Ziel: Sauberes Wasser durch Monitoring und Modellierung
Koordiniert von der Technischen Universität Dänemark (DTU) bringt UrbanM2O insgesamt 20 Partnerinstitutionen aus zehn Ländern zusammen. Aus der Schweiz beteiligen sich die Eawag – das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs – und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Gemeinsam mit Städten, Wasserbehörden und Unternehmen wollen die Forschenden neue Technologien entwickeln, um urbane Wassersysteme intelligenter und widerstandsfähiger zu machen.
„Um Städte nachhaltig zu gestalten, müssen wir zunächst verstehen, wie viel Wasser wann und wo fließt – und in welcher Qualität“, erklärt die Umweltingenieurin Lena Mutzner von der Eawag. Dafür setzt das Konsortium auf neue Sensortechnologien, intelligentes Datenmanagement und die Entwicklung digitaler Zwillinge von Wassersystemen. Auf Grundlage dieser digitalen Nachbildungen können Behörden künftig maßgeschneiderte Maßnahmen für eine sichere Wasserqualität entwickeln.
Chancen und Risiken von Schwammstädten
Ein wesentlicher Hintergrund des Projekts ist der Trend hin zur sogenannten Schwammstadt – einem städtebaulichen Konzept, das Regenwasser lokal zurückhält und versickern lässt, um Überflutungen vorzubeugen. Doch die Umsetzung birgt Risiken: „Wenn Straßenabwasser ungefiltert in den Boden oder in nahe Gewässer geleitet wird, kann es zur Verschmutzung führen. So wird aus einer gut gemeinten Lösung ein neues Problem“, warnt die Ökotoxikologin Miriam Langer (FHNW/Eawag).
UrbanM2O will daher praxisnahe Anleitungen entwickeln, die Kommunen helfen, wasserwirtschaftliche Innovationen umzusetzen, ohne ökologische Nebenwirkungen zu erzeugen.
Digitale Zwillinge und KI für die Wasserqualität
Ein zentrales Element sind KI-gestützte Sensoren und Datenplattformen, die kontinuierlich Informationen zur Wasserqualität erfassen. Diese Daten fließen in flexible Modelle, die als digitale Zwillinge abgebildet werden. So lassen sich Verschmutzungsquellen im Stadtraum identifizieren und Szenarien für zukünftige extreme Wetterereignisse simulieren – ein wichtiger Beitrag angesichts zunehmender Starkregen und Hitzewellen infolge des Klimawandels.
„Wir wollen die Behörden nicht nur mit innovativen Technologien, sondern auch mit Leitlinien für die Praxis unterstützen – etwa bei der Instandhaltung und Optimierung ihrer bestehenden Systeme“, betont Projektkoordinator Luca Vezzaro von der DTU.
Kooperation zwischen Forschung und Praxis
Neben wissenschaftlichen Einrichtungen sind auch Verwaltungen und Praxispartner eingebunden, darunter das Zürcher Amt für Entsorgung und Recycling (ERZ) sowie der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA).
Erste Schritte sind bereits erfolgt: Im Juni 2025 fand ein Auftakt-Workshop in Kopenhagen statt. Eine Projekt-Website befindet sich derzeit im Aufbau.
Quelle: Eawag









