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Salzwasser-Überwachungssystem auf Spiekeroog installiert

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik haben in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) erstmalig ein Salzwasser-Überwachungssystem (SAMOS) auf der Insel Spiekeroog installiert. Damit werden Veränderungen der Salz-Süßwassergrenze im Schutzdünenbereich der Insel überwacht. Die Echtzeitauswertungen liefern entscheidende Informationen für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung durch den OOWV.

von | 04.07.20

Vor dem Salzwasser-Überwachungssystem auf Spiekeroog (v. l.): Michael Grinat, Geophysiker LIAG, Dr. Konstantin Scheihing, Projektleiter go-CAM OOWV, Robert Meyer, Elektroingenieur LIAG. (Quelle: LIAG)

Da Süßwasser leichter als Salzwasser ist, bilden sich im Untergrund von Inseln sogenannte Süßwasserlinsen, die vom umgebenden Salzwasser begrenzt werden. Diese Süßwasserressourcen nachhaltig zu nutzen – das ist auf den Nordseeinseln wie Spiekeroog eine besondere Herausforderung. Einflüsse des Klimawandels und ein zunehmender Tourismus können mit einem steigenden Wasserbedarf auf der Insel einhergehen. Die dadurch forcierten, steigenden Grundwasserentnahmen verursachen möglicherweise eine nachteilige Verschiebung der Süß-Salzwassergrenze im Untergrund. Die Folge wäre eine zunehmende Versalzung des Grundwassers, was die gesamte Wasserversorgung der Inseln gefährden könnte.

Überwachungssystem zum Schutz des Grundwassers

Um die Lage der Süß-Salzwassergrenze im Untergrund von Spiekeroog besser kontrollieren zu können, installierten LIAG-Wissenschaftler gemeinsam mit dem OOWV das Überwachungssystem SAMOS: Dabei wurde eine vertikale Elektrodenstrecke von rund 24 m Länge in ein Bohrloch von etwa 50 m Tiefe gesetzt und mit einer Messstation an der Oberfläche verknüpft. Täglich wird der elektrische Widerstand gemessen, welcher direkt mit der Mineralisation des Grundwassers zusammenhängt. Mit einem integrierten Solarpanel versorgt sich diese Monitoringanlage selbst mit Energie und kann so langfristig Daten sammeln. Das Projekt go-CAM ermöglicht dabei explizit die digitale, zeitnahe und praxisfreundliche Aufbereitung der Daten. Die Daten sind für den OOWV jederzeit einsehbar und weiter verwertbar.
„Den Überblick über die Salz- und Süßwassergrenze unter Spiekeroog zu behalten, ist für die nachhaltige Wassernutzung entscheidend“, erklärt Dr. Helga Wiederhold, LIAG-Projektleiterin go-CAM. „Wir brauchen fortlaufende Messreihen, um die Langzeitentwicklung zu verstehen. Wird zu viel Wasser abgepumpt, kann Salzwasser aufsteigen. Überschreitet der Chloridgehalt den rechtlich zulässigen Grenzwert, kann das Grundwasser nicht mehr genutzt werden. Mit unserem Salzwasser-Überwachungssystem SAMOS können wir unserem Kooperationspartner OOWV genau aufzeigen, ob sich die Salzwassergrenze verschiebt und im Zweifelsfall früh Warnung geben.“
Auch in anderen Küstenregionen Norddeutschlands ist die Überwachung der Süß-Salzwassergrenze von hoher Relevanz. Nicht zuletzt wirken sich der klimabedingte Anstieg des Meeresspiegels und weitere Einflüsse des Klimawandels sowie demografische Veränderungen auf die Grundwassererneuerung aus. Innerhalb des Projekts go-CAM wurde das Salzwasser-Überwachungssystem auch an einem Standort zur Trinkwassergewinnung bei Jever installiert.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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