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Wie kritisch ist eine kritische Infrastruktur?

Die leitungsgebundene Trinkwasserversorgung gehört unbestritten zu den kritischen Infrastrukturen aus der Sicht des Bevölkerungsschutzes. Um zu ermessen, wie kritisch einzelne Anlagen und Systeme sind, hat das TZW:DVGW-Technologiezentrum Wasser eine Methodik zur räumlichen Analyse der sogenannten Kritikalität entwickelt.

von | 27.09.24

Als Wasserspeicher gehören Talsperren zu den kritischen Infrastrukturen
Bernd auf Pixabay

Die leitungsgebundene Trinkwasserversorgung gehört unbestritten zu den kritischen Infrastrukturen aus der Sicht des Bevölkerungsschutzes. Um zu ermessen, wie kritisch einzelne Anlagen und Systeme sind, hat das TZW:DVGW-Technologiezentrum Wasser eine Methodik zur räumlichen Analyse der sogenannten Kritikalität entwickelt.

Auftraggeber der Entwicklungsarbeiten war das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Das neue Verfahren berücksichtigt strukturelle Zusammenhänge im Versorgungssystem und die Anzahl der versorgten Personenzahl. Darüber hinaus umfasst es aber auch Faktoren wie vorhandene Redundanzen, Speichermöglichkeiten sowie sensible Abnehmer. Bei Bedarf kann außerdem die räumliche Lage der Anlagen in die Bewertung einbezogen werden.

Die Berechnungen erfolgen pragmatisch in einem dazu entwickelten Excel-Tool. Mit einem ergänzenden GIS-Tool ist die georeferenzierte Darstellung möglich. So können über die Kritikalität der einzelnen Anlagen neuralgische Punkte in Systemen erkannt und Vorsorgemaßnahmen priorisiert werden.

Die Projektergebnisse wurden vom BBK als Band 33 der Publikationsreihe „Forschung für den Bevölkerungsschutz“ veröffentlicht und sind hier abrufbar.

Betrachtete Infrastrukturen

Die Kritikalitätsanalyse wird für folgende Anlagen der leitungsgebundenen Trinkwasserversorgung durchgeführt:

  • Gewinnungsanlagen (Quelle, Brunnen …)
  • Rohwassertransportleitungen
  • Wasserwerke
  • Wasserspeicher
  • Druckerhöhungsanlagen (DEA)
  • Zubringerleitungen und ggf. Hauptleitungen
  • Wasserzuleitungen (z. B. von Fernwasserversorgern oder benachbarten Versorgern)

Betrachtet werden dabei nicht die inneren Details einer jeweiligen Komponente oder Anlage, auch nicht, ob einzelne Anlagenteile redundant ausgeführt sind oder nicht. Die einzelne Anlage selbst wird als Black Box behandelt und es wird analysiert, welche Auswirkungen ein Ausfall dieser Anlage auf die Trinkwasserversorgung hat.

Die Kritikalität ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Risiko: Bei der Risikoermittlung wird neben den zu erwartenden Auswirkungen auch die Wahrscheinlichkeit berücksichtigt, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Unterstützung von Praxispartnern

Die Methode wurde in drei unterschiedlichen Modellgebieten mit Unterstützung der dafür zuständigen Wasserversorger entwickelt und getestet. Die erforderlichen Daten lieferten ein Fernwasserversorgungsunternehmen sowie je ein regional tätiger und ein kleiner kommunaler Wasserversorger.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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