Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Glyphosat: Forschung an Nachweis-Konzept

Glyphosat ist ein sehr häufig eingesetztes Herbizid. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Der schnelle und möglichst wenig aufwendige Nachweis von Glyphosat ist daher ein wichtiges Thema für die Forschung an der Universität Leipzig und an der TU Dresden.

von | 22.06.20

Um Glyphosat schnell und zuverlässig nachweisen zu können, arbeiten zwei Universitäten an einem gemeinsamen Forschungsprojekt zusammen.

Wissenschaftler der Universität Leipzig und der Technischen Universität Dresden widmen sich in Zusammenarbeit mit drei sächsischen Firmen seit mehr als einem Jahr in einem gemeinsamen Forschungsprojekt dem Nachweis von Glyphosat. Prof. Dr. Tilo Pompe vom Institut für Biochemie der Universität Leipzig hat über die wissenschaftlichen Grundlagen des Projekts jetzt gemeinsam mit seinen Kollegen in dem Fachjournal „Biosensors and Bioelectronics“ berichtet.

Nachweis von Glyphosat

„Der bisherige Nachweis von Glyphosat erfolgte mit aufwändigen labordiagnostischen Methoden. Das von uns entwickelte Nachweis-Prinzip nutzt die natürliche Reaktion von Glyphosat in Pflanzen und ist durch diese Nachahmung des Wirkprinzips hochspezifisch“, erklärt er. An eine Chip-Oberfläche wird das entsprechende Enzym angebunden. Während des Nachweises binden elastische Hydrogel-Mikropartikel an diese Oberfläche. Wenn Glyphosat in der Nachweislösung ist, wird die Anbindung der Mikropartikel an die Chip-Oberfläche konzentrationsabhängig verhindert.

Pestizid-Grenzwerte im Trinkwasser

„Durch die Nutzung der Mikropartikel-Bindung kann der Nachweis extrem sensitiv im Bereich von Pestizid-Grenzwerten für Trinkwasser durchgeführt werden“, sagt Pompe. Gleichzeitig könne die Methode als einfaches, mobiles Nachweis-Prinzip durch optische Ausleseverfahren in die Praxis umgesetzt werden. Aus diesem Grund wird in dem aktuellen Forschungsprojekt mit sächsischen Firmen an der Ausarbeitung eines mobiles Auslesegeräts gearbeitet. Gleichzeitig wurde das Nachweis-Prinzip zum Patent angemeldet, und es werden aktuell Firmen für dessen Kommerzialisierung gesucht.
Originaltitel der Veröffentlichung in „Biosensors and Bioelectronics“:
Picomolar glyphosate sensitivity of an optical particle-based sensor utilizing biomimetic interaction principles“, doi.org/10.1016/j.bios.2020.112262

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze
Wasserkraftverband warnt vor Folgen der neuen 25-kW-Grenze

Der Wasserkraftverband Mitteldeutschland warnt vor Auswirkungen der geplanten EEG-Novelle 2027 auf kleine Wasserkraftprojekte. Neue Anlagen unter 25 kW sollen nach Angaben des Verbands keine EEG-Vergütung mehr erhalten. Zugleich fordert er, bestehende Querbauwerke vor einem Rückbau auf ihre wasserwirtschaftliche, ökologische und energetische Weiternutzung zu prüfen.

mehr lesen
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst
Restaurierungsstopp lässt Phosphorproblem im Arendsee ungelöst

Der Altmarkkreis Salzwedel hat Ende Juli die Genehmigung für das geplante Restaurierungskonzept des Arendsees versagt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zugleich, woher ein wesentlicher Teil der Phosphorbelastung stammt und warum Fachleute sowohl eine Sanierung der Eintragsquellen als auch eine Reduzierung des Phosphors im See für erforderlich halten.

mehr lesen
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung
Weniger Stagnation im Netz: Bigge erneuert Trinkwasserleitung

Die Hochsauerlandwasser GmbH erneuert im Zentrum von Bigge rund 530 Meter einer Trinkwasser-Hauptleitung aus den 1950er Jahren. Neben dem Alter der Leitung sind defekte Armaturen und die bisherige Überdimensionierung Gründe für die Sanierung. Insgesamt investiert der Versorger rund 280.000 Euro.

mehr lesen
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie
16 Hochwasser in zwei Jahren: Europas vergessene Flutserie

Die Magdalenenflut von 1342 galt lange als herausragendes Einzelereignis. Eine kürzlich veröffentlichte Studie rekonstruiert nun 16 überregionale Hochwasser zwischen 1341 und 1343 und zeigt, dass mehrere extreme Ereignisse in kurzer Folge auftraten. Die Ergebnisse sind auch für die heutige Bewertung von Hochwasserrisiken relevant.

mehr lesen
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit
Moorschutz weltweit: Neun Erfolgsgeschichten trotz Klimamüdigkeit

Moore gelten meist als Sorgenkind des Klimaschutzes – degradiert und klimaschädlich. Eine neue internationale Studie zeigt jetzt die andere Seite: neun „Bright Spots“ aus aller Welt, in denen Wiedervernässung, Renaturierung und Paludikultur bereits heute erfolgreich Klima- und Naturschutz vereinen.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03