Wussten Sie schon wie unverzichtbar Wasserresilienz ist?
Die Europäische Kommission setzt mit ihrer Wasserresilienzstrategie auf eine sichere Versorgung, besseren Schutz vor wasserbedingten Risiken und eine stärkere Wasserwirtschaft. Zugleich zeigen Forschung und Praxis, wie Städte, Versorger und Kommunen ihre Resilienz mit technischen, organisatorischen und smarten Lösungen gezielt erhöhen können.
Die Europäische Kommission hat eine Wasserresilienzstrategie vorgelegt, um die Wasserversorgung in Europa zu sichern, wasserbedingte Risiken besser zu bewältigen und die Wasserwirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen.
Im Mittelpunkt der Wasserresilienzstrategie steht nicht nur der Schutz der Ressource Wasser, sondern auch ihre Bedeutung für Versorgungssicherheit, Gesundheit und wirtschaftliche Stabilität. Die Strategie versteht Wasserresilienz damit als Querschnittsaufgabe für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Fakten zur Wasserwirtschaft
Die Kommission verweist auf mehrere Kennzahlen, die die wirtschaftliche und technologische Bedeutung des Sektors unterstreichen. Europa ist demnach bei Wassertechnik mit 40 Prozent aller Patentanmeldungen weltweit führend. Die Wasserindustrie erwirtschaftet laut Kommission 107 Milliarden Euro und bietet 1,7 Millionen Menschen Arbeit.
Resilienz in der öffentlichen Wasserversorgung
Im Rahmen seines Zukunftsprogramms Wasser hat der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. das Forschungsvorhaben
“ResilJetzt!” abgeschlossen. Es diente dazu, die zukünftige Resilienz der öffentlichen Wasserversorgung im Klimawandel zu ermitteln, Resilienzoptionen und -potenziale im Hinblick auf wasserwirtschaftliche Infrastrukturen zu analysieren und weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit zu untersuchen.
Als Projektergebnis wurden praxisnahe technische und organisatorische Resilienzoptionen identifiziert:
- Sicherung und Erhöhung der Ressourcenverfügbarkeit
- Anschluss an bzw. Gründung von Versorgungsverbünden
- Nutzung von Fernwasser
- Sicherung bzw. Ausbau von Speicherkapazitäten
- Bewusstseinssteigerung der Bevölkerung für den Wert von Wasser und Daseinsvorsorge
- Anpassung rechtlicher Instrumente
- Austausch und Kooperation zwischen Kommunen und Wasserversorgungsunternehmen
- Erhöhung personeller Kapazitäten in den Behörden
- Dynamische Wasserentgelte, wie zum Beispiel saisonale Tarife.
Wasserresilienz in der Stadt

Quelle: AdobeStock/Fisnanda
München will die Fußgängerzone mit mehr als 150 neuen Bäumen klimafester machen, damit die Innenstadt an heißen Sommertagen stärker verschattet und gekühlt wird.
Der Kölner Smart-City-Anbieter dataMatters hat ein urbanes Bewässerungssystem entwickelt, bei dem die Bäume per Funk mitteilen, wann sie wieviel Wasser benötigen. Dadurch kann die Stadt gezielte Gießrouten fahren, statt pauschal alles zu bewässern. „Urban Tree Intelligence“ heißt das Konzept, das dataMatters bereits in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz gebracht hat.
„Städte sind Brennpunkte des Klimawandels. Sie verbrauchen rund 80 % der weltweiten Energie, verursachen mehr als 70 % der CO2-Emissionen – und leiden gleichzeitig am stärksten unter den Folgen: Hitzewellen, schlechte Luftqualität, überhitzte Plätze und ein zunehmender Verlust an Lebensqualität. In diesem Kontext sind Stadtbäume, wie sie München plant, weit mehr als nur grüne Kulisse. Sie sind natürliche Klimaanlagen, CO2-Speicher und Lebensraum in einem“, sagt Dr. Daniel Trauth.
So kann ein einziger, ausgewachsener Laubbaum an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser verdunsten; das entspricht einer Kühlleistung, die spürbar die Umgebungstemperatur senkt. Gleichzeitig bindet ein Baum über sein Leben hinweg mehrere Tonnen CO2, filtert Feinstaub und bietet Schatten auf über 150 Quadratmetern Fläche.
„Doch all diese Leistungen stehen auf einem Fundament, das viel zu oft unterschätzt wird – Wasser“, erläutert Dr. Daniel Trauth die Bedeutung des datenbasierten und KI-gestützten Bewässerungssystems seines Unternehmens.
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