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GFFA: Herausforderungen effizienter Wassernutzung in der Landwirtschaft

Unter dem Motto: „Auf den Punkt: Nachhaltige Wassernutzung und innovative Agrartechnologien in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens“ fand am 16. Januar 2026 eine Podiumsdiskussion im CityCube Berlin mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft statt. Veranstaltet durch das IAMO und die German Agribusiness Alliance (GAA) im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA).

von | 29.01.26

GFFA-Podiumsgäste Niels Grabbert, Torben Reelfs, Azat Sultanov, Taras Vysotskyi und Moderator Dirk Stratmann (v.l.n.r.)
Quelle: Alexander Shelegov

Wasser ist Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und den Menschen. Vor allem in Zeiten des Klimawandels ist die effiziente Nutzung des Wassers von großer Bedeutung, um die Lebensmittelproduktion auch in zunehmend trockenen Regionen sicherzustellen. Die internationalen Podiumsgäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten darüber, wie eine nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft entwickelt und ausgebaut werden kann.

In der Eröffnungsrede des Fachpodiums unterstrich Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), die Bedeutung von Wasser als Bestandteil allen Wirtschaftens.

Bewässerung von landwirtschaftlich genutzten Feldern ist in Betrachtung der Klima eine Herausforderung. (Quelle: Adobe Stock/Volodymyr)

IAMO-Wissenschaftler Nodir Djanibekov wies in seinem Vortrag auf die unterschiedliche Verfügbarkeit von Wasser in verschiedenen Ländern Zentralasiens und Europas hin. Die Wassermenge entscheide darüber, welche landwirtschaftlichen Kulturen in welchem Umfang angebaut werden können. Er merkte an, dass allen Landwirt:innen ein Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Investitionen in digitale Technologien ermöglicht werden solle. So könne die die Wassernutzungseffizienz in der Landwirtschaft verbessert werden.

Herausforderungen in der Ukraine

Im Bereich des Wassermanagements, moderner Bewässerungsanlagen und KI-basierter Technologien blickt die Ukraine bereits auf besondere Erfolge zurück, erklärte Vizeminister Taras Vysotskyi, Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine. Vor dem Hintergrund, in den nächsten Jahren der Europäischen Union beitreten zu wollen, setze sich das Land vor allem mit Anpassungen der ukrainischen Agrarwirtschaft an die europäischen Standards auseinander. Durch die aktuellen Kriegsgeschehnisse bestehen jedoch noch große Herausforderungen – insbesondere im Bereich landwirtschaftlicher Fachkräfte, eingeschränkter Exportwege, zerstörter Produktionsstätten und finanzieller Mittel in der Landwirtschaft.

Auch Überfluss kann schädlich sein

Der stellvertretende Agrarminister der Republik Kasachstan, Azat Sultanov, erläuterte, dass der Einsatz wassersparender Technologien ein zentrales Ziel in der Landwirtschaft Kasachstans sei. An der Zusammenarbeit mit ausländischen Institutionen und Unternehmen zu intelligenten Bewässerungssystemen für eine nachhaltige Landwirtschaft sei die Regierung sehr interessiert. Daher unterstütze sie dies bereits intensiv mit staatlichen Förderungen und Krediten.

Der Landwirt Torben Reelfs, Inhaber von BIORENA in der Ukraine, berichtete, dass nicht nur der Wassermangel, sondern auch der Überfluss an Wasser zu größeren Ernteausfällen führen könne. Bei der Entwicklung und dem Einsatz neuer Technologien müsse vor allem die Ungleichverteilung von Niederschlägen berücksichtigt und koordiniert werden. Neben Bewässerungsanlagen ginge es somit auch um den Ausbau von Entwässerungsgräben in besonders wasserreichen Regionen.

Resilienz und modernes Wassermanagement sind der Schlüssel

Mit der Frage nach einer optimalen Bodennutzung in der Landwirtschaft beschäftigt sich Niels Grabbert, CEO und Gründer des Unternehmens Stenon GmbH. Er merkte an, dass die Zusammensetzung und Gegebenheiten des Bodens einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie viel Wasser im Boden gespeichert werden kann. Resiliente Echtzeit-Bodendaten helfen Landwirt:innen dabei, richtige Entscheidungen zur Bewässerung und Düngung des Bodens zu treffen. Dies kann die Bodenqualität verbessern und somit höhere Ernten generieren sowie Betriebskosten senken.

Die Podiumsteilnehmenden und der Moderator Dirk Stratmann, Ländersprecher Ukraine/Zentralasien bei der German Agribusiness Alliance (GAA), waren sich einig, dass der Einsatz und die Weiterentwicklung eines modernen Wassermanagements und wassereffizienter Agrartechnologien eine entscheidende Bedeutung haben. Diese haben einen großen Einfluss, um die Nahrungsmittelproduktion und damit die Ernährungssicherheit für nachfolgende Generationen in Osteuropa und Zentralasien sicherzustellen.

Gut zu wissen

Über das GFFA

Das 18. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) fand vom 14. bis 17. Januar 2026 unter dem Titel „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft“ in Berlin statt. Das GFFA ist eine internationale Konferenz zu agrar- und ernährungspolitischen Fragen. Es wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Kooperation mit der Messe Berlin GmbH veranstaltet.

Über die German Agribusiness Alliance (GAA)

Die German Agribusiness Alliance (GAA) ist eine Initiative führender Verbände und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie dient als Plattform für den Austausch und die Bündelung wirtschaftlicher Interessen bei der Zusammenarbeit mit Transformations-, Schwellen- und Entwicklungsländern (Partnerländer) im Agrar- und Ernährungssektor. Bekannt wurde sie vor allem unter ihrer langjährigen deutschsprachigen Bezeichnung „Arbeitsgruppe Agrarwirtschaft“. Weitere Informationen: https://www.german-agribusiness-alliance.de

Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) widmet sich der Analyse von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungsprozessen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie in den ländlichen Räumen. Sein Untersuchungsgebiet erstreckt sich von der sich erweiternden EU über die Transformationsregionen Mittel-, Ost- und Südosteuropas bis nach Zentral- und Ostasien. Das IAMO leistet dabei einen Beitrag zum besseren Verständnis des institutionellen, strukturellen und technologischen Wandels. Darüber hinaus untersucht es die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Agrar- und Ernährungssektor sowie die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung. Für deren Bewältigung werden Strategien und Optionen für Unternehmen, Agrarmärkte und Politik abgeleitet und analysiert. Seit seiner Gründung im Jahr 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

Originalpublikation:

https://www.iamo.de/presse/pressemitteilungen/artikel/podiumsgaeste-des-gffa-dis…

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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