Starkregen kann innerhalb kurzer Zeit Schlammfluten auslösen und erhebliche Schäden verursachen. Die Universität Trier entwickelt deshalb gemeinsam mit internationalen Partnern Strategien, um solche Ereignisse besser vorherzusagen und ihre Folgen zu begrenzen.
Grenzüberschreitendes Projekt gegen Schlammfluten
Die Flutkatastrophe im Ahrtal ist vielen Menschen noch in Erinnerung. Doch auch deutlich kleinere Starkregenereignisse können örtlich schwere Schäden durch Schlammfluten verursachen. In einigen Regionen gibt es bereits Maßnahmen, um sich besser auf solche Ereignisse vorzubereiten. Das Projekt MUDCAP (MUDdy flood mitigation through transnational action-oriented CAPacity building) soll diese Ansätze nun auf eine gemeinsame und wissenschaftlich fundierte Grundlage stellen.
„Die bisherigen Lösungen sind oft kleinteilig und lassen sich schwer auf andere regionale Kontexte übertragen“, erläutert Dr. Manuel Seeger aus der Physischen Geographie an der Universität Trier die Problematik. „Wir wollen allgemeinere Lösungen entwickeln und testen, indem wir praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Expertise mit dem Einsatz lokaler Akteure verbinden.“
EU fördert Zusammenarbeit bis 2029
Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Interreg North-West Europe Programms bis 2029 mit mehr als 3,5 Millionen Euro. Am Projekt beteiligt sind Praxispartner, Behörden, Regionalverwaltungen und Universitäten aus Deutschland, Belgien und Frankreich. Die Forschenden verfolgen dabei mehrere Ziele. Sie wollen Flutvorhersagen und Entscheidungsprozesse mithilfe von Datensammlungen und digitalen Werkzeugen verbessern, den Wissenstransfer zwischen den Regionen Nordwesteuropas durch Leitlinien und Schulungen erleichtern sowie die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren stärken.
Die verschiedenen Ansätze werden an vier repräsentativen Standorten erprobt: in den Flussgebieten von Herk und Dyle in Belgien, im Einzugsgebiet der Canche-Authie in Frankreich sowie im Einzugsgebiet der Ruwer im Kreis Trier-Saarburg. Dort sollen Daten-, Dokumentations- und Kartenlücken geschlossen sowie der Informationsaustausch und das Bewusstsein für die Problematik gemeinsam mit lokalen Akteuren gestärkt werden.
Mehr InformationenQuelle: Gemeinsam gegen Flutrisiken: EU fördert MUDCAP-Projekt









