Filter by Themen
Filter by Kategorien
Filter by Veranstaltungsschlagworte
FS Logoi

UrbanM2O: Mit digitalen Zwillingen und KI zu schadstofffreien Wassersystemen

Städte stehen weltweit vor der Herausforderung, ihre Wassersysteme an den Klimawandel anzupassen und gleichzeitig die Verschmutzung von Oberflächen- und Grundwasser zu verhindern. Mit jüngst gestarteten Forschungs- und Innovationsprojekt UrbanM2O sollen hierfür europaweit praxisnahe Lösungen entwickelt werden. Das EU-Projekt wird über das Programm Horizon Europe mit fünf Millionen Euro gefördert, ergänzt durch eine Million Euro vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

von | 08.09.25

Quelle: AdobeStock/pickup

Ziel: Sauberes Wasser durch Monitoring und Modellierung

Koordiniert von der Technischen Universität Dänemark (DTU) bringt UrbanM2O insgesamt 20 Partnerinstitutionen aus zehn Ländern zusammen. Aus der Schweiz beteiligen sich die Eawag – das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs – und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Gemeinsam mit Städten, Wasserbehörden und Unternehmen wollen die Forschenden neue Technologien entwickeln, um urbane Wassersysteme intelligenter und widerstandsfähiger zu machen.

„Um Städte nachhaltig zu gestalten, müssen wir zunächst verstehen, wie viel Wasser wann und wo fließt – und in welcher Qualität“, erklärt die Umwelt­ingenieurin Lena Mutzner von der Eawag. Dafür setzt das Konsortium auf neue Sensortechnologien, intelligentes Datenmanagement und die Entwicklung digitaler Zwillinge von Wassersystemen. Auf Grundlage dieser digitalen Nachbildungen können Behörden künftig maßgeschneiderte Maßnahmen für eine sichere Wasserqualität entwickeln.

Chancen und Risiken von Schwammstädten

Ein wesentlicher Hintergrund des Projekts ist der Trend hin zur sogenannten Schwammstadt – einem städtebaulichen Konzept, das Regenwasser lokal zurückhält und versickern lässt, um Überflutungen vorzubeugen. Doch die Umsetzung birgt Risiken: „Wenn Straßenabwasser ungefiltert in den Boden oder in nahe Gewässer geleitet wird, kann es zur Verschmutzung führen. So wird aus einer gut gemeinten Lösung ein neues Problem“, warnt die Ökotoxikologin Miriam Langer (FHNW/Eawag).

UrbanM2O will daher praxisnahe Anleitungen entwickeln, die Kommunen helfen, wasserwirtschaftliche Innovationen umzusetzen, ohne ökologische Nebenwirkungen zu erzeugen.

Digitale Zwillinge und KI für die Wasserqualität

Ein zentrales Element sind KI-gestützte Sensoren und Datenplattformen, die kontinuierlich Informationen zur Wasserqualität erfassen. Diese Daten fließen in flexible Modelle, die als digitale Zwillinge abgebildet werden. So lassen sich Verschmutzungsquellen im Stadtraum identifizieren und Szenarien für zukünftige extreme Wetterereignisse simulieren – ein wichtiger Beitrag angesichts zunehmender Starkregen und Hitzewellen infolge des Klimawandels.

„Wir wollen die Behörden nicht nur mit innovativen Technologien, sondern auch mit Leitlinien für die Praxis unterstützen – etwa bei der Instandhaltung und Optimierung ihrer bestehenden Systeme“, betont Projektkoordinator Luca Vezzaro von der DTU.

Kooperation zwischen Forschung und Praxis

Neben wissenschaftlichen Einrichtungen sind auch Verwaltungen und Praxispartner eingebunden, darunter das Zürcher Amt für Entsorgung und Recycling (ERZ) sowie der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA).

Erste Schritte sind bereits erfolgt: Im Juni 2025 fand ein Auftakt-Workshop in Kopenhagen statt. Eine Projekt-Website befindet sich derzeit im Aufbau.


Quelle: Eawag

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Stoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Jetzt bewerben für den Willy-Hager-Preis 2026!
Jetzt bewerben für den Willy-Hager-Preis 2026!

Junge Wasserforscher:innen, die sich um die Erforschung der Grundlagen und Verfah-ren zur Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung verdient gemacht haben, können sich bis zum 27. November 2026 für den Willy-Hager-Preis bewerben.

mehr lesen
IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe
IWA Awards 2026: Diese Wasserprojekte setzen Maßstäbe

Die International Water Association (IWA) hat in Glasgow die Gewinner der Project Innovation Awards 2026 ausgezeichnet. Aus 320 Bewerbungen aus 65 Ländern wurden 23 Projekte prämiert. Den Hauptpreis erhielt ein chinesisches Vorhaben, das Abwasserreinigung, Wasserwiederverwendung und energetische Ressourcenrückgewinnung miteinander verbindet.

mehr lesen
Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion
Meerwasser als Ressource für die Wasserstoffproduktion

Meer- und Brackwasser könnten künftig direkt für die Wasserstoffproduktion genutzt werden und damit den Bedarf an aufwendig aufbereitetem Wasser reduzieren. Im Projekt SeaEly haben Fraunhofer-Forschende untersucht, wie sich unterschiedliche Materialien und Membranen beim Einsatz von salzhaltigem Wasser in Elektrolyseuren verhalten.

mehr lesen
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei
Arendsee gibt 10.500 Jahre alte Holzfunde frei

Bei unterwasserarchäologischen Untersuchungen im Arendsee haben Forschende außergewöhnlich gut erhaltene, bis zu 10.500 Jahre alte Hölzer entdeckt. Die Funde könnten von bislang unbekannten Konstruktionen aus der Mittelsteinzeit stammen und neue Erkenntnisse über die Lebensweise damaliger Jäger und Sammler liefern.

mehr lesen

Passende Firmen zum Thema:

VEGA Grieshaber KG

Thema: Digitalisierung

Digitalisierung und

Barthauer Software GmbH

Thema: Digitalisierung

Netzinformationssysteme BaSYS – smart IT for smart

Sie möchten die gwf Wasser + Abwasser testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen die gwf Wasser + Abwasser kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03