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Wupperverband blickt auf 2020 zurück

Am 17. Dezember tagte die Verbandsversammlung des Wupperverbandes aufgrund von Corona in diesem Jahr digital. Der Wupperverband und seine Mitglieder blickten auf 2020 zurück und stellten mit wichtigen Beschlüssen die Weichen für das kommende Jahr.

von | 21.12.20

Auch für den Wupperverband war die Corona-Pandemie eine Herausforderung. Durch eine Vielzahl an vorsorglichen Schutzmaßnahmen ist es aber im gesamten Jahr gelungen, die für die Daseinsvorsorge wichtigen Aufgaben in gewohnter Qualität fortzuführen und gleichzeitig die Belegschaft bestmöglich zu schützen. Sowohl das Tagesgeschäft – der Betrieb der 11 Kläranlagen, der Schlammverbrennungsanlage, der 14 Talsperren, sowie die Arbeit in Betrieben, Laboren und der Verwaltung – als auch die Projekte und Planungen konnten weitergeführt werden.

Lange Trockenphase

Ein weiteres Thema, das das Jahr 2020 prägte, war die Trockenheit. Das ansonsten regenreiche Wuppergebiet erlebte zum dritten Mal in Folge ein außergewöhnlich trockenes Sommerhalbjahr. Zwischen Mitte März und Ende September blieben ergiebige Regenmengen aus. Das Wasserwirtschaftsjahr 2020 lag an der Beispielmessstelle Bever-Talsperre mit einer Jahresmenge von 1.143 Litern pro Quadratmeter erneut unter dem Mittel (1.297 Liter).

Talsperren gefordert

Einmal mehr waren somit die Wupperverbandstalsperren gefordert: Die Brauchwassertalsperren, u.a. die Wupper-Talsperre, haben über Monate die Wupper mit Wasser unterstützt. So konnte zum Wohle der Ökologie im Fluss der Mindestpegel auch in Trockenzeiten gewährleistet werden. Durch die lange Phase der Niedrigwasseraufhöhung sind die Stauinhalte der Talsperren im Laufe des Jahres deutlich gesunken.

Auch am Stauinhalt der Trinkwassertalsperre Große Dhünn machte sich das dritte Jahr mit außergewöhnlich langer Trockenphase bemerkbar. Vorsorglich hat der Wupperverband den Wasservorrat in der Talsperre wie schon in 2019 geschont. Die Abgabe aus der Talsperre an den Unterlauf der Dhünn wurde zugunsten des Wasservorrats reduziert.

Flexible Bewirtschaftung

Die flexible Bewirtschaftung der Talsperre ist eine wichtige Maßnahme, um in Zeiten des Klimawandels sowohl in ausreichendem Maße Rohwasser für die Trinkwasseraufbereitung zur Verfügung stellen zu können, als auch allen anderen wasserwirtschaftlichen Belangen, z. B. der Gewässergüte in der Talsperre und im Unterlauf der Dhünn, gerecht zu werden. Da die derzeitige Genehmigung für den Betrieb der Talsperre eine derartige flexible Abgabe noch nicht erlaubt, hat der Wupperverband im Mai 2020 die Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln begonnen.

Zukunftsthema Klärschlamm

Die Asche aus der Klärschlammverbrennung ist weit mehr als ein Abfallprodukt. Sie kann zur Gewinnung des wertvollen und in der Natur endlichen Rohstoffs Phosphor dienen. Daher beteiligt sich der Wupperverband an dem Forschungsprojekt Amphore „Regionales Klärschlamm- und Aschen-Management zum Phosphorrecycling für einen Ballungsraum“. Zur Umsetzung des Forschungsprojekts haben fünf Wasserverbände die „PhosRec Phosphor-Recycling GmbH“ gegründet als Organisationsmodell für eine öffentlich-rechtliche Kooperation.

Für den Neubau einer Mono-Klärschlammverbrennungsanlage am bestehenden Anlagenstandort des Wupperverbandes in Wuppertal hat die im Vorjahr gegründete Klärschlammverwertung Buchenhofen GmbH in 2020 einen Planungsauftrag erteilt. Die Grundlagenermittlung und die Vorplanung wurden erstellt. Die Entwurfsplanung liegt vor und wird nun in den jeweiligen Gremien der beteiligten Partner beraten. Die Fortführung der Genehmigungsplanung kann nach Freigabe der Entwurfsplanung ab Mitte 2021 erfolgen.

Hochwasserschutz

Das umfangreiche Hochwasserschutzprojekt des Wupperverbandes am Eschbach in Solingen-Unterburg konnte in 2020 abgeschlossen werden. Die Vertiefung des Bachbetts auf einer Strecke von rund 600 Metern, neue Brücken und sanierte private Ufermauern tragen dazu bei, dass der Bach mehr Wasser führen kann und seltener über die Ufer tritt.

An der Schwelme im Bereich der Schwelmer Eisenwerke laufen seit Juni die Bauarbeiten für eine neue Verrohrung. Diese hat einen doppelt so großen Durchmesser wie die alte Verrohrung und wird den Hochwasserschutz an diesem Hotspot deutlich verbessern.

Für ein kombiniertes Hochwasser- und Regenrückhaltebecken am Mirker Bach in Wuppertal liefen in 2020 im Auftrag des Wupperverbandes die Planungen auf Hochtouren. An dem ehemaligen Gewerbestandort soll in 2021/22 ein offenes Erdbecken errichtet werden.

Kläranlagen-Projekte

In der größten Kläranlage des Verbandes in Wuppertal-Buchenhofen wird aktuell die Heizzentrale und Elektronische Mess-Steuer-Regeltechnik saniert. Die Aktivitäten betreffen die gesamten wärmetechnischen Anlagenteile, vom Maschinenhaus, Warte, Rechengebäude, Labor bis zur Wärmeeinspeisung der benachbarten Kläranlage Rutenbeck von Bayer. Ein weiteres Projekt auf dieser Anlage ist die Erneuerung der Fällmittel-Dosierstationen an Belebungsbecken und Flockungsfiltration.

In der Kläranlage Schwelm hat der Wupperverband eine neue Schlammentwässerung eingebaut. Wenn sich die energieeffiziente und wartungsarme Schneckenpresse bewährt, kann sie auch an anderen Kläranlagenstandorten zum Einsatz kommen. So wird der Anlagenbetrieb ständig optimiert. Die naturnahe Entwicklung der Wupper und ihrer Nebenbäche schreitet weiter voran. In diesem Jahr haben der Wupperverband und die Stadt Wuppertal einen Wupperabschnitt mitten in der Innenstadt naturnah gestaltet. Dies ist ein Hingucker für die Menschen und eine ökologische Verbesserung für die Lebewesen im Fluss.

Das 90-jährige Jubiläum des Wupperverbandes verlief aufgrund von Corona anders als geplant. An die Stelle von Veranstaltungen, bei denen der Verband den Menschen seine Arbeit vorstellen wollte, traten digitale Alternativen. Eine ausführliche Chronik mit Filmclips, interaktiven Kartenanwendungen sowie Filmclips über Berufsbilder sind auf www.wupperverband.de zu finden.

Wirtschaftsplan 2021

Die Mitglieder des Wupperverbandes beschlossen den Wirtschaftsplan für das Jahr 2021: Im Geschäftsbereich Kläranlagen/ Sammler und Entsorgung wird der Beitragsbedarf für 2021 gemäß der beschlossenen Zielvereinbarung um 1 Prozent auf 66,4 Mio. € angehoben. Trotzdem bleibt der von den Mitgliedskommunen zu zahlende Betrag pro Einwohner auch im nächsten Jahr unverändert – wie schon seit 2011. Diese langanhaltende Beitragsstabilität gelang durch gutes Wirtschaften und die leicht gestiegene Anzahl von Einwohnern, die vom Service des Wupperverbandes profitieren.

Im Geschäftsbereich Talsperren/ Stauanlagen besagt die Zielvereinbarung, dass im Zeitraum 2019 bis 2023 die Beitragsentwicklung so gesteuert wird, dass der Beitragsbedarf von 8,2 Mio. € pro Jahr nicht überschritten wird. Vor 2019 hatte der jährliche Beitragsbedarf bei ca. 10,0 Mio. € gelegen. Die Beitragssenkung ging mit einer Neuordnung der Veranlagungsregeln einher.

Im Geschäftsbereich Gewässerunterhaltung liegt der Beitragsbedarf für 2021 wie schon im Vorjahr bei 3,7 Mio. €. Die in einer Zielvereinbarung vorgesehene Beitragsanhebung in 2021 wird ausgesetzt. So leistet der Wupperverband einen Beitrag zur Entlastung der durch Corona-Schutzmaßnahmen stark beanspruchten Haushalte seiner kommunalen Mitglieder.

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