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SeaMe: KI-Monitoring der marinen Ökosysteme bei Offshore-Windparks

Im Projekt SeaMe entwickelt RWE zusammen mit führenden Forschungspartnern innovative Technologien für ein nachhaltiges Ökosystem-Monitoring von Offshore-Windparks. Ziel ist es, teure, invasive und CO2-intensive Methoden zu ersetzen. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) rüstet ein autonomes Unterwasserfahrzeug mit ozeanographischen Sensoren und KI-Methoden aus, um eine präzise Datenerfassung und sichere Navigation zu ermöglichen.

von | 06.12.24

Im RWE-Offshore-Windpark Kaskasi in der Nordsee findet eine umfangreiche Testkampagne von SeaMe statt.
(Quelle: RWE)
Der RWE-Offshore-Windpark Kaskasi in der Nordsee

Mit dem Projekt SeaMe (Sustainable Ecosystem Approach in Monitoring the Marine Environment) verfolgt RWE das Ziel, ein umfassendes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Offshore-Windparks und dem lokalen Ökosystem zu erlangen. Dazu wird ein fundierter wissenschaftlicher Ansatz mit innovativen und umweltfreundlicheren Monitoring-Technologien auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) kombiniert. Mit Hilfe von Flugdrohnen, Umwelt-DNA-Analysen und autonomen Unterwasserfahrzeugen sollen nachhaltige Methoden etabliert werden, die CO2-Emissionen reduzieren und zugleich die Belastung für das marine Leben minimieren.

Die gleichzeitige Erfassung physikalischer und biologischer Daten ermöglicht eine umfassende Bewertung des Ökosystems Meer. Dabei werden auch oft vernachlässigte Teile des Ökosystems wie Phytoplankton (mikroskopisch kleine Algen) und Zooplankton (z.B. Krill) berücksichtigt, die eine zentrale Rolle in der marinen Nahrungskette spielen.

Weiterentwicklung eines autonomen Unterwasserfahrzeugs

Das AUV DeepLeng navigiert autonom unter einer Eisdecke.

Das AUV DeepLeng navigiert autonom unter einer Eisdecke. (Quelle: DFKI)

Das DFKI Robotics Innovation Center entwickelt in SeaMe das autonome Unterwasserfahrzeug (AUV) DeepLeng weiter, um es für das Monitoring in Offshore-Umgebungen zu optimieren. Dafür statten die Bremer Forschenden das AUV mit einem multimodalen ozeanographischen Sensorsystem aus, das physikalische Parameter wie Wassertemperatur, Salzgehalt und Sauerstoffgehalt präzise erfassen kann. Diese Daten sind für eine fundierte ökologische Analyse unerlässlich, da sie wertvolle Einblicke in die Lebensbedingungen in den Gewässern von Windparks liefern.

Zusätzlich entwickeln die Forschenden ein KI-gestütztes Videoüberwachungssystem, mit dem das AUV Fische und Meeressäuger erkennen kann. Diese Technologie basiert auf maschinellem Lernen und Bildverarbeitung und ermöglicht es dem Roboter, kontinuierlich zu lernen und seine Fähigkeiten zur Erkennung von Meereslebewesen zu verbessern. So soll die KI-gestützte Bildanalyse invasive und emissionsintensive Methoden wie die Schleppnetzfischerei ersetzen und ein präzises und kontinuierliches Monitoring der Meeresfauna direkt vor Ort ermöglichen, ohne die Lebensräume zu stören.

Die Systemfähigkeiten für den Offshore-Einsatz optimieren

Ein weiterer Schwerpunkt der DFKI-Arbeiten ist die gezielte Vorbereitung des Systems auf den Offshore-Einsatz. Dazu werden seine Fähigkeiten erweitert und bestehende Funktionen optimiert, um den anspruchsvollen Einsatzbedingungen gerecht zu werden. Dies umfasst unter anderem Verbesserungen in der Kommunikation, die Implementierung erweiterter Sicherheitsmaßnahmen wie die Fähigkeit zum Notauftauchen sowie die Erhöhung der Robustheit des Systems.

Hintergrund SeaMe

Das Projekt SeaMe, das von RWE geleitet und finanziert wird, ist im Sommer 2024 gestartet und auf drei Jahre angelegt. Zu den Forschungspartnern gehören neben dem DFKI das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB), das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), BioConsult SH und das dänische Unternehmen DHI A/S.

Die Navigation im offenen Ozean stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Bedingungen variieren und das AUV auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren muss. Dafür entwickeln die Forschenden intelligente Algorithmen, die es dem Roboter ermöglichen, sicher durch die Gewässer zu manövrieren, Hindernisse zu erkennen und ihnen auszuweichen, ohne die Missionsziele zu gefährden.

Umfangreiche Labortests und Feldversuche

Neben umfangreichen Labortests in der europaweit einzigartigen, rund 1.300 Quadratmeter großen Maritimen Explorationshalle des DFKI in Bremen sind Feldversuche im Testzentrum für Maritime Technologien auf Helgoland geplant, um die Ozeantauglichkeit und die Sicherheitsfunktionen des AUV zu überprüfen.

In der zweiten Projektphase findet im RWE-Offshore-Windpark Kaskasi, rund 35 Kilometer nördlich von Helgoland, eine umfangreiche Testkampagne mit einer Vielzahl von Einzeltests unter realen Bedingungen statt. Mit einer Leistung von 342 Megawatt kann der Windpark rechnerisch rund 400.000 Haushalte mit Strom versorgen. Unterstützt werden die Tests von einem RWE-Betriebsteam, das die Integration der von den Forschungspartnern entwickelten Technologien in die Offshore-Umgebung begleitet.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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