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Wer wird die erste „Wetland City“ Deutschlands?

Zum Welttag der Feuchtgebiete ruft der Global Nature Fund deutsche Städte und Kommunen zum Handeln auf. Dabei betont der GNF die zentrale Bedeutung von Feuchtgebieten als wertvolle Ökosysteme für Mensch und Klima. Zugleich macht er deutlich, dass jeder Einzelne aktiv zum Erhalt dieser Lebensräume beitragen kann, und fordert Städte und Kommunen dazu auf, sich als „Wetland City“ zu bewerben.

von | 05.02.26

Ramsar-Feuchtgebiet Lech-Donau-Winkel.
Quelle: © Geißler

Am 2. Februar wird jedes Jahr der „Welttag der Feuchtgebiete“ (World Wetlands Day) gefeiert. Im Rahmen des Projekts „Chancen und Perspektiven für Feuchtgebiete“ setzt sich der Gobal Nature Fund (GNF) für den Schutz, den Erhalt und eine nachhaltige Nutzung dieser wertvollen Ökosysteme ein. Der GNF leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der internationalen Ramsar-Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete und ruft deutsche Städte dazu auf, sich für die internationale Akkreditierung „Wetland City“ zu bewerben.

Großer Handlungsbedarf

Feuchtgebiete sind weit mehr als nur „nasse Flächen“. Sie sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher der Erde, schützen uns vor Hochwasser und kühlen unsere überhitzten Städte. Aber sie sind stark bedroht. Der Schutz bestehender Moore und die Renaturierung von Flussauen sind deshalb wichtige Maßnahmen für unsere Sicherheit und zukünftige Lebensqualität.

Um den Verlust der Feuchtgebiete zu stoppen, ist ein Umdenken in Politik und Gesellschaft notwendig. In der Planung müssen Investitionen in natürliche Lösungen (Nature-based Solutions) berücksichtigt werden. Mit dem entsprechenden politischen Willen kann so das Fundament für den notwendigen Umbau zu sogenannten Schwammstädten geschaffen werden – weg von der schnellen Ableitung von Wasser hin zu einem intelligenten Wassermanagement.

Jeder kann einen kleinen Beitrag leisten

Aber auch jeder Einzelne kann im Alltag einen Beitrag leisten. Der Schutz beginnt im Kleinen:

  • durch den Verzicht auf Torfprodukte im Garten,
  • die Unterstützung lokaler Naturschutzinitiativen oder
  • ein nachhaltigeres Konsumverhalten.

Wer naturnah gärtnert, regionale Produkte wählt und seinen CO₂-Fußabdruck senkt, hilft mit, den Druck auf wertvolle Feuchtgebiete weltweit zu reduzieren.

Wetland Cities: Städte der Zukunft

Bis 2050 werden schätzungsweise 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Urbane Feuchtgebiete sind der Schlüssel für ein gesundes Stadtklima. Das „Wetland City Accreditation Programme“ der Ramsar-Konvention zeichnet seit 2015 Städte aus, die Vorbilder im Schutz ihrer urbanen Blau-Grün-Strukturen sind. Weltweit tragen bereits 74 Städte in 27 Ländern diesen Titel – darunter europäische Städte wie Genf oder Poznań. Auch wenn es in Deutschland aktuell noch keine akkreditierte Wetland City gibt, wird aktiv daran gearbeitet, diesen Status für erste Städte zu erreichen.

Städte und Gemeinden können sich für das Programm bewerben, wenn sie in unmittelbarer Nähe zu wertvollen Feuchtgebieten liegen, diese aktiv schützen oder wiederherstellen und die Bevölkerung aktiv in diese Maßnahmen einbinden. Der Titel „Wetland City“ ist weit mehr als eine bloße Auszeichnung. Er steht für eine Stadtentwicklung, die Klimaresilienz mit hoher Lebensqualität und wirtschaftlicher Attraktivität verbindet.


Für eine Beratung zwecks Akkreditierung stehen Udo Gattenlöhner (Geschäftsführer, E-Mail: gattenloehner@globalnature.org) und Katja Weickmann (Projektmanagerin Living Lakes, Tel: +49 30 2400 867 34, E-Mail: weickmann@globalnature.org) gerne zur Verfügung.


Quelle: Global Nature Fund (GNF)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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