Der Bundesfachverband Betonkanalsysteme e.V. (FBS) hat auf der IFAT 2026 in München zum zweiten Mal den infra.green.award verliehen. Die Auszeichnung ging an die Zink Ingenieure aus Lauf für das Projekt „Wie der Steinbach zum Vorbild wird – eine innovative Kombination aus Hochwasserschutz, naturraumgerechter Gewässerentwicklung und intelligenter Nutzung von Betonfertigteilen im Sinne des Schwammstadtkonzepts.“
Mit dem infra.green.award zeichnet der FBS innovative Projekte, Ideen und Konzepte aus, die Betonbauteile für eine nachhaltige und ressourcenschonende Regenwassernutzung einsetzen. Ziel ist es, zukunftsweisende Ansätze für eine klimaangepasste Infrastruktur sichtbar zu machen und deren Umsetzung zu fördern. Teilnahmeberechtigt sind öffentliche Netzbetreiber und Ingenieurbüros, die mit ihren Projekten im Regenwassermanagement zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Hochwasserschutz am Steinbach neu gedacht
Das ausgezeichnete Projekt wurde am Steinbach im Raum Baden-Baden/Bühl umgesetzt. Dort wurde auf einer Länge von rund 340 Metern eine hydraulische Engstelle im Bereich der Sportschule Steinbach beseitigt. Gleichzeitig wurden instabile Böschungen gesichert, um den Gewässerabschnitt gegen ein 100-jährliches Hochwasser zu wappnen und die ökologische Durchgängigkeit zu verbessern.
Grundlage der Maßnahme sind großformatige Betonfertigteile in U-Form. Entwickelt wurde die Lösung gemeinsam vom Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl, dem Ingenieurbüro Zink Ingenieure, dem Betonwerk Beton Müller aus Achern und dem Bauunternehmen Josef Welle GmbH. Die individuell gefertigten U-Profile sorgen für einen sicheren Wasserabfluss bei hohen Wasserständen, erhöhen die Standsicherheit der Ufer und reduzieren den Flächenbedarf sowie Eingriffe in die vorhandene Infrastruktur.
Naturnahe Gestaltung des Gewässers
Neben dem technischen Hochwasserschutz spielte auch die ökologische Aufwertung des Baches eine wichtige Rolle. Der Boden des bisherigen Bachbetts wurde als Substrat im neuen Gewässerprofil wiederverwendet, um die natürlichen Lebensraumbedingungen zu erhalten.
Ergänzend wurden Natursteine als sogenannte Störsteine in den Fließweg eingebaut. Sie schaffen unterschiedliche Strömungsverhältnisse, verhindern die Auswaschung von Substrat und unterstützen die natürliche Entwicklung des Gewässers.
„Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit“, betont Johannes Sackmann, Mitglied der Geschäftsführung von Zink Ingenieure. „Zweckverband, Planer, Betonwerk und Bauunternehmen haben von Beginn an gemeinsam nach der besten Lösung gesucht und gezeigt, wie sich technischer Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung erfolgreich vereinen lassen.“
Auszeichnung für klimaangepasste Infrastruktur
Die Investitionssumme des Projekts liegt bei rund 4,9 Millionen Euro. Gefördert wird die Maßnahme durch das Land Baden-Württemberg. Für den Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl stellt das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Verbandsgebiet dar und gilt zugleich als Beispiel für eine moderne Wasserwirtschaft.
„Für mich sind immer die direkt betroffenen Anwohner wichtig – und auch die sind hier in Steinbach sehr zufrieden“, unterstreicht Viviane Walzok, Geschäftsführerin des Zweckverbandes.
Auch Joachim Strack, Geschäftsführer von Beton Müller, hebt die Bedeutung des Projekts hervor: „Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie man die Stärken des mineralischen Baustoffs Beton nutzen kann, um Hochwasserschutz und Umweltbelange miteinander zu verbinden. Beton wird hier nicht als Gegensatz zur Natur verstanden, sondern als konstruktiver Möglichmacher für mehr Sicherheit, ökologische Vielfalt und Klimaanpassung.“
Mit der Auszeichnung des Projekts „Wie der Steinbach zum Vorbild wird“ unterstreicht der infra.green.award 2026 die Bedeutung innovativer Betonanwendungen für eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung und eine klimaresiliente Infrastruktur.
Weitere InformationenQuelle: Bundesfachverband Betonkanalsysteme e.V. (FBS)







