Filter by Themen
Abwasserbehandlung
Analytik & Hygiene
Digitalisierung
Events
Nachhaltigkeit & Umweltschutz
Netze
Wasser & Abwasser
Wasseraufbereitung
Wassergewinnung
Wasserstress
Water Solutions
Filter by Kategorien
Advertorial
Branche
Events
Forschung & Entwicklung
Leute
News
People
Products & Solutions
Produkte & Verfahren
Publications
Publikationen
Sonstiges
Trade & Industry
Filter by Veranstaltungsschlagworte
abwasser
ACHEMA
Automatisierung
Digitalisierung
Emerging Pollutants
Energie
FDBR
Hydrologie
kanalnetze
Krankheitserreger
MSR
Spurenstoffe
Talsperren
trinkwasser
Wasser
wasseraufbereitung
wasserbau
Wassernetze
Wasserversorgung

Wasserschnecke an der Ruhr angeliefert und eingesetzt

Kategorie:
Themen: |
Autor: Franziska Betz

Wasserschnecke an der Ruhr angeliefert und eingesetzt
Wasserschnecke, 17 Tonnen wird mit einem 250-Tonnen-Autokran an die Einsatzstelle gebracht. Foto: Stadtwerke Fröndenberg Wickede

28. November 2022 | Maschinen-Bauteile für die letzte notwendige Fischtreppe zwischen Wickede und Fröndenberg wurden am 22. November angeliefert. Die Schnecke wird in Fröndenberg 135 Kilowatt Strom erzeugen.

Dazu wurde ein 250-Tonnen-Kran der Firma Franz Bracht eingesetzt. Die Maschinenteile der Turbinenschnecke wurden mit zwei 3,15 Meter breiten Sattelschleppern in der Nacht davor angeliefert. Um 9 Uhr morgens war der Autokran „zugbereit“. Die Bauteile haben ein Gesamtgewicht von 33 Tonnen, wobei die Schnecke mit 25 Tonnen das größte Gewicht hat. Es handelt sich um Getriebe, Generator, Anbauteile und um die Wasserkraftschnecke selbst. Angefahren wurde die Baustelle auf der Kiebitzwiese von Fröndenberger Seite aus über die Werner-von-Siemens-Straße. Die Einbau-Arbeiten nahmen ca. zwei Tage in Anspruch. Danach folgte der Testbetrieb der Schnecke. Mit der Turbinenschnecke sollen 135 Kilowatt Strom je Stunde erzeugt werden.

“Lockströmung” für Fische

Das für die Fischtreppe und Wasserschnecke für erforderliche „naturnahe Gerinne“ (ein künstlich angelegter Bachlauf) auf der Kiebitzwiese ist bereits im Sommer fertig gestellt worden; die Fischtreppe mit insgesamt 34 Stufen ist ebenfalls fertig. Die Baumaßnahme betrifft das Hauptwehr, direkt am Naturschutzgebiet Kiebitzwiese im Süden von Fröndenberg-Westick. Fischtreppe und Schnecke gemeinsam sorgen dann für eine so genannte „Lockströmung“, anhand derer die Fische erkennen können, dass sie den Wasserlauf bergauf schwimmen können. Die Gefahr, versehentlich in die Schnecke einzuschwimmen, besteht nicht. Dazu ist die Strömung zu stark. Die Fischtreppe besteht aus 34 Stufen mit einer Höhendifferenz von je 11 cm.

„Ich freue mich, dass alles so super geklappt hat. Danke dafür an alle Projektbeteiligten. In Zeiten wie diesen, wo Material und Personal knapp sind, ist das alles nicht selbstverständlich. Der geplanten Inbetriebnahme vor Ablauf des Jahres sollte damit nichts mehr entgegenstehen. Das ist wichtig, um die zugesagten Fördermittel zu erhalten“, stellt Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Loipfinger fest.

Einbau der Fischtreppe im Serpentinenverlauf

Verbaut wurden für die eigentliche Fischtreppe 600 Kubikmeter Beton sowie 110 Tonnen Beton-Bewehrungsstahl. Anhand von Luftbildern (aus dem Sommer) wird eine rechteckige Art „Wanne“ neben dem Wehr erkennbar, in welche die Fischtreppe im Serpentinenverlauf eingebaut wurde. Die Schnecke zur Stromerzeugung konnte erst jetzt, nach der Brutzeit der Vögel auf der Kiebitzwiese, eingebaut werden.

Restarbeiten und Inbetriebnahme des Gesamtsystems sind für November vorgesehen, wie Projektleiter Matthias Stephan von den Stadtwerken Fröndenberg Wickede noch einmal bestätigte. Teils waren auch Arbeiten unterhalb der Wasseroberfläche erforderlich. Damit wurden die Voraussetzung geschaffen, den Gesamthöhenunterschied von 5,83 Metern zwischen künstlichem Bachlauf auf der Kiebitzwiese und Ruhr unterhalb des Wehres mit der Fischtreppe zu überwinden.

Fische kommen nun an der Wehr vorbei

400 Liter Wasser werden pro Sekunde über die Fischtreppe in Zukunft abfließen; weitere 3,4 Kubikmeter Wasser werden über die Schnecke fließen. Somit werden die Fische es nicht schaffen, in die Schnecke einzuschwimmen – wohl aber in die Treppe, wo nur 0,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömen. Ohne technische Hilfe wäre es den Fischen nicht möglich, an einem Wehr vorbeizukommen.

„Mit der neuen Treppe können sie ohne Probleme stromaufwärts schwimmen. Damit kommen sie an allen unseren Wehren vorbei“, erklärt Matthias Stephan.

EU-Wasserrahmenrichtlinie wird erfüllt

Durch diese letzte Maßnahme, mit einem Invest von mehr als 1 Mio. Euro, erfüllen die Stadtwerke die EU-Wasserrahmenrichtlinie, nach der in allen Gewässern eine vollständige ökologische Durchgängigkeit gewährleistet sein muss. Forellen, Aale, Barben und weitere Arten der Ruhr können sich so wieder in alle Richtungen bewegen und werden nicht durch menschliche Bauwerke gestört. Das hatten die Stadtwerke durch ähnliche Maßnahmen bereits im letzten Jahr an der Wasserkraftanlage Schwitten an der Ruhrbrücke sowie in der Vergangenheit in Langschede und Wickede ermöglicht.

Das könnte Sie auch interessieren:

Neues Speicherpumpwerk in Lohne sichert Trinkwasser
Hochwassersschutz: Zentrale Verteilung von Informationen ist wichtig
Digitale Erfassung der Grundwasserentnahme

Passende Firmen zum Thema:

Keller & Hahn Brunnenbau GmbH

Thema: Wassergewinnung

Brunnenbau, Quellfassungen,

ETSCHEL BRUNNENSERVICE GMBH

Thema: Wassergewinnung

Home of the JET Master

pigadi GmbH

Thema: Wassergewinnung

Brunnenservice Büro Süd: +49 9264 989 098 Büro NRW +49 2041 3805

Publikationen

Umstrukturierung der Grundwasseranreicherung im Wasserwerk Neckartailfingen von offenen Becken in Sickerschlitzgräben

Umstrukturierung der Grundwasseranreicherung im Wasserwerk Neckartailfingen von offenen Becken in Sickerschlitzgräben

Autor: Christoph Treskatis / Christina Wenzel / Felix Kuntsche / Ewald Ocker
Themenbereich: gwf - Wasser|Abwasser
Erscheinungsjahr: 2015

Im Wasserwerk Neckartailfingen wird das nutzbare Grundwasserdargebot für die Trinkwassergewinnung durch die Anreicherung mit vorgereinigtem Neckarwasser erhöht. Zur Verlängerung der Standzeiten der Beckenfüllungen und Reduzierung des ...

Zum Produkt

Phosphorrückgewinnung als Ressourcenschutz

Phosphorrückgewinnung als Ressourcenschutz

Autor: Andrea Roskosch / Bettina Rechenberg
Themenbereich: gwf - Wasser|Abwasser
Erscheinungsjahr: 2015

Aufgrund der potenziellen Risiken, die Klärschlamm aus der Abwasserreinigung mit sich bringt, wird der Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung seit vielen Jahren vom Umweltbundesamt gefordert. Im Koalitionsvertrag für die ...

Zum Produkt

Vorsorgende Leistungen der Wasserversorger für den Gewässer- und Gesundheitsschutz

Vorsorgende Leistungen der Wasserversorger für den Gewässer- und Gesundheitsschutz

Autor: Simone Richter / Jörg Rechenberg
Themenbereich: gwf - Wasser|Abwasser
Erscheinungsjahr: 2015

Wasserversorger erbringen in Deutschland über ihre Kernaufgaben hinaus eine Reihe von unverzichtbaren vorsorgenden Leistungen für den Umwelt- und Gesundheitsschutz. Diese im Aufgabenprofil der Wasserversorger zu erhalten, ist ein besonderes ...

Zum Produkt

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03