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FH Münster: Trinkwasser direkt aus Luft gewinnen

Wasserknappheit und der Zugang zu sauberem Trinkwasser sind in vielen Regionen der Welt ein wachsendes Problem. An der FH Münster möchten möchten Louisa Graupe und Julika Schwarz mit ihrem Bachelorprojekt „Water from Air“ einen Beitrag zur Lösung leisten.

von | 06.10.25

Die Anlage „Water from Air“
Foto: privat

Die Designabsolventinnen der FH Münster haben im Rahmen ihrer Bachelorprojekt “Water from Air”   ein Konzept für einen mobilen Wassererzeuger- und Speicher entwickelt. Dieser soll sich kostengünstig und einfach herstellen lassen und ohne externe Stromquellen allein mit Sonnenenergie auskommen. Dafür haben sie sich die chemischen Eigenschaften der innovativen Metal-Organic-Framework-Materialien (MOFs) zunutze gemacht, die wie ein Schwamm Wassermoleküle aus der Luft aufsaugen und bei Wärmezufuhr wieder abgeben können.

„Wir haben uns intensiv mit einem Materialchemiker der Universität Wien ausgetauscht und wissenschaftliche Paper zu MOFs studiert, um eine fundierte theoretische Grundlage für unser gestaltetes Produkt zu haben“, erklärt Graupe.

Ergebnis ist ein etwa 60 cm hohes Gerät, bei dem sich oben ein Deckel öffnen lässt, wodurch die MOFs das Wasser aus der Luft aufnehmen können. Ist der Deckel geschlossen, erwärmt sich das Innere, die Feuchtigkeit kondensiert zu Flüssigkeit und fließt in einen kleinen Tank am Boden. So produziert das System pro Tag rund sechs Liter frisches Trinkwasser, das ohne Filter oder komplizierte Wartung direkt entnommen werden kann.

„Uns war wichtig, dass das Gerät möglichst einfach zu handhaben ist. Es lässt sich leicht säubern und mit einer Hand bedienen, sodass man gut eine Trinkflasche zum Auffüllen darunter halten kann, ohne dass Wasser daneben geht“, ergänzt Schwarz.

Louisa Graupe (l.) und Julika Schwarz. Foto: privat

Die beiden Designerinnen verfolgen das Ziel, „das Konzept so weiterzuentwickeln, dass es tatsächlich umgesetzt wird und vielen Menschen auf der Welt helfen kann“.

„Das Material, mit dem wir gearbeitet haben, wurde bisher nur in aufwändigen Laborversuchen eingesetzt und befindet sich in einem Patentverfahren, sodass wir es für unseren Prototyp leider noch nicht verwenden konnten. Unser Traum ist auf jeden Fall, unseren Entwurf in der Realität zu testen.“

Hierzu halten sie Ausschau nach möglichen Kooperationspartnern und Fördergeldern. Um dies zu erreichen, haben sie ihr Projekt, auch auf Anraten ihrer beiden Betreuer an der MSD Prof. Steffen Schulz und Jan Wertel, bei verschiedenen nationalen und internationalen Design- und Innovationspreisen eingereicht und dort schon einige Erfolge erzielt: Unter anderem erreichten sie die zweite Runde des Bundespreis Ecodesign – der höchsten Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland – verbunden mit einer Ausstellung im feldfünf in Berlin und haben beim Creative Conscience Award in London in der Kategorie Product and Structural Design den Silber Award erhalten.

Mit Designlösungen für Naturkatastrophen waren die beiden zum ersten Mal während eines gemeinsamen Auslandssemesters an einer Partnerhochschule der FH Münster in Lissabon in Berührung gekommen.

„Da haben wir so gut zusammengearbeitet und fanden das Themenfeld so spannend, dass wir auch unser Bachelorprojekt zu einem gesellschaftlich relevanten Thema machen wollten“, erinnern sie sich. „Wir möchten zeigen, dass es möglich ist, durch Produktdesign das Leben in Zeiten des Klimawandels nachhaltig zu verändern.“


(Quelle: FH Münster)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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