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EU-Projekt ZeroPM sucht Lösungen gegen die Verschmutzung durch PM-Stoffe

Persistente, mobile Substanzen (PM) werden als ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit von Wasserressourcen angesehen. Sind sie in Rohwässern zur Trinkwasserversorgung vorhanden, sind teure Technologien zu ihrer Entfernung erforderlich. Die bekanntesten Vertreter der PM-Stoffe sind Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS), aber es gibt noch zahlreiche andere Substanzen, die unter diese Gruppe fallen. Im Herbst 2021 startet das […]

von | 14.09.21

Persistente, mobile Substanzen (PM) werden als ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit von Wasserressourcen angesehen. Sind sie in Rohwässern zur Trinkwasserversorgung vorhanden, sind teure Technologien zu ihrer Entfernung erforderlich. Die bekanntesten Vertreter der PM-Stoffe sind Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen (PFAS), aber es gibt noch zahlreiche andere Substanzen, die unter diese Gruppe fallen. Im Herbst 2021 startet das europäische Forschungsprojekt Zero Pollution of Persistent, Mobile substances (ZeroPM). Es zielt darauf ab, dem Eintrag von PM-Stoffen in die Umwelt vorzubeugen, besonders problematische Substanzen zu identifizieren und Maßnahmen zur Eintragsminderung für diese vorzuschlagen.

15 Kooperationspartner, 11,6 Mio. € Fördersumme, fünf Jahre Laufzeit

Das Projekt wird vom Norwegischen Geotechnischen Institut geleitet mit Dr. Sarah Hale als Projektkoordinatorin und Prof. Hans Peter Arp als Co-Koordinator. Das Ziel des Projektes ist es, Präventions-, Priorisierungs- und Beseitigungsstrategien miteinander zu verknüpfen und Synergien zu schaffen, um die Umwelt und die menschliche Gesundheit vor PM-Stoffen zu schützen. Um dies zu erreichen, wird ZeroPM ein evidenzbasiertes, mehrstufiges Rahmenwerk etablieren, das politische, technologische und marktwirtschaftliche Anreize zur Minimierung der Emissionen ganzer Gruppen von PM-Stoffen schafft. Ziel von ZeroPM ist es, die Ambitionen der Europäischen Chemikalienstrategie vor Ort zu verwirklichen und den Weg hin zu einer schadstofffreien, giftfreien Umwelt zu unterstützen. Dies soll durch politische Verbesserungen, eine Steigerung der Geschäftsmöglichkeiten und der Wettbewerbsfähigkeit, eine verbesserte Lebensgrundlage für EU-Bürger und die Bereitstellung von über den Stand der Technik hinausgehende Methoden erreicht werden. So soll verhindert werden, dass PM-Stoffe durch Stoffe ersetzt werden, die ähnlich problematische Eigenschaften aufweisen.

Die ZeroPM-Partner sind: Universität Stockholm (Schweden), Vrije Universiteit Amsterdam (Niederlande), TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser (Deutschland), Milieu Law and Policy Consulting (Belgien), ChemSec (Schweden), Umweltbundesamt (Deutschland), ETH Zürich (Schweiz), University of Luxembourg (Luxemburg), University of the Aegean (Griechenland), TG Environmental Research (Großbritannien), Technische Hochschule Chalmers (Schweden), Norwegisches Wasserforschungsinstitut (Norwegen), Universität Wien (Österreich) und Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (Deutschland).

TZW sucht nach Aufbereitungslösungen

Das TZW: DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) wird im Projekt ZeroPM das Arbeitspaket “Technische Lösungen, Methodenentwicklung und Analytik” leiten. Dies beinhaltet experimentelle Untersuchungen zur Entfernung kurzkettiger PFAS und anderer PM-Stoffe aus Wasser durch eine innovative Verfahrenskombination aus Aktivkohlefiltration und Ionenaustausch. Auch die Regeneration der Materialien und der elektrochemische Abbau möglicher PM-Rückstände finden Beachtung. In Versuchen sowohl im Labor des TZW als auch im Pilotmaßstab in zwei Wasserwerken erfolgen die Eignungsprüfung der Verfahren für die Trinkwasseraufbereitung und zur Behandlung eines Umkehrosmose-Konzentrats zur Unterbindung des Eintrags dieser Stoffe in die Umwelt. Zusätzlich werden vergleichende Untersuchungen zum Rückhalt dieser Stoffe mit Nanofiltrations- (NF) und Umkehrosmose- (UO) Membranen an einer Laboranlage im Technikum des TZW durchgeführt.

Der PFAS-Summenparameter „Total Oxidizable Precursor“(TOP-Assay), der zukünftig im Rahmen der neuen EU-Trinkwasserverordnung an Bedeutung gewinnen kann, wird vom TZW weiter optimiert werden. Außerdem werden Untersuchungen zum Einfluss verschiedener Probenvorbereitungstechniken auf die PFAS-Gehalte in wässrigen Eluaten durchgeführt.
Im Rahmen von ZeroPM erfolgt auch die Entwicklung neuer analytischer Nachweismethoden für weitere PM-Stoffe durch das TZW und deren Anwendung bei Monitoringprogrammen in verschiedenen Wasserwerken. So kann bewertet werden, wie eine technische Entfernung für diese neuen Stoffe möglich ist.

Fachlicher Kontakt am TZW:
Dr. Marco Scheurer / Abteilung Wasserchemie
Sachgebietsleitung Wasserchemische Forschung
Karlsruher Straße 84 / 76139 Karlsruhe / Germany
T +49 (0)721 9678-255 / F +49 (0)721 9678-104
marco.scheurer@tzw.de / www.tzw.de

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