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Wasserschnecke an der Ruhr angeliefert und eingesetzt

Maschinen-Bauteile für die letzte notwendige Fischtreppe zwischen Wickede und Fröndenberg wurden am 22. November angeliefert. Die Schnecke wird in Fröndenberg 135 Kilowatt Strom erzeugen.

von | 28.11.22

28. November 2022 | Maschinen-Bauteile für die letzte notwendige Fischtreppe zwischen Wickede und Fröndenberg wurden am 22. November angeliefert. Die Schnecke wird in Fröndenberg 135 Kilowatt Strom erzeugen.

Dazu wurde ein 250-Tonnen-Kran der Firma Franz Bracht eingesetzt. Die Maschinenteile der Turbinenschnecke wurden mit zwei 3,15 Meter breiten Sattelschleppern in der Nacht davor angeliefert. Um 9 Uhr morgens war der Autokran „zugbereit“. Die Bauteile haben ein Gesamtgewicht von 33 Tonnen, wobei die Schnecke mit 25 Tonnen das größte Gewicht hat. Es handelt sich um Getriebe, Generator, Anbauteile und um die Wasserkraftschnecke selbst. Angefahren wurde die Baustelle auf der Kiebitzwiese von Fröndenberger Seite aus über die Werner-von-Siemens-Straße. Die Einbau-Arbeiten nahmen ca. zwei Tage in Anspruch. Danach folgte der Testbetrieb der Schnecke. Mit der Turbinenschnecke sollen 135 Kilowatt Strom je Stunde erzeugt werden.

„Lockströmung“ für Fische

Das für die Fischtreppe und Wasserschnecke für erforderliche „naturnahe Gerinne“ (ein künstlich angelegter Bachlauf) auf der Kiebitzwiese ist bereits im Sommer fertig gestellt worden; die Fischtreppe mit insgesamt 34 Stufen ist ebenfalls fertig. Die Baumaßnahme betrifft das Hauptwehr, direkt am Naturschutzgebiet Kiebitzwiese im Süden von Fröndenberg-Westick. Fischtreppe und Schnecke gemeinsam sorgen dann für eine so genannte „Lockströmung“, anhand derer die Fische erkennen können, dass sie den Wasserlauf bergauf schwimmen können. Die Gefahr, versehentlich in die Schnecke einzuschwimmen, besteht nicht. Dazu ist die Strömung zu stark. Die Fischtreppe besteht aus 34 Stufen mit einer Höhendifferenz von je 11 cm.

„Ich freue mich, dass alles so super geklappt hat. Danke dafür an alle Projektbeteiligten. In Zeiten wie diesen, wo Material und Personal knapp sind, ist das alles nicht selbstverständlich. Der geplanten Inbetriebnahme vor Ablauf des Jahres sollte damit nichts mehr entgegenstehen. Das ist wichtig, um die zugesagten Fördermittel zu erhalten“, stellt Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Loipfinger fest.

Einbau der Fischtreppe im Serpentinenverlauf

Verbaut wurden für die eigentliche Fischtreppe 600 Kubikmeter Beton sowie 110 Tonnen Beton-Bewehrungsstahl. Anhand von Luftbildern (aus dem Sommer) wird eine rechteckige Art „Wanne“ neben dem Wehr erkennbar, in welche die Fischtreppe im Serpentinenverlauf eingebaut wurde. Die Schnecke zur Stromerzeugung konnte erst jetzt, nach der Brutzeit der Vögel auf der Kiebitzwiese, eingebaut werden.

Restarbeiten und Inbetriebnahme des Gesamtsystems sind für November vorgesehen, wie Projektleiter Matthias Stephan von den Stadtwerken Fröndenberg Wickede noch einmal bestätigte. Teils waren auch Arbeiten unterhalb der Wasseroberfläche erforderlich. Damit wurden die Voraussetzung geschaffen, den Gesamthöhenunterschied von 5,83 Metern zwischen künstlichem Bachlauf auf der Kiebitzwiese und Ruhr unterhalb des Wehres mit der Fischtreppe zu überwinden.

Fische kommen nun an der Wehr vorbei

400 Liter Wasser werden pro Sekunde über die Fischtreppe in Zukunft abfließen; weitere 3,4 Kubikmeter Wasser werden über die Schnecke fließen. Somit werden die Fische es nicht schaffen, in die Schnecke einzuschwimmen – wohl aber in die Treppe, wo nur 0,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömen. Ohne technische Hilfe wäre es den Fischen nicht möglich, an einem Wehr vorbeizukommen.

„Mit der neuen Treppe können sie ohne Probleme stromaufwärts schwimmen. Damit kommen sie an allen unseren Wehren vorbei“, erklärt Matthias Stephan.

EU-Wasserrahmenrichtlinie wird erfüllt

Durch diese letzte Maßnahme, mit einem Invest von mehr als 1 Mio. Euro, erfüllen die Stadtwerke die EU-Wasserrahmenrichtlinie, nach der in allen Gewässern eine vollständige ökologische Durchgängigkeit gewährleistet sein muss. Forellen, Aale, Barben und weitere Arten der Ruhr können sich so wieder in alle Richtungen bewegen und werden nicht durch menschliche Bauwerke gestört. Das hatten die Stadtwerke durch ähnliche Maßnahmen bereits im letzten Jahr an der Wasserkraftanlage Schwitten an der Ruhrbrücke sowie in der Vergangenheit in Langschede und Wickede ermöglicht.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Wasserschnecke, 17 Tonnen wird mit einem 250-Tonnen-Autokran an die Einsatzstelle gebracht. Foto: Stadtwerke Fröndenberg Wickede

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