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Regenwürmer in Gefahr: Folgen intensiver Landwirtschaft

Intensive Landwirtschaft setzt Regenwürmern massiv zu: Pestizide, Bodenverdichtung und chemische Düngemittel verringern ihre Dichte, Biomasse und Vielfalt erheblich. Dabei sind Regenwürmer essenziell für fruchtbare Böden und nachhaltige Ernten. Die Studie zeigt, wie schonende Praktiken wie Agroforstwirtschaft die Böden schützen können.

von | 28.01.25

Die Meta-Analyse zeigt, dass die Regenwurmdichte, Biomasse und der Artenreichtum auf intensiv genutzten Ackerflächen im Vergleich zu ungestörten Ökosystemen deutlich geringer sind.
Quelle: Daniil Korobuschkin

Regenwürmer (Lumbricidae) sind unverzichtbar für intakte Böden. Sie verbessern die Bodenstruktur, bereichern den Boden mit nährstoffreichem Wurmhumus und fördern die Verbreitung von Mikroorganismen, die entscheidend für die Fruchtbarkeit sind.

„Die Aktivität von Regenwürmern fördert also gesunde Böden – die Grundlage für eine ertragreiche und nachhaltige Landwirtschaft“, betont Dr. Andrey Zaytsev vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz.

Doch moderne landwirtschaftliche Praktiken gefährden die Tiere erheblich. Chemische Pestizide, Herbizide und intensive Bodenbearbeitung setzen ihnen zu und können langfristig die Bodenfruchtbarkeit und ökologische Stabilität gefährden.

Studie untersucht Auswirkungen der Landwirtschaft auf Regenwürmer

Ein Forschungsteam um Dr. Zaytsev, Dr. Bibiana Betancur-Corredor und Dr. David J. Russell analysierte die Folgen landwirtschaftlicher Bodennutzung auf die biologische Vielfalt der Regenwürmer. Dabei verglichen sie Daten aus 113 Studien aus 44 Ländern, die 1040 Vergleiche zur Regenwurmdichte und -biomasse sowie 536 zur Artenvielfalt lieferten.

„Unsere Meta-Analyse zeigt, dass die Regenwurmdichte auf Ackerland 18 Prozent, die Biomasse 15 Prozent und der Artenreichtum sogar 27 Prozent geringer ist als auf ungestörten Standorten“, erklärt Betancur-Corredor.

Faktoren wie Bodenbearbeitung und der Einsatz von Chemikalien wirken sich besonders negativ aus.

Nachhaltige Praktiken bieten Lösungsansätze

Die Studie zeigt, dass nachhaltige Landwirtschaftsmethoden wie Agroforstwirtschaft oder Brachflächen mit reduziertem Chemikalieneinsatz die negativen Effekte abmildern können.

„Unsere Meta-Analyse belegt die tiefgreifenden Auswirkungen der landwirtschaftlichen Bodennutzung auf Regenwurmpopulationen in verschiedenen Agrarökosystemen“, erläutert Zaytsev.

Außerdem wirken sich klimatische Bedingungen aus: Regionen mit kühleren Sommern fördern die Regenwurmpopulationen, während Bodenverdichtung und ein geringer Gehalt an organischer Substanz diese gefährden.

Zaytsev schließt: „Die Erhaltung der Regenwurmpopulationen ist ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft. Hiervon profitieren alle – die Regenwürmer, die Böden und die Landwirtschaft.“

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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