Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Kläranlage als Rohstoffquelle: So soll aus Abwasser Kunststoff und Biodiesel gewonnen werden

Das innovative Forschungsprojekt WOW! will das Rohstoffpotenzial des Abwassers nutzen. Dafür sollen Wertschöpfungsketten für drei Rohstoffe aus dem Abwasser untersucht werden, um daraus die Herstellung von verschiedenen Bioprodukten zu ermöglichen.

von | 25.07.18

Startbesprechung zum Forschungsprojekt WOW! in Amersfoort im Mai 2018 (Bild: Wupperverband).

Abwasser enthält kohlenstoffhaltige Bestandteile, die als Rohstoff für biobasierte Produkte genutzt werden könnten, allerdings wird dieses Potenzial bisher kaum genutzt. Es gibt Marktchancen für Rohstoffe aus Abwasser, dies erfordert allerdings einen Wertewechsel in der Abwasserreinigung: die Kläranlage als Rohstoffquelle. In dem Forschungsprojekt WOW! sollen Wertschöpfungsketten für drei Rohstoffe aus Abwasser mit fünf hieraus erzeugten Produkten untersucht werden: Zellulose (Biokohle, Bioöl, Essigsäure), Lipide (Biodiesel) und Polyhydroxyalkanoate (PHA – Biokunststoff). Die Rückgewinnung der drei Rohstoffe aus kommunalem Abwasser soll mit Pilotanlagen in unterschiedlichen technologischen Reifegraden (Technology Readiness Level (TRL)) erprobt werden. Dies reicht von einer kleinen Versuchsanlage im Labor bis hin zu einer praxisnahen Pilotanlage direkt auf der Kläranlage Buchenhofen.
„WOW!“ steht für “Wider business Opportunities for raw materials from Waste water”. In Wuppertal wird das Projekt begleitet von der Wupperverbandsgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft mbH (WiW), die die Wertschöpfungsketten identifizieren wird und dem Wupperverband als Subpartner, der Biokunststoffe aus Abwasser mit einer Pilotanlage herstellen wird.
Das Projekt ist im März dieses Jahres gestartet und läuft bis September 2021. Es wird mit 3,8 Millionen Euro vom Interreg North-West Europe Program gefördert; die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf 6,4 Millionen Euro.

Hintergrundinformationen

Folgenden Gesamt-Aktivitäten werden im Rahmen des Projektes durchgeführt:

  • Identifizierung von Wertschöpfungsketten mit hohem Potenzial für kohlenstoffbasierte Rohstoffe aus Abwasser,
  • Entwicklung eines Decision Support Tools für die Nutzung kohlenstoffbasierter Rohstoffe aus Abwasser,
  • Untersuchung der technischen Machbarkeit in drei Pilotanwendungen zur Nutzbarmachung von Cellulose, Fett und PHA aus Abwasser,
  •  Entwicklung von Bioprodukten aus Abwasser wie Bioplastik, Biokraftstoffe, Biokohle sowie
  • Ableitung von nationalen Handlungsplänen und ein EU-Umsetzungsfahrplan für die Implementierung von Wertschöpfungsketten aus Abwasser.

Projektpartner

Das Projektkonsortium besteht aus folgenden Partnern:

  • NL: Water authority Vallei en Veluwe
  • DE: Wupperverbandsgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft (Subpartner Wupperverband)
  • DE: Technische Universität Kaiserlautern
  • LU: Université du Luxembourg
  • BE: VLARIO
  • FR: Natureplast
  • NL: Avans Hogeschool
  • DE: REMONDIS Aqua Industrie
  • BE: VITO
  • NL: Pulsed Heat
  • NL: CirTec
  • GB: Severn Trent Water

Weitere Informationen sind auf der Webseite der Interreg North-West zu finden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Nachhaltige Entwicklung neu gedacht
Nachhaltige Entwicklung neu gedacht

Nachhaltige Entwicklung soll Natur, Gesellschaft und Wirtschaft in Einklang bringen – doch das bisherige Drei-Säulen-Modell trennt diese Bereiche oft künstlich voneinander. Angesichts von Klimakrise, Artensterben und wachsender Ungleichheit fordern Forschende rund um IPBES-Expert:innen wie Prof. Josef Settele (UFZ) deshalb ein neues Verständnis: Nachhaltigkeit als ein integriertes System, in dem die Natur die Basis bildet. Der Ansatz wurde jetzt in Nature Communications Sustainability vorgestellt.

mehr lesen
Forschende rekonstruieren Pompejis Wasserversorgung
Forschende rekonstruieren Pompejis Wasserversorgung

Wie kam das Wasser nach Pompeji – und wie hygienisch waren die berühmten römischen Bäder wirklich? Ein Team der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat anhand von Kalkablagerungen das antike Wasserversorgungssystem rekonstruiert und dabei Hinweise auf mineralisiertes, teils verunreinigtes Badewasser gefunden.

mehr lesen
Neuer Vertriebsvorstand bei der HUBER SE
Neuer Vertriebsvorstand bei der HUBER SE

Personelle Veränderungen im Vorstand der HUBER SE: Bisheriger Vertriebsleiter Franz Heindl wird zum 01.01.2026 in den Vorstand der HUBER SE berufen und verantwortet künftig den Ressort Vertrieb.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03