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Willy-Hager-Auszeichnung im Bereich Wasser- und Abwassertechnik 2025

Zwei Forscher werden für ihre Arbeiten im Bereich Wasser- und Abwassertechnik geehrt: Prof. Dr.-Ing. Jörg E. Drewes erhält die Willy-Hager-Medaille 2025 für seine Beiträge zur sicheren Wasserwiederverwendung. Mit dem Willy-Hager-Preis ausgezeichnet wird Dr.-Ing. Tobias Blach für seine wegweisende Forschung zur Behandlung von Prozesswasser aus der Klärschlammverwertung.

von | 16.06.25

Prof. Dr.-Ing. Jörg E. Drewes, Technische Universität München und Dr.-Ing. Tobias Blach von der Technischen Universität Darmstadt erhalten Auszeichnungen der Willy-Hager-Stiftung
Quelle Fotos: TU München und TU Darmstadt

Jörg E. Drewes, TU München, erhält Willy-Hager-Medaille 2025

Prof. Dr.-Ing. Jörg E. Drewes, Technische Universität München, wird mit der Willy-Hager-Medaille 2025 geehrt. Diese Auszeichnung erhält er für seine national und international anerkannten Forschungen zu den Auswirkungen von Abwassereinleitungen auf die Trinkwasserqualität sowie die aquatische Umwelt durch Krankheitserreger und organische Spurenstoffe. Seine innovativen Ansätze zur gezielten Reduktion von Risiken durch ingenieurtechnische und naturbasierte Verfahren tragen entscheidend dazu bei, lokale Wasserkreisläufe zu schließen und eine sichere Wasserwiederverwendung zu ermöglichen, wodurch sowohl öffentliche Gesundheit als auch Umwelt geschützt werden.

Die Willy-Hager-Medaille wird alle drei Jahre von der Willy-Hager-Stiftung an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die wissenschaftliche Erforschung der Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung verdient gemacht haben. Die Verleihung erfolgte im Rahmen eines Festkolloquiums am 23. Mai 2025 im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main.

Jörg E. Drewes leitet den Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität München. Er erhielt seine Abschlüsse als Dipl.-Ing. und Dr.-Ing. im Technischen Umweltschutz von der Technischen Universität Berlin. Seine Promotion wurde bereits 1998 mit dem Preis der Willy-Hager-Stiftung ausgezeichnet. Nach Tätigkeiten ab 1997 an Universitäten in den USA, Australien und Saudi-Arabien, übernahm Jörg E. Drewes 2013 den Lehrstuhl und die Versuchsanstalt für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Universität München (TUM).

Zum Interview mit Jörg E. Drewes

Tobias Blach, Darmstadt, erhält den Willy-Hager-Preis

Dr.-Ing. Tobias Blach von der Technischen Universität Darmstadt wurde mit dem Willy-Hager-Preis ausgezeichnet. Diese Ehrung erhielt er für seine wegweisende wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Aerobic and Electrochemical Treatment of Process Water from Hydrothermal Carbonization of Sewage Sludge“. Seine Forschungsarbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der Einflüsse auf die Zusammensetzung des Prozesswassers, das bei der hydrothermalen Karbonisierung (HTC) von Klärschlamm entsteht, und ermöglichen erstmals eine präzisere Erfassung wesentlicher Faktoren zur Abbaubarkeit der Inhaltsstoffe.

Die Verleihung fand im Rahmen der Jahrestagung der Wasserchemischen Gesellschaft am 26. Mai 2025 in Münster statt. Der jährlich vergebene Willy-Hager-Preis würdigt hervorragende Arbeiten junger Hochschulwissenschaftler auf dem Gebiet der Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung.

Innovative Strategien zur Reinigung von HTC-Prozesswasser

In seiner Arbeit spannt Thomas Blach einen umfassenden Bogen von der Entstehung des Prozesswassers während des HTC-Prozesses bis hin zu innovativen Reinigungsmöglichkeiten durch aerob biologische Verfahren sowie elektrochemischer Oxidation unter Verwendung bor-dotierter Diamantelektroden. Die elektrochemische Oxidation führte nahezu zur vollständigen Entfernung aromatischer Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen, wodurch gleichzeitig das Inhibierungspotenzial des Prozesswassers signifikant reduziert werden konnte. Bei geringen Stoffkonzentrationen traten jedoch Probleme wie limitierter Massentransfer und Nebenreaktionen an den Elektroden auf, was zu einem erheblichen Anstieg des Energieverbrauchs führte. Auch bei hohen Stoffkonzentrationen betrug der Energiebedarf im Falle einer stromdichte-limitierten Abbaukinetik immer noch zwischen 20 und 45 kWh/kg CSB.

Eine teilweise Elimination des organischen Kohlenstoffs auf biologischem Weg, gefolgt von einer Nachbehandlung zur Stickstoffentfernung sowie zur Oxidation nicht biologisch abbaubarer Kohlenstoffverbindungen, scheint energetisch sinnvoll zu sein. Verschiedene Behandlungsszenarien wurden anhand eines modellhaften Ansatzes einer Kläranlage mit 100.000 Einwohnerwerten vorgestellt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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