Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Chemische Desinfektion: den Teufel mit Beelzebub austreiben?

Die Desinfektion von Trinkwasser mit Chlorverbindungen ist übliche Praxis. Doch dabei können Nebenprodukte entstehen, die zum Teil gesundheitsschädlich sind. Forscher der Universität in Linköping, Schweden, haben diese Desinfektions-Nebenprodukte in verschiedenen Wasserwerken mittels Non-Target-Analytik untersucht.

von | 02.07.19

Chlorhaltige Desinfektionsmittel entfernen keine Bakterien und Viren, sondern töten bzw. inaktivieren sie, indem sie oxidierend wirken. Die Reaktion des Desinfektionsmittels mit dem im Wasser vorhandenen organischen Material, seien es die Reste der getöteten Mikroorganismen oder andere organische Inhaltsstoffe, kann zur Bildung verschiedener Desinfektions-Nebenprodukte führen, von denen einige krebserregend, frucht- oder erbgutschädigend sein können.
Forscher der Universität in Linköping, Schweden, untersuchten zusammen mit Wissenschaftlern des Helmholtzzentrums und der TU München, der University of Maryland, USA, und der North-West University in Südafrika, Wasserproben aus vier verschiedenen schwedischen Wasserwerken, von denen zwei Flusswasser, eines Grundwasser und eines Seewasser als Rohwasser zur Trinkwassergewinnung nutzen. Die Probennahme erfolgte in jedem Wasserwerk fünfmal über das Jahr verteilt, so dass auch jahreszeitliche Einflüsse sichtbar wurden.
Durch Non-Target-Analyse mittels hochauflösender Fouriertransformation-Ionen-Zyklotron-Resonanz-Massenspektrometrie wurden sowohl bereits bekannte als auch bisher unbekannte Verbindungen gefunden. In jedem Wasserwerk wurden Stoffe detektiert, die nur dort, aber in keinem der anderen drei Wasserwerke gefunden wurden. Der Anteil der für das jeweilige Werk einzigartigen Verbindungen reichte von 64-92 %. Daraus wurde geschlossen, dass die Entstehung von Desinfektionsnebenprodukten maßgeblich von der Wassermatrix am Punkt der Desinfektion abhängt und die Non-Target-Analyse sich eignet, um solche Stoffe künftig zu überwachen.
Die Originalpublikation ist eine Open-Access-Publikation und hier erhältlich.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei

Bei unterwasserarchäologischen Untersuchungen im Arendsee haben Forschende außergewöhnlich gut erhaltene, bis zu 10.500 Jahre alte Hölzer entdeckt. Die Funde könnten von bislang unbekannten Konstruktionen aus der Mittelsteinzeit stammen und neue Erkenntnisse über die Lebensweise damaliger Jäger und Sammler liefern.

mehr lesen
Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen
Ecomondo 2026: Wasserwirtschaft und resiliente Infrastrukturen

Vom 3. bis 6. November 2026 bringt die Ecomondo in Rimini Unternehmen, Versorger, Forschung und Politik aus der Green, Blue und Circular Economy zusammen. Für die Wasserwirtschaft stehen unter anderem Wasser- und Abwasserbehandlung, resiliente Infrastrukturen, Digitalisierung, Wasserwiederverwendung und die europäische Wasserpolitik im Mittelpunkt.

mehr lesen
DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien
DVGW-Kongress: EU-Vorgaben für Trinkwassermaterialien

Welche komplexen europäischen Regelungen ab dem 31.12.2026 gelten, beleuchtet der DVGW-Kongress am 17. November 2026 (online). Im Fokus stehen die neuen EU-Regularien für Materialien im Kontakt mit Trinkwasser: Europaweite Positivlisten, Zertifizierung und Konformitätsbewertung lösen die bisherigen nationalen UBA-Bewertungsgrundlagen ab – diese bleiben unter bestimmten Voraussetzungen nur noch bis maximal 2032 anwendbar. Offene Fragen reichen vom Umgang mit Bestandsprodukten bis zu Bleigrenzwerten bei metallenen Werkstoffen.

mehr lesen
Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz
Innovationspreis für Echtzeitmonitoring im Gewässerschutz

Das Projekt „Mehr Wasser für die Aue“ verbindet Gewässerentwicklung mit modernem Echtzeitmonitoring. Dafür wurden wilde-natur.org und der UHV 20 „Untere Oste“ beim niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss 26“ mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

Ingenieurbüro Alwin Eppler GmbH & Co. KG

Thema: Wasseraufbereitung

Ihr vertrauensvoller Partner für innovative Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung – seit über 70 Jahren Expertise in Planung und Umsetzung maßgeschneiderter

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03