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Erhöhter Wasserverbrauch trotz weniger wasserintensiver Pflanzen

Auch wenn die Landwirt:innen auf weniger wasserintensive Kulturen umstellen, treibt der Klimawandel den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft in Zentralasien in die Höhe. Eine neue Studie von IAMO-Forschenden zeigt, dass steigende Temperaturen und der Wasserbedarf der Atmosphäre mittlerweile größer sind als die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen. Infolgedessen wächst der Druck auf die ohnehin schon knappen Wasserressourcen in einer der wasserärmsten Regionen der Welt.

von | 16.02.26

Source: AdobeStock/sawitreelyaon
Catalonia

Der Klimawandel hat größeren Einfluss auf die Wasserbilanz in Zentralasien als Veränderungen im Anbau von Nutzpflanzen. Forschende zeigen einen ernüchternden Trend für die Landwirtschaft in Zentralasien auf: Der Klimawandel hat den Wasserverbrauch der Pflanzen in der Region erheblich erhöht, trotz der Umstellung auf weniger wasserintensive Pflanzen.

Die Studie konzentriert sich auf das Amu-Darja-Becken, das wichtigste Flusssystem der Region, und analysiert satellitengestützte Schätzungen der tatsächlichen Evapotranspiration von 1987 bis 2019. Die Ergebnisse zeigen, dass der gesamte Wasserverbrauch der Nutzpflanzen in diesem Zeitraum um 10 % gestiegen ist, während der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Hektar um 18 % zugenommen hat.

Klimawandel erhöht Wasserverbrauch

Der Hauptgrund dafür ist der Klimawandel. Allein die steigenden Temperaturen und der höhere Wasserbedarf der Atmosphäre hätten den Wasserverbrauch der Pflanzen um 21 % pro Hektar in die Höhe getrieben. Veränderungen in der Landwirtschaft, vor allem die Umstellung von wasserintensiven Sommerkulturen wie Baumwolle auf Winterweizen, konnten nur etwa 3 % dieses Anstiegs ausgleichen.

„Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Anpassung in der Landwirtschaft Grenzen hat“, sagt IAMO-Wissenschaftlerin Daniela Peña-Guerrero, Hauptautorin der Studie. „Selbst eine erhebliche Umstellung auf weniger wasserintensive Anbaumethoden kann mit den sich beschleunigenden Auswirkungen des Klimawandels nicht Schritt halten.“

Die flussabwärts gelegenen Regionen des Amu-Darja-Beckens sind besonders gefährdet. Wasserintensive Kulturen sind nach wie vor weit verbreitet, die Bewässerungsinfrastruktur ist veraltet und der Wasserstress ist bereits jetzt sehr hoch. Diese Bedingungen verstärken die Auswirkungen steigender Temperaturen und des wachsenden Wasserbedarfs in der Atmosphäre. Die Ergebnisse sind von globaler Relevanz.

Wasserknappheit wird sich verstärken

In bewässerten Trockengebieten ist die Verbesserung der Wassernutzungseffizienz in wasserarmen Becken von entscheidender Bedeutung, aber Effizienzsteigerungen und Umstellungen im Anbau allein können mit dem Klimawandel nicht Schritt halten. Ohne eine entschiedene Reduzierung der Treibhausgasemissionen wird sich die Wasserknappheit weiter verschärfen und die Risiken für die Nahrungsmittelproduktion, die Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung und die regionale Stabilität erhöhen.

Eine interaktive StoryMap ermöglicht es den Leser:innen, die räumlichen Muster und langfristigen Trends der landwirtschaftlichen Wassernutzung im Amu-Darja-Becken zu erkunden.


Originalpublikation:
Peña-Guerrero, M.D., Senay, G.B., Umirbekov, A. et al. Climate change has increased crop water consumption in Central Asia despite less water-intensive cropping. Commun Earth Environ 7, 122 (2026). http://doi.org/10.1038/s43247-025-03142-y

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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