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So verändert der Klimawandel Deutschland

Führende Klimaforscher stellen erstmals aktuelle belastbare Klimaprojektionen für Deutschland und die Flusseinzugsgebiete vor. Fazit: Es wird trocken im Südwesten, feucht im Nordosten.

von | 07.12.17

Mehr trockene, heiße Sommer sagen die Forscher für den Südwesten Deutschlands voraus

Klimaforscher der Universität Hohenheim in Stuttgart und ihre Projektpartner präsentieren am 6. und 7. Dezember in Wiesbaden die Ergebnisse ihrer regionalen Klimaprojektionen für Deutschland. Demnach stehen uns heiße und trockene Sommer sowie milde und feuchte Winter bevor. Das ganze Land, so die Forscher, wird die Folgen des Klimawandels empfindlich zu spüren bekommen – wenn die Politik nicht aktiv gegensteuert.

Mehr Hitze, mehr Starkregen

Bei einem Weiter-wie-bisher-Szenario werden demnach Hitzeperioden zunehmen, wird Starkregen heftiger, erhöht sich die Jahresmitteltemperatur um wahrscheinlich fast 4 °C – mit massiven Konsequenzen für die Landwirtschaft und die Gesundheit. Wenn jedoch alle Vereinbarungen konsequent umgesetzt werden, ist das in Paris vereinbarte Zwei-Grad-Ziel immer noch erreichbar. Dies ist das Ergebnis eines von den Bundesländern initiierten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit drei Millionen Euro geförderten Projektes mit dem Titel „Regionale Klimaprojektionen Ensemble für Deutschland“ (ReKliEs-De). Erstmals gibt es damit aktuelle belastbare Aussagen über die Bandbreite der mittleren Änderungen und der Extreme der zukünftigen Klimaentwicklung in Deutschland sowie den Einzugsgebieten der großen nach Deutschland entwässernden Flüsse für die Klimafolgenforschung und Politikberatung.

Mehr Hochwasser, weniger Grundwasser

Bei den Niederschlägen haben die Forscher große Unterschiede zwischen den Jahreszeiten errechnet: Im Winter nehmen die Niederschläge signifikant zu. „Da es wärmer wird, werden im Winter die Hochdruckgebiete aus Sibirien zurückgedrängt. Stattdessen haben wir mehr atlantische Tiefdruckgebiete“, erläutert Prof. Dr. Volker Wulfmeyer, Klimaforscher an der Universität Hohenheim. Das Problem: Durch die höheren Temperaturen kommt der Niederschlag im Winter vermehrt als Regen statt als Schnee auf die Erde. Schnee dient aber als Speicher, der bei der Schneeschmelze im Frühjahr die Grundwasservorräte auffüllt, Regen dagegen wird rasch in die Meere abgeführt. Mit kritischen Folgen: „Wir müssen uns auf mehr Hochwasser im Winter einstellen“, warnt die Hohenheimer Projektmitarbeiterin Dr. Viktoria Mohr, „und darauf, dass die Grundwasservorräte zurückgehen.“

Baden-Württemberg wird zum Hotspot

Im Sommer wird es dagegen trockener, es ist häufiger mit mehr Tagen in Folge ganz ohne Niederschlag zu rechnen. Besonders die Anzahl der Perioden mit mehr als 14 Tagen ohne Regen nimmt zu. Regional betrachtet wird im Sommer Baden-Württemberg zum Hotspot: Schräg durch Deutschland bildet sich nach den Modellrechnungen der Klimaforscher ein Gradient heraus. Der Südwesten wird wesentlich trockener sein als heute, der Nordosten zeigt dagegen kaum Veränderungen.

Dreijähriges Projekt

Das Projekt „Regionale Klimaprojektionen Ensemble für Deutschland“ (ReKliEs-De) wurde von den Bundesländern initiiert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt drei Millionen Euro gefördert. Es startete im September 2014 über gut drei Jahre bis Dezember 2017. An dem vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie koordinierten Projekt beteiligt waren: die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Climate Service Center Germany (GERICS), der Deutsche Wetterdienst, das Deutsche Klimarechenzentrum, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die Universität Hohenheim. 
Mehr Infos: Ein Ergebnisbericht stellt die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Projekt in kompakter Form zusammen. Grafiken der Projektergebnisse werden auf einer Internetseite bereitgestellt. Für die Zielgruppen des Projektes wird in einem Nutzerhandbuch erläutert, wie die wissenschaftlichen Ergebnisse in der Praxis verwendet werden können.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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