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Weltwassertag 2025

Am 22. März ist Weltwassertag – ein Aktionstag der UN, der alljährlich auf die weltweite Wasserkrise aufmerksam macht.

von | 24.03.25

Ein von Menschen für Menschen errichteter Brunnen im Projektgebiet Ankober, Äthiopien.
Copyright: Stiftung Menschen für Menschen; Fotograf: Rainer Kwiotek
Weltwassertag 2025

Der Weltwassertag 2025 findet wie jedes Jahr seit 1993 am 22. März statt. Er ist eine Initiative der Vereinten Nationen, die die Bedeutung von Süßwasser in den Fokus rückt. Rund 2,2 Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, und die Wasserkrise spitzt sich weiter zu. Der Weltwassertag macht auf diese Herausforderungen aufmerksam und fordert zum Handeln auf. Jedes Jahr steht der Tag unter einem neuen Motto, das von UN-Water festgelegt wird. In diesem Jahr rückt  das Thema „Gletscherschutz“ in den Mittelpunkt.

Dr. Sebastian Brandis ist Vorstand der Stiftung Menschen für Menschen, die sich seit über 40 Jahren unter anderem für den Zugang zu sauberem Wasser in den ländlichen Regionen Äthiopiens einsetzt. Zum Weltwassertag ruft er in Erinnerung: „Ohne Wasser kann es keine nachhaltige Entwicklung und keine soziale Stabilität geben. Umso wichtiger ist es, dass aktuell geforderte Sicherheitsstrategien Wasser als wichtigen Faktor für Frieden miteinschließen.“

Weltwassertag 2025: Statement der Stiftung Menschen für Menschen

„Vom Wasser hängt alles ab“ – so einfach brachte es Belachew Tesfaye, ein Gastronom in der Kleinstadt Ijaji in Äthiopien, auf den Punkt. Und er hat recht. Sauberes Wasser bedeutet so viel mehr, als nur Durst zu stillen. Nicht umsonst wurde der Zugang zu sauberem Wasser von der UN-Generalversammlung 2010 zum Menschenrecht erklärt. Im SDG-Report von 2024 gehen die Vereinten Nationen allerdings nach wie vor davon aus, dass bis 2030 zwei Milliarden Menschen ohne sicheren Zugang zu Trinkwasser leben werden. Das muss sich schleunigst ändern.

Mangelnde Wasserversorgung verschärft sich durch den Klimawandel und steigende Temperaturen zusätzlich und könnte damit in Zukunft zu einem weiteren Grund für Krisen, Krieg und Migration werden. Sicherheitsstrategien, die aktuell überall diskutiert und gefordert werden, müssen den Aspekt Wasser daher unbedingt berücksichtigen und Entwicklungszusammenarbeit als Präventionsmaßnahme miteinschließen. Ein sicherer Zugang zu Wasser ist nicht nur entscheidend für die nachhaltige Entwicklung in einem Land, sondern auch ein entscheidender Faktor für soziale Stabilität und Frieden. Blicken wir auf das Beispiel Äthiopien.

Vom Wasser hängt alles ab

In Äthiopien mangelt es vier von zehn Menschen im Alltag an sauberem Trinkwasser. Stattdessen schöpfen sie Wasser aus Teichen, Bächen und Flüssen, das oft mit Bakterien und Parasiten verschmutzt ist. Die Folge sind Krankheiten wie Durchfall, Cholera oder ein Trachom, das im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. In vielen ländlichen Regionen Äthiopiens verbringen insbesondere Mädchen Stunden damit, Wasser von weit entfernten Quellen zu holen. Zeit, die ihnen letztlich fehlt, um eine Schule zu besuchen. Ohne Bildung haben sie später kaum Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

Ein Großteil der Menschen in Äthiopien lebt vom Ackerbau. Der Anbau von Lebensmitteln ist jedoch direkt von der Verfügbarkeit von Wasser abhängig. Unsichere Regenzeiten und lange Dürreperioden führen zu Ernteausfällen und Hunger. Ohne Landwirtschaft kann es keine Ernährungssicherheit geben.

Wenn Frauen und Mädchen täglich stundenlang Wasser holen müssen, bleibt keine Zeit für Arbeit oder Bildung. Mit einer nahegelegenen, sicheren Wasserstelle können sie stattdessen an Mikrokreditprogrammen teilnehmen, kleine Geschäfte eröffnen oder landwirtschaftliche Betriebe führen. Eine funktionierende Wasserversorgung in Kleinstädten ermöglicht es Unternehmen wie Restaurants, Bäckereien oder Werkstätten zudem den Geschäftsbetrieb kontinuierlich aufrechtzuerhalten und für Wachstum zu sorgen. Der Zugang zu Wasser schafft wirtschaftliche Chancen.

Ohne Wasser kein Frieden

In Regionen, die unter Wasserknappheit leiden, entstehen häufig soziale Spannungen – zwischen Bauern und Viehhirten, Gemeinden oder sogar ganzen Ländern. Wer keinen Zugang zu Wasser hat, verliert seine Lebensgrundlage. Wasserknappheit kann Fluchtbewegungen auslösen und politische und soziale Instabilität verstärken. Wasser wird damit zu einem potenziell massiven Konfliktgrund.

Die Stiftung Menschen für Menschen will all dem vorbeugen. Gemeinsam mit der Bevölkerung baut sie an zentralen Orten Flachbrunnen, Quellfassungen oder Wasserversorgungssysteme und schafft damit langfristige, sichere Wasserquellen für ganze Dorfgemeinschaften und Kleinstädte. Bis heute hat die Stiftung bereits über 2.800 Wassersysteme in Äthiopien errichtet. Neben der Wasserinfrastruktur setzt sie immer auch ein sogenanntes Wasserkomitee im Ort ein. Dieses übernimmt die Verantwortung für Wartung und Instandhaltung der Wasserstellen. Schulungen vermitteln darüber hinaus Wissen über Hygiene und Ressourcenschutz. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung – und werden mit Blick auf Klimaveränderungen und geopolitische Spannungen noch wichtiger.

Weitere Informationen

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