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Fraunhofer IEG und Wuppertaler Stadtwerke starten Machbarkeitsstudie zu Geothermie

Die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) setzen die Zusammenarbeit bei der geowissenschaftlichen Erkundung der tiefen Geothermie in Wuppertal fort. Ziel ist eine fundierte Machbarkeitsstudie für die Nutzung von Wärme aus mehreren tausend Metern Tiefe. Denn Erdwärme kann eine klimafreundliche und zukunftssichere Energiequelle für die städtische Wärmeversorgung darstellen.

von | 10.04.26

Solche sogenannten Vibro-Trucks waren 2025 in Wuppertal unterwegs, um seismische Messungen durchzuführen.
Quelle: DMT, Essen
Solche sogenannten Vibro-Trucks waren 2025 in Wuppertal unterwegs, um seismische Messungen durchzuführen.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden geologische Daten aus dem tiefen Untergrund ausgewertet und modelliert, um das Potenzial hydrothermaler Wärmequellen im Wuppertaler Stadtgebiet detailliert einschätzen zu können. Die Untersuchung baut auf Ergebnissen einer Potenzialanalyse auf, die 2023 erstellt wurde.

Nun geht es darum, die Grundlagen für mögliche spätere Maßnahmen zur Erschließung tiefer Erdwärmequellen zu schaffen. Zu diesen Maßnahmen gehören Erkundungsbohrungen und ggf. weitergehende seismische Erkundungen. Die Studie konzentriert sich konkret auf die Identifikation und Bewertung von wasserführenden Gesteinsschichten.

In Wuppertal handelt es sich dabei um sogenannte Massenkalke aus dem Devon. Diese liegen im Norden von Wuppertal in großer Tiefe und weisen so hohe Temperaturen auf, die für die Erdwärmenutzung geeignet sein könnten. Gleichzeitig muss in den Zielhorizonten eine ausreichende Durchlässigkeit vorhanden sein, um die notwendige Zirkulation zu gewährleisten.

„Die Machbarkeitsstudie dient uns als Entscheidungsgrundlage, ob und wie wir unser Projekt weiterverfolgen können. Viele technische und wirtschaftliche Fragen sind noch offen“, betont Dominik Pröpper, Leiter Erzeugung Strom und Fernwärme der WSW Energie & Wasser AG. „Wenn die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung gegeben sind, kann die tiefe Geothermie ein zukunftsweisender Baustein für eine sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung in Wuppertal sein.“

Erdwärme als nachhaltige Wärmequelle

Die Zusammenarbeit von WSW und Fraunhofer IEG profitiert von landesweiten geowissenschaftlichen Vorarbeiten: Im Zuge der im Rahmen des „Masterplans Geothermie NRW“ durchgeführte seismischen Messkampagne entlang des historischen Westfälischen Hellwegs und in der Region des östlichen Ruhrgebietes, hat der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen systematische Daten zur geologischen Struktur des tiefen Untergrunds gewonnen und wertet diese derzeit aus. Diese Messungen fanden auch am nördlichen Rand des Wuppertaler Stadtgebiets statt. Die gewonnenen Datensätze helfen dabei, regionale geologische Modelle zu erstellen, die sowohl für die Kommunale Wärmeplanung als auch für weiterführende Projekte relevant sind. Die Ergebnisse der Seismik-Kampagne fließen in die Bewertung des geothermischen Potenzials in den untersuchten Regionen ein und stehen – nach Auswertung – der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Ergebnisse sollen Ende 2026 vorliegen

„Erdwärme bietet eine stabile, klimafreundliche und lokale Wärmequelle. In der Analyse aus 2023 konnten wir erarbeiten, dass ein Potenzial im Wuppertaler Norden und Nordosten vorliegt. Nun prüfen wir, wie dieses Potential zuverlässig erschlossen werden kann. Gleichzeitig betrachten wir, welche weiteren Erkundungsmaßnahmen nötig sind, um Geothermie in Wuppertal effizient zu nutzen“, so Laureen Benoit, Projektleiterin am Fraunhofer IEG.

Die Ergebnisse der Geothermie-Machbarkeitsstudie für Wuppertal sollen Ende 2026 vorliegen.

„Wenn die Ergebnisse positiv ausfallen, können wir Erdwärme im kommenden Jahrzehnt nutzen“, erklärt Dominik Pröpper.

Die Erlaubnis zur Aufsuchung des Bodenschatzes Erdwärme zu gewerblichen Zwecken haben die WSW von der Bezirksregierung Arnsberg Ende 2024 erteilt bekommen. Mit dieser Erlaubnis darf nach unterirdischen Wärmequellen gesucht werden, um herauszufinden, wie ergiebig sie sind. Die Machbarkeitsstudie wird aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.


Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dipl.-Geophys. Gregor Bussmann, Fraunhofer IEG, gregor.bussmann@ieg.fraunhofer.de

Quelle: Fraunhofer IEG

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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