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MRT-Kontrastmittel in Nord- und Ostsee nachgewiesen

In der Nord- und Ostsee wurde eine großflächige Verunreinigung mit MRT-Kontrastmitteln nachweisen. Das zeigte eine umfangreiche Studie der CritMET-Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Michael Bau, Geochemiker an der Constructor University in Bremen.

von | 31.12.25

Über Flüsse gelangt MRT-Kontrastmittel in die Nord- und Ostsee.
Quelle: Pixabay/DBU DirektesSehen

Bei medizinischen Untersuchungen mittels Magnetresonanztomographie (MRT) werden Kontrastmittel mit dem Seltene-Erden-Element Gadolinium verwendet. Nachdem die Patienten diese Kontrastmittel wieder ausgeschieden haben, können diese Stoffe auch in modernen Klärwerken nicht aus dem Abwasser entfernt werden und gelangen so in die Umwelt und verschmutzen Flüsse und Seen. Mittlerweile haben diese Verunreinigungen auch die Nordsee und die Ostsee erreicht, wie die Bremer Arbeitsgruppe in einer breiten Studie nachweisen konnte, deren Ergebnisse jetzt in mehreren Artikeln in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.

„Die südliche Nordsee bekommt die Kontrastmittel überwiegend über den Rhein sowie die Flüsse Ems, Weser und Elbe, aber auch von der Themse”, sagt Dr. Dennis Krämer, Leiter der Abteilung Bodenanalytik der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover.

Er ist Erstautor der Nordseestudie und Adjunct Professor an der Constructor University.

„Und von dort transportieren Meeresströmungen die Kontrastmittel dann entlang der deutschen und dänischen Küste bis in die Fjorde in Südnorwegen, wo sich das Wasser mit Ostseewasser mischt”, nimmt Dr. Anna-Lena Zocher den Faden auf, die diese Fjorde sowie das aus der Ostsee einströmende Wasser im Kattegatt untersucht hat.

Wasserorganismen nehmen MRT-Kontrstmittel auf

„Das Ostseewasser wiederum hat die Gadolinium-Kontrastmittel unter anderem von den Flüssen Weichsel und Oder erhalten, die – wie andere Flüsse in Polen und nahezu überall in Europa auch – mit diesem anthropogenen Gadolinium verunreinigt sind”, ergänzt Addis Alemu, der als Doktorand im EU-Projekt “PANORAMA” in ganz Europa die Seltenen-Erden in Flüssen und Seen untersucht.

Da Nordsee, Ostsee und die norwegischen Fjorde nicht nur für Biodiversität wichtig sind, sondern durch Tourismus und Aquakulturen auch große ökonomische Bedeutung haben, untersucht Dr. Keran Zhang in der CritMET Gruppe unter anderem Muscheln und Fische aus den betroffenen Gebieten.

„Wir finden zwar vereinzelt Hinweise darauf, dass Wasserorganismen wie Miesmuscheln diese MRT-Kontrastmittel aufnehmen können, aber es sieht bisher nicht so aus, als wenn dieses Gadolinium tatsächlich im großen Stil in die Nahrungskette gelangen würde”, beruhigt Zhang.

Noch nicht gesundheitsgefährdend

Prof. Dr. Michael Bau; Professor der Geowissenschaften an der Constructor University

„Als nächstes werden wir jetzt schauen, wie stabil die verschiedenen MRT-Kontrastmittel im Meerwasser tatsächlich sind. Wir untersuchen, wie lange es dauert bis diese chemischen Verbindungen im Meerwasser zerstört werden und das Gadolinium dann freigesetzt und bioverfügbar wird. Zur Zeit sind die gemessenen Konzentrationen noch nicht gesundheitsgefährdend. Aber in den letzten Jahren gelangen immer mehr solcher Stoffe in immer größeren Mengen in Flüsse und Seen und dann ins Meer, und auch ins Grund- und Trinkwasser. Und dieser Trend wird unvermindert anhalten und sich sogar noch verstärken. Kritische Rohstoffe aus solchen Chemikalien haben im Wasser und besonders im Trinkwasser aber natürlich nichts zu suchen”, weist Prof. Bau auf die aktuellen Projekte der CritMET Gruppe hin. „Gerade die Seltenen-Erden sind Beispiele dafür, dass die kritischen Metalle eben nicht nur als Rohstoffe von großer Bedeutung sind, sondern dass sie durch verstärkten Abbau, Verarbeitung und Nutzung auch die Umwelt und schließlich zum Beispiel auch die Trinkwasserversorgung vor neue Herausforderungen stellen.”


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Bau, Professor der Geowissenschaften an der Constructor University, 
presse@constructor.university


Quelle: Constructor University

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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