher*innen am 11. und 12. Juli die Natur am Haus Vogelsang unter die Lupe. Über 24 Stunden werden Tier- und Pflanzenarten gesichtet und dokumentiert, um die Artenvielfalt zu analysieren.
Am 12. Juli von 11.00 bis 17.00 Uhr können auch Besucherinnen selbst forschen. Spannende Mitmach-Aktionen für Klein und Groß laden dazu ein, die Flusslandschaft zu erkunden – etwa beim Keschern, am Mikroskop oder beim Basteln von Saatkugeln. Darüber hinaus bieten Expertinnen Führungen an. Themen sind unter anderem die Umbaumaßnahmen an der Lippe sowie Amphibien und Vögel.


Quelle: Emschergenossenschaft / Lippeverband

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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