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Dresdner Abwassertagung 2026 setzt Impulse

Die Dresdner Abwassertagung 2026 macht deutlich, wohin sich die Branche entwickelt: mit klaren politischen Forderungen und konkreten Lösungsansätzen rund um KARL und die vierte Reinigungsstufe. Neben fachlichen Debatten standen auch Praxis, Innovationen und der Blick auf eine resiliente Wasserwirtschaft im Fokus.

von | 28.04.26

Ausstellungseröffnung durch Herrn Ralf Strothteicher, Geschäftsführer Stadtentwässerung.
Quelle: Stadtentwässerung Dresden

Die Dresdner Abwassertagung (DAT) hat sich auch 2026 eindrucksvoll als eines der wichtigsten Branchentreffen der deutschen Wasser- und Abwasserwirtschaft bestätigt. Mit einem neuen Teilnehmerrekord, hochaktuellen fachpolitischen Debatten und einem vielfältigen Begleitprogramm setzte die Tagung in Dresden deutliche Akzente für die kommenden Jahre.

Rund 925 Fach- und Führungskräfte aus Kommunen, Ministerien, Forschungseinrichtungen, Ingenieurbüros sowie der Industrie kamen am 21. und 22. April im Internationalen Congress Center Dresden zusammen. Bereits zum Auftakt standen zwei zentrale Themen der Branche in den beiden Praxisforen im Mittelpunkt – die Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) mit besonderem Fokus auf neuen Grenzwerten bei der Nährstoffelimination sowie Sicherheit und Resilienz in der Wasserwirtschaft, was angesichts von zunehmenden Bedrohungen im digitalen wie physischen Raum immer mehr Bedeutung gewinnt und mit dem KRITIS-Dachgesetz und NIS2-Umsetzungsgesetz bereits gesetzlich adressiert wurde.

KARL und vierte Reinigungsstufe im Fokus

Besonders die Umsetzung von KARL war ein zentrales Schwerpunktthema der Fachtagung. Hierbei war insbesondere die vierte Reinigungsstufe Dreh- und Angelpunkt der Diskussionen. Hierbei ging es um die Frage nach Priorisierungen beim Ausbau, um Auftragsstaus zu vermeiden, um die Ausgestaltung der erweiterten Herstellerverantwortung, um Bürokratieabbau durch standardisierte Genehmigungsverfahren bei der begrenzten Technologieauswahl und vieles mehr.

All dies sei „Aufgabe der Politik, geeignete Lösungen zu finden. Dies kann aber nur gemeinsam mit den Betreibern sowie den Anlagen- und Komponentenherstellern gelingen. Zudem braucht es eine konstruktive Beteiligung der Verursacherindustrien.“, so Gunda Röstel (Vizepräsidentin Wasser/Abwasser BDEW, kaufm. Geschäftsführerin Stadtentwässerung Dresden GmbH).

Praxis, Exkursion und Fachausstellung

Praxisnah zeigte sich die DAT auch abseits der Vortragsräume. Große Resonanz fand die Exkursion zur Stadtentwässerung Dresden, bei der unter anderem das Potenzial der Klärschlammbehandlung und der Energiegewinnung vorgestellt wurde. Die markanten Faultürme an der Autobahn A4 stehen dabei sinnbildlich für moderne, ressourcenschonende Abwasserbehandlung.

Ein fester Bestandteil der Dresdner Abwassertagung ist zudem die begleitende Fachausstellung. Über 100 Unternehmen präsentierten ihre Produkte und Lösungen – von innovativer Verfahrenstechnik bis zu digitalen Anwendungen. Die Eröffnung der Ausstellung setzte auch 2026 bewusst auf einen ungewöhnlichen Akzent: Ein Showauftritt des Fußballjongleurs Sebastian Landauer verband Unterhaltung mit dem Gedanken an Präzision, Technik und Training.

Blick in die Zukunft der Wasserwirtschaft

Den inhaltlichen Abschluss der Tagung bildete ein Blick über den technischen Tellerrand hinaus. Zukunftsforscher und Autor Erik Händeler stellte in seinem Abschlussvortrag den Menschen in den Mittelpunkt technologischer Entwicklung und machte deutlich, dass nachhaltiger Fortschritt nicht allein durch Technik, sondern durch Zusammenarbeit, Wissen und Vertrauen entsteht.

Die Veranstalter zeigten sich hochzufrieden mit Verlauf und Resonanz der Tagung. Die steigenden Teilnehmerzahlen und die positive Rückmeldung der Aussteller unterstreichen die Bedeutung der DAT als zentrale Dialogplattform der Branche – nicht nur für den fachlichen Austausch, sondern auch für die kontinuierliche Zusammenarbeit im Alltag.

Die nächste Dresdner Abwassertagung ist bereits terminiert: Sie findet am 20. und 21. April 2027 erneut in Dresden statt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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