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Regenerativer Ackerbau stärkt Bodenresilienz gegen Klimawandel

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Thema:
Autor: Sarah Hofer

Die Feldaufnahme zeigt die unterschiedlichen Behandlungen kurz nach der Kompostapplikation und die Größe der Anlage eines der Langzeitexperimente. Mit dem zunehmenden Einfluss des Klimawandels werden intensive Dürre- und Hitzeperioden sowie extreme Niederschläge häufiger.
Quelle: Stephan Junge

13.Mai 2024 | Seit Sommer 2020 erforscht ein Team unter Leitung der Universität Kassel im Projekt AKHWA die Potenziale des Regenerativen Ackerbaus als Antwort auf den zunehmenden Klimawandel.

Ein Schlüsselergebnis der ersten Phase des Projekts ist die Steigerung des Kohlenstoffgehalts in den oberen Bodenschichten, was zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wetterbedingungen führt. Das Projekt wird nun um weitere vier Jahre verlängert und mit einer Förderung von 2,5 Mio. Euro fortgesetzt.

Regenerative Landwirtschaft als Antwort auf den Klimawandel

Mit dem zunehmenden Einfluss des Klimawandels werden intensive Dürre- und Hitzeperioden sowie extreme Niederschläge häufiger. Diese Entwicklungen beeinträchtigen nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern setzen auch wichtige Ökosystemdienstleistungen wie die Wasserversorgung, die Bodenfruchtbarkeit und die Schaffung eines gemäßigten lokalen Klimas für Tier- und Pflanzenleben unter Druck.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, erforscht die Praxis seit einiger Zeit neue Ansätze im Rahmen der regenerativen Landwirtschaft. Ein Beispiel dafür ist das Projekt “Anpassung an den Klimawandel in Hessen – Erhöhung der Wasserretention des Bodens durch regenerative Ackerbaustrategien” (kurz: AKHWA). In der ersten Förderphase seit 2020 wurden vielversprechende Ergebnisse erzielt, darunter eine Steigerung des Kohlenstoffgehalts in den oberen 100 cm des Bodens um bis zu 27%. Dies ermöglicht eine verbesserte Speicherung und Nutzung von Nährstoffen und Wasser, was sowohl die Absorption von Starkregen als auch die Verhinderung von Bodentrockenheit begünstigt.

Mulchdecke als Klimaschutz: Neue Erkenntnisse aus dem AKHWA-Projekt

Des Weiteren konnte das Forschungsteam feststellen, dass eine Mulchdecke effektiv dazu beiträgt, den Boden abzukühlen und Wasser zu speichern. Diese Erkenntnis ist von zentraler Bedeutung, da hohe Temperaturen den Boden in den oberen 5-15 cm stark erhitzen können, was schädlich für das Pflanzenwachstum ist und die Qualität von Ernten wie Kartoffeln beeinträchtigen kann. Ohne eine Bodenbedeckung verdunstet Wasser zudem ungenutzt. Die Untersuchungen ergaben jedoch, dass der Boden unter der Mulchdecke während der heißesten Tage im Jahr 2022 etwa vier Grad Celsius kühler war, was auch zu einer Reduzierung der Wasserverdunstung führte.

Diese positiven Effekte der regenerativen Landwirtschaft stärken die Widerstandsfähigkeit des Bodens und seiner Struktur gegenüber extremen Wetterbedingungen. Trotz der erhöhten Kohlenstoff- und Nährstoffgehalte zeigen erste Ergebnisse des Forschungsprojekts bisher keine Zunahme der Treibhausgasemissionen.

Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse bleiben jedoch wichtige Fragen offen, die das Konsortium während der vierjährigen Projektverlängerung, die mit etwa 2,5 Mio. Euro gefördert wird, untersuchen wird. Dabei werden unter anderem die Kosten- und Leistungsdaten aus landwirtschaftlichen Betrieben ermittelt und die Ökosystemdienstleistungen analysiert. Darüber hinaus werden in einer Erweiterung des Projekts mögliche Auswirkungen des Regenerativen Ackerbaus auf die Landschaftsebene in Hessen modelliert.

„Das Projekt AKHWA ist ein wegweisendes Projekt, das sowohl für die ökologische als auch konventionelle Landwirtschaft wichtige Methoden zur Anpassung an den Klimawandel und zur Ökologischen Nachhaltigkeit entwickelt“, betont Prof. Dr. Maria Finckh, Leiterin des Fachgebiets Ökologischer Pflanzenschutz an der Uni Kassel, das auch die Gesamtleitung des Projekts innehat. „Durch die Verlängerung bis 2028 werden die Aussagen der beiden seit 2010 und 2011 laufenden Experimente zum Anbausystem deutlich belastbarer. Ebenfalls wird das Projekt Aussagen über einen ungewöhnlich langen Zeitraum von mindestens 5-6 Jahren zu Treibhausgasemissionen und Nährstoff- und Wasserrückhalt liefern und damit eine Evaluation des Gesamtsystems ermöglichen – über die gesamte Fruchtfolge und über viele sehr unterschiedliche Jahre, was das Wetter betrifft.“

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