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Beregnungsexperiment im Donaumoos: dem Torf auf der Spur

Wenn Starkregen auf landwirtschaftlichen genutzten Moorboden fällt, hat das Konsequenzen. Welche genauen konkreten Folgen diese Ereignisse haben, untersucht ein aktuelles Projekt der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) im Donaumoos – mit einem eher ungewöhnlichen Versuchsaufbau: einer Beregnungssimulation zu drei verschiedenen Jahreszeiten.

von | 16.04.26

Dr. Peter Fischer
Quelle: Petra Hemmelmann

Geleitet wird das Projekt von Dr. Peter Fischer vom Fachgebiet für Bodengeographie und Bodenerosion in Kooperation mit dem Donaumoos-Team. Ziel ist es, die Hydrologie landwirtschaftlich genutzter Moorstandorte besser zu verstehen – also wie trockengelegte Torfböden Wasser aufnehmen, speichern und weiterleiten.

„Es geht also um deutlich mehr als nur die Frage, ist Wasser da oder nicht“, betont Fischer.

Ein Beregnungsexperiment auf Torf sei dabei ein Novum. Torf ist ein organischer Boden, der zu mindestens 30 Prozent aus zersetzten Pflanzenresten besteht. Moore seien nicht nur „ein toller, artenreicher Lebensraum“, sondern auch „ein wichtiger Speicher für Kohlenstoff und Wasser“, so Fischer.

Wichtige Schwammfunktion der Moore

Tatsächlich gehören Moore zu den bedeutendsten Kohlenstoffspeichern der Erde, da unter nassen Bedingungen kaum Zersetzung stattfindet. In Deutschland jedoch sind rund 95 Prozent der Moore trockengelegt worden. Dadurch wird nicht nur CO₂ freigesetzt, auch zentrale Eigenschaften gehen verloren: Intakter Torfboden wirkt wie ein Schwamm, der Wasser speichert und verzögert abgibt – und so auch zum Hochwasserschutz beiträgt. Genau diese Funktionen untersucht das KU-Projekt.

„Bislang ist nur wenig darüber bekannt, wie sich heutige Landnutzungspraktiken, Bodenverdichtungen und unterschiedliche Vegetationsbedeckungen auf dieses Verhalten und das Potential, Hochwasserentstehung abzuschwächen, auswirken“, erklärt Fischer.

Für seinen Feldversuch nutzt Fischer zwei Grünland- und zwei Ackerflächen aus dem Flächeninventar des Donaumoos-Zweckverbandes in den Gemeinden Königsmoos und Langenmosen. Mit einer mobilen Anlage („Rainmaker“) simuliert er Starkregen auf kleinen Flächen. So wird es drei zeitlich getrennte Beregnungskampagnen geben, um unterschiedliche Anfangswassergehalte, Grundwasserstände und Bodenbedeckungen im Experiment abbilden zu können. Anhand dessen lässt sich bestimmen, wie viel Wasser versickert oder stehen bleibt.

„Im Kern geht es um das Schicksal des Wassers“,  fasst Peter Fischer das Forschungsprojekt zusammen.

Transparente Wissenschaftskommunikation als Schlüssel

Angesichts zunehmender Extremwetter liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse. Langfristig soll es helfen, Moorböden besser im Spannungsfeld von Landwirtschaft, Klimaschutz und Wasserhaushalt zu bewerten. Fischer setzt dabei bewusst auf Transparenz und Austausch: Gemeinsam mit Prof. Dr. Jan Hiller sind öffentliche Vorführungen und Bildungsangebote geplant.

Ein zentrales Anliegen ist es, Vorbehalte gegenüber der Wiedervernässung abzubauen.

„Aktuell sorgen sich viele Ortsansässige, die Wiedervernässung erhöhe die Hochwassergefahr – tatsächlich ist das Gegenteil der Fall und das möchte ich empirisch zeigen und nachvollziehbar machen. Viele sagen, wenn die Badewanne voll ist, dann kann sie kein Wasser mehr aufnehmen, aber das Donaumoos ist eben keine Badewanne.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Peter Fischer
Peter.Fischer@ku.de


Quelle: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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