Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

Weitergehende Aufbereitungsanlage im Wasserwerk Hengsen geht in Betrieb

Um die Trinkwasserqualität zu sichern und auch in Zukunft in der Ruhr vorkommenden Spurenstoffen entgegenzuwirken, hat die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) eine weitergehende Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen.

von | 24.06.24

Die Wasserwerke Westfalen GmbH hat ihr naturnahes Verfahren der Trinkwassergewinnung aus Vorsorgegründen um zusätzliche Aufbereitungsschritte ergänzt.
Quelle: Wasserwerke Westfalen GmbH
Wasserwerk Hengsen

24. Juni 2024 ǀ Um die Trinkwasserqualität zu sichern und auch in Zukunft in der Ruhr vorkommenden Spurenstoffen entgegenzuwirken, hat die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) eine weitergehende Aufbereitungsanlage in Betrieb genommen.

Das Wasserwerk Hengsen der Wasserwerke Westfalen GmbH liefert Trinkwasser für ca. 300.000 Menschen in die Versorgungsgebiete Dortmund, Iserlohn, Schwerte und Holzwickede. Im Jahr 1908 erfolgte die erste Trinkwasserproduktion und seit 1937 wird Strom aus der aufgestauten Ruhr gewonnen. Nun wurde das Werk um eine weitergehende Aufbereitungsanlage ergänzt.

Die WWW-Geschäftsführer Bernd Heinz (links) und Dr. Bernhard Klocke (rechts), NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Mitte) und die Gesellschafter Henning Deters (2.v.l. Gelsenwasser) und Matthias Klein-Lassek (3.v.r. DEW21) bei der Inbetriebnahme der "Weitergehenden Aufbereitungsanlage" im Wasserwerk Hengsen.

Die WWW-Geschäftsführer Bernd Heinz (links) und Dr. Bernhard Klocke (rechts), NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Mitte) und die Gesellschafter Henning Deters (2.v.l. Gelsenwasser) und Matthias Klein-Lassek (3.v.r. DEW21) bei der Inbetriebnahme der „Weitergehenden Aufbereitungsanlage“ im Wasserwerk Hengsen. (Quelle: Wasserwerke Westfalen GmbH)

„Mit der Inbetriebnahme der „Weitergehenden Aufbereitungsanlage“ (WAA) im Wasserwerk Hengsen ist das vorletzte unserer Werke an die Anforderungen der Zukunft angepasst“, so WWW-Geschäftsführer Dr. Bernhard Klocke. „Über die bisherige Aufbereitungstechnik hinausgehende zusätzliche Reinigungsstufen schaffen ab jetzt auch im Wasserwerk Hengsen eine noch höhere Sicherheit gegenüber nicht vorhersehbaren mikrobiologischen oder chemischen Wasserinhaltsstoffen“, so Dr. Klocke weiter.

Investitionen in Höhe von rund 150 Mio. Euro

Bis 2026 wird Wasserwerke Westfalen zusammen mit ihren Gesellschaftern DEW21 und Gelsenwasser rund 150 Mio. Euro in die zusätzlichen technischen Verfahrensstufen und den hiermit verbundenen höchsten technischen Standard investieren. Die Errichtung der WAA setzt die Vorgaben des Programms „Reine Ruhr“ des NRW-Umweltministeriums um und sichert den durchgehend sehr hohen Qualitätsstandard des bei WWW produzierten Trinkwassers.

„Mit der Erstellung einer NRW-Wasserstrategie werden wir weitere Leitlinien zur Schadstoffminderung im Wasserkreislauf setzen. Die Anlage in Hengsen leistet heute schon einen wichtigen Vorsorgebeitrag für die Menschen an der Ruhr“, so NRW-Umweltminister Oliver Krischer bei der Eröffnung der Anlage.

Strategie der Wasserversorgung an der Ruhr

Das Wasserwerk Hengsen ist das vierte von insgesamt fünf WWW-Werken, die um eine weitergehende Wasseraufbereitung ergänzt werden. Nun sind nach Echthausen und Witten auch die beiden Schwerter Werke Hengsen und Westhofen für alle Eventualitäten gewappnet. Als letztes Werk wird das Wasserwerk Halingen planmäßig Anfang 2026 fertiggestellt.

„Wir stärken die Resilienz der Trinkwasserversorgung auch in qualitativer Sicht mit der 35 Mio. € Investition in Hengsen“, betont WWW-Geschäftsführer Bernd Heinz. Mit Einbindung der örtlichen Wasserkraft und der integrierten Photovoltaikanlage wird die Anlage klimaschonend mit Strom versorgt.

Die weitergehenden Aufbereitungsstufen von WWW im Überblick:

  • Ozonung: Ozon oxidiert auf umweltfreundliche Weise im Wasser gelöstes Eisen und Mangan und bricht persistente organische Verbindungen auf, die dadurch leichter abfiltrierbar sind.
  • Flockung (bei Bedarf): Durch Zusatz von Flockungsmittel wird der überwiegende Teil der im Rohwasser enthal-tenen Trübstoffe gebunden und kann besser herausgefiltert werden.
  • Mehrschichtfiltration: Das Wasser durchläuft zwei biologisch aktive Schichten von Filtermaterial, bestehend aus Aktivkoks und Quarzsand. So können Partikel bestmöglich abgeschieden und klares, trübstofffreies Wasser erzeugt werden. Zusätzlich werden Bakterien beseitigt, organische und anorganische Verbindungen wie Ammonium werden abgebaut.
  • Adsorption an Korn-Aktivkohle: Mit Aktivkohlefiltern werden nicht bzw. nur schwer biologisch abbaubare organische Stoffe gebunden und aus dem Wasser entfernt, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel oder Medikamentenrückstände.

Die Nachbereitungsschritte:

  • Physikalische Entsäuerung: Statt wie bisher mit Natronlauge zu entsäuern, stellt WWW auf ein rein physikalisches Verfahren um. Das Wasser wird mit feinperliger Luft durchsetzt. Durch die Luftbläschen wird das im Wasser enthaltene Kohlendioxid ausgetrieben und der pH-Wert des Wassers bis zum Kalk-Kohlesäure-Gleichgewicht angehoben.
  • UV-Desinfektion: Die Umstellung auf ein physikalisches Verfahren in der Desinfektion mittels UV-Licht ist bereits im Vorfeld in allen WWW-Wasserwerken geschehen. Die UV-Bestrahlung deaktiviert am Ende der Aufbereitung schnell und sicher eventuell noch im Wasser verbliebene einzelne Mikroorganismen. Dieses umweltfreundliche chemikalienfreie Desinfektionsverfahren machte das ehemals eingesetzte Desinfektionsmittel Chlordioxid überflüssig.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Neue KI soll Extremwetter besser vorhersagen
Neue KI soll Extremwetter besser vorhersagen

Ein Forschungsteam der ETH Zürich hat ein neues KI-Modell entwickelt, das Zusammenhänge zwischen Atmosphäre, Landoberfläche und Wasserkreislauf analysieren kann. Das sogenannte „Earth System Foundation Model“ soll dabei helfen, Wetterextreme wie Stürme oder Dürren besser zu verstehen und vorherzusagen. Die KI kann zudem fehlende Daten ergänzen und unterschiedliche Umwelt- und Wetterdaten gemeinsam auswerten. Getestet wurde das Modell unter anderem am Supertaifun Doksuri, dessen Entwicklung und Ausbreitung die KI mit hoher Genauigkeit rekonstruieren konnte.

mehr lesen
Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze
Regen für die Wüste: Hohenheimer Forschung untersucht neue Ansätze

Große Solarparks könnten in trockenen Regionen künftig nicht nur Strom erzeugen, sondern auch das lokale Klima beeinflussen. Forschende der Universität Hohenheim untersuchen, ob sich durch riesige Solaranlagen und künstlich angelegte Dünen mehr Niederschlag in Wüstengebieten erzeugen lässt. Hintergrund ist, dass dunkle Flächen Sonnenwärme aufnehmen und dadurch Luftströmungen verändern können. Langfristig könnte dieser Ansatz helfen, extrem trockene Regionen teilweise wieder fruchtbarer zu machen.

mehr lesen
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser
Neuer Ansatz gegen Nitrat im Trinkwasser

Nitratdünger steigert Ernten, belastet aber das Trinkwasser. Forschende der Universität des Saarlandes und der Universität Graz entwickeln nun eine Membran, die Nitrat nicht nur filtert, sondern möglichst zu harmlosem Stickstoff umwandelt.

mehr lesen
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau
Emschergenossenschaft investiert in Hochwasserschutz und Gewässerumbau

Die Emschergenossenschaft treibt zentrale Projekte zur Klimafolgenanpassung im Ruhrgebiet weiter voran. Im Fokus stehen der Ausbau des Hochwasserschutzes sowie die ökologische Verbesserung von Gewässern wie dem Hörder Bach oder der Aspelflötte. Dafür plant der Wasserwirtschaftsverband jährliche Investitionen von rund 300 Millionen Euro. Aktuelle Maßnahmen reichen von der Sanierung der Emscher-Deiche bis hin zu umfangreichen Renaturierungsprojekten in Dortmund und Bottrop

mehr lesen
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“
„Der Mensch bleibt die letzte Entscheidungsinstanz“

Die Wasserversorgung steht längst mitten im digitalen Umbruch – doch je stärker Systeme, Daten und Prozesse vernetzt werden, desto größer werden auch die Angriffsflächen. Dr.-Ing. Dirk Waider, Vorstand von Gelsenwasser, spricht im Interview über Cyberbedrohungen, Datensouveränität, die Rolle von KI als Entscheidungshilfe und die Frage, wie sich Versorgungssicherheit in einer zunehmend fragilen Welt realistisch organisieren lässt.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

cleanwells GbR

Thema: Wassergewinnung

Zertifiziert durch: DVGW, ELY, dwi,

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03