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Wärmewende am Wendepunkt: Geothermie als Schlüsseltechnologie für Kommunen

Die Wärmewende steht vor dem Durchbruch: Beim Praxisforum Geothermie Bayern treffen sich Experten, um zu zeigen, wie Erdwärmeprojekte dank verbesserter Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden können. Vom 16. bis 18. Oktober liegt der Fokus auf der Nutzung von Geothermie als zentraler Baustein für eine klimaneutrale Wärmeversorgung, insbesondere in Kommunen.

von | 02.10.24

Beim Praxisforum Geothermie Bayern treffen sich Experten, um zu zeigen, wie Erdwärmeprojekte dank verbesserter Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden können.
Quelle: Adobestock/Marco2811

Das Potenzial der Geothermie in Deutschland ist enorm: Bis zu einem Drittel des gesamten Energiebedarfs könnte die Erdwärme hierzulande laut Forschern liefern. Doch bisher wird davon nur ein Bruchteil genutzt. Dank neuer Rahmenbedingungen kann die Geothermie jedoch als Schlüsseltechnologie der Wärmewende durchstarten. Ein bedeutender Anlass ist das Praxisforum Geothermie Bayern vom 16. bis 18. Oktober in Pullach bei München, kurz nachdem das Geothermie-Beschleunigungsgesetz verabschiedet wurde. Mit dem Ziel, bis 2045 den Wärmebedarf klimaneutral zu decken, kommt der Geothermie eine entscheidende Rolle in der kommunalen Wärmeplanung zu.

Neue Rahmenbedingungen ebnen den Weg für Geothermie-Erfolg

Organisator Dr. Jochen Schneider betont: „Das Praxisforum Geothermie Bayern hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen Investoren und insbesondere den Kommunen aufzuzeigen, wie Erdwärmeprojekte optimal umgesetzt werden können.“

Hier kommen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis zusammen, um Lösungen zu diskutieren.

Geothermie ist umweltschonend, unerschöpflich und bietet Versorgungssicherheit für ganze Regionen. Ihre Vorteile sind offensichtlich und überzeugend. Doch die Nutzung der natürlichen Erdwärme als dauerhafte, nachhaltige Energiequelle erfordert großen Aufwand, der in der Vergangenheit oft abschreckend wirkte.

„Mit den neuen, verbesserten Rahmenbedingungen wird die Geothermie aber regelrecht wach geküsst“, erklärt Jochen Schneider.

Alle Hauptredner des Kongresstages am 17. Oktober teilen eine zentrale Botschaft: Die bisherigen Herausforderungen bei der Realisierung von Geothermieanlagen lassen sich heute deutlich besser bewältigen.

„Wir stehen vor dem großen Durchbruch bei der Wärmewende und zeigen das beim Praxisforum in aller Deutlichkeit“, betont Schneider.

Ein zentrales Risiko bei Geothermieprojekten war bisher, dass die Suche nach heißem Thermalwasser nicht den gewünschten Erfolg bringt. Zu Beginn des Praxisforums Geothermie Bayern wird Andreas Ronge von der Förderbank KfW zusammen mit Matthias Tönnis von Munich RE die verbesserte Absicherung der Fündigkeitsrisiken und die Finanzierung von Tiefengeothermiebohrungen erörtern. Anschließend spricht Alexander Rettenberger vom Bergamt Südbayern über die Möglichkeiten, die Verfahren in der Praxis zu beschleunigen. Den Abschluss der Keynotes bildet Helmut Mangold von Innovative Energie für Pullach (IEP), der zeigt, wie tiefe Geothermie wirtschaftlich betrieben werden kann.

Kooperationen und Praxisbeispiele im Fokus der Geothermie

Das Praxisforum behandelt darüber hinaus Themen wie „Erkundung“, „Versorgungsnetze“ und „Herausforderung Bohren“. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung von Geothermieprojekten in Kommunen. Dabei wird im Forum „Zusammenspiel von Industrie, Gewerbe und Kommunen für eine nachhaltige Energieversorgung“ beleuchtet, wie Partnerschaften mit Industrie und Gewerbebetrieben, die einen konstanten Wärmebedarf haben, zur Wirtschaftlichkeit beitragen. Zahlreiche Beispiele, auch außerhalb Bayerns, verdeutlichen die Effektivität solcher Kooperationen. So plant etwa die GfA im Nordwesten von München, die bestehende Fernwärmeversorgung mit Geothermie abzusichern, während in Rheinland-Pfalz Daimler Truck, EnBW und die Stadt Wörth gemeinsam die Wärmeversorgung erschließen und nutzen möchten.

Im Rahmen des Praxisforums Geothermie Bayern werden solche Best-Practice-Beispiele nicht nur präsentiert, sondern am Freitag, den 18. Oktober, auch direkt vor Ort besichtigt. Die sogenannte „GeoTHOUR“ führt zu einem Obst- und Gemüsebauer in Polling (Landkreis Mühldorf), der mit seiner Geothermieanlage mehrere Kommunen mit Wärme versorgen wird. Ein weiteres Ziel ist Kirchweidach (Landkreis Altötting), wo bereits eine erfolgreiche Kooperation zwischen der Gemeinde und einem örtlichen Gemüsebaubetrieb besteht.

Das Praxisforum Geothermie Bayern startet am Mittwoch, den 16. Oktober, mit einem Berufsforum für Studierende. Hier haben sie die Möglichkeit, mehr über die Geothermietechnologie zu erfahren und sich direkt mit potenziellen Arbeitgebern zu vernetzen. Zusätzlich werden am Mittwoch zwei Workshops zu den Themen „Seismizität“ und „Akzeptanz“ angeboten.

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