Der Sommer 2026 war im Einzugsgebiet der Ruhr deutlich zu warm. Bereits der Juni lag 3,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,4 °C war er zugleich der zweitwärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Über die drei Sommermonate Juni, Juli und August hinweg erreichte die mittlere Temperatur 18,5 °C und lag damit 2,0 Grad über dem langjährigen Mittel. Wärmer war seit 1881 lediglich der Sommer 2003 mit einer Durchschnittstemperatur von 18,7 °C.
Trockenster Juli seit 100 Jahren
Auch bei den Niederschlägen wich der Sommer deutlich vom langjährigen Mittel ab. Während Juni und August leicht zu trocken ausfielen, war das Niederschlagsdefizit im Juli besonders ausgeprägt. Lediglich 23 Millimeter Niederschlag wurden gemessen – 76 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Damit war es der trockenste Juli seit 100 Jahren. Insgesamt fielen im Sommer 2026 lediglich 177 Millimeter Niederschlag. Das waren 100 Millimeter beziehungsweise 36 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Seit 1927 gab es nur elf Sommer, die noch trockener waren. Zuletzt war dies 2022 mit lediglich 120 Millimetern Niederschlag der Fall.
Die Trockenheit prägt auch den bisherigen Jahresverlauf. Mit Ausnahme von Februar und Mai wiesen alle anderen Monate teilweise erhebliche Niederschlagsdefizite auf.
Neue Grenzwerte helfen Wasser zurückzuhalten
Seit mehr als einem Jahr gelten die im Dezember 2024 novellierten Grenzwerte für die Mindestabflüsse in der Ruhr. Durch die verringerten Grenzwerte konnte der Ruhrverband insbesondere während der trockenen Monate Juli und August täglich bis zu 259.200 Kubikmeter Wasser in den Talsperren im Sauerland zurückhalten. Seit Juli wurden dadurch knapp 16 Millionen Kubikmeter Wasser eingespart. Diese Menge entspricht der Hälfte des Fassungsvermögens der Versetalsperre.
Talsperren geben zeitweise 13-mal mehr Wasser ab
Trotz der Einsparungen waren die Talsperren im Sommer 2026 stark gefordert. Zeitweise gaben sie 13-mal mehr Wasser ab, als ihnen zufloss. In Villigst bestand an 80 von insgesamt 92 Tagen Zuschusspflicht, an der Mündung an 63 Tagen. Trotz der verringerten Grenzwerte lag die Zahl der Zuschusstage an der Mündung damit um 80 Prozent über dem Durchschnitt der Sommer 1991 bis 2025.
Die Füllstände der Talsperren sanken von Anfang Juni bis Ende August auf 74,2 Prozent und lagen damit etwas unter dem langjährigen Mittel. Mit einem Gesamtstauinhalt von 350,4 Millionen Kubikmetern Wasser ist das Talsperrensystem dennoch gut aufgestellt, um sowohl weitere Trockenphasen zu bewältigen als auch zum Hochwasserschutz beizutragen.
Quelle: Ruhrverband Pressestelle









