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Waldsterben in Wasserschutzgebieten bedroht Trinkwasserqualität

Das Waldsterben in deutschen Wasserschutzgebieten stellt eine ernste Bedrohung für die Trinkwasserqualität dar. Eine neue Studie der Universität Freiburg zeigt, dass in betroffenen Gebieten die Nitratkonzentrationen drastisch gestiegen sind. Besonders die Auswirkungen der Dürrejahre 2018–2020 auf die Waldflächen könnten langfristige Folgen für das Grundwasser haben

von | 29.04.25

Ein Waldgebiet mit vielen abgestorbenen Bäumen.
Quelle: Teja Kattenborn

Die anhaltende Trockenheit und das zunehmende Waldsterben wirken sich nicht nur auf die Natur aus, sondern auch auf die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Wälder erfüllen eine wichtige Funktion im Wasserkreislauf, da sie Schadstoffe zurückhalten und zur natürlichen Reinigung des Grundwassers beitragen.

Eine aktuelle Studie der Universität Freiburg, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Earth’s Future, untersucht die Auswirkungen des Waldsterbens auf die Nitratbelastung im Grundwasser. Demnach stellt der Verlust von Waldflächen eine bislang unterschätzte Gefahr für die Qualität des Trinkwassers dar.

Rolle der Wälder in Wasserschutzgebieten

In Deutschland sind etwa 43 Prozent der Wasserschutzgebiete bewaldet. Diese Wälder tragen erheblich dazu bei, die Wasserqualität zu sichern, da sie Nitrat und andere Schadstoffe im Boden binden. Die Dürrejahre 2018 bis 2020 führten jedoch zu erheblichen Schäden: Innerhalb von drei Jahren starben rund fünf Prozent der bewaldeten Flächen ab. Angesichts der langen Lebenszyklen von Bäumen in Deutschland – je nach Art zwischen 60 und 160 Jahren – ist dieser Verlust innerhalb kurzer Zeit bemerkenswert.

Durch das Absterben der Bäume wird die natürliche Filterfunktion der Wälder geschwächt. Infolgedessen können höhere Mengen an Nitrat in das Grundwasser gelangen, was eine Belastung für die Trinkwasserversorgung darstellt.

Deutliche Erhöhung der Nitratwerte festgestellt

Die Studie zeigt regionale Unterschiede in der Entwicklung der Nitratwerte. In Gebieten, in denen mehr als 25 Prozent der Waldfläche verloren gingen, stiegen die durchschnittlichen Nitratkonzentrationen im Grundwasser deutlich an: von 5 Milligramm pro Liter im Zeitraum 2008 bis 2017 auf 11 Milligramm pro Liter in den Jahren 2021 und 2022. In Regionen mit geringeren Waldverlusten blieben die Werte dagegen weitgehend stabil.

Die Forschenden weisen außerdem darauf hin, dass die Auswirkungen des Waldsterbens zeitlich verzögert auftreten können. Die negativen Effekte auf die Wasserqualität könnten sich somit erst Jahre oder Jahrzehnte später vollständig zeigen. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um diese Zusammenhänge besser zu verstehen und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln.


Originalpublikation: 10.1029/2025EF006078

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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